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Branche warnt: 446 000 Solaranlagen könnten bis 2030 vom Netz müssen

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Im Zuge der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes warnt die Solarbranche vor dem vorzeitigen Aus für Solaranlagen, die nach 20 Jahren aus der Ökostrom-Förderung fallen. Bis 2030 könnten einer Kurzstudie im Auftrag des Branchenverbands BSW zufolge bis zu 446 000 noch funktionsfähigen Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 3,37 Gigawatt in Deutschland stillgelegt werden. Die Studie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Das Bundeskabinett hat den Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schon verabschiedet, derzeit sucht der Bundestag nach Kompromissen. Ziel ist, den Ökostrom-Ausbau zu beschleunigen. Es gibt aber sehr viel Kritik von Energie- und Umweltverbänden und auch innerhalb der schwarz-roten Koalition. Ein Thema ist, wie mit Solaranlagen und Windrädern umgegangen wird, die nach 20 Jahren nicht weiter über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden.

"Die Mehrzahl der Betreiber werden ihre Solaranlagen abschalten, sobald sie nach 20 Jahren aus der Förderung fallen, da sich ihr Weiterbetrieb dann nicht mehr rechnet", sagte Studienleiter Martin Ammon vom Beratungsunternehmen EUPD Research. Der Grund dafür seien geplante neue Auflagen zum Einbau teurer Messtechnik, sogenannter Smart Meter, sowie die Belastung selbst verbrauchten Solarstroms mit der Ökostrom-Umlage. "Technisch wäre der Weiterbetrieb dieser in den Nullerjahren errichteten Solarstromanlagen mindestens für weitere zehn Jahre hingegen möglich und klimapolitisch sinnvoll", sagte er.

Die Branche fordert, auf die von Altmaier geplante Ausweitung der Smart-Meter-Pflicht zu verzichten - sie sei "unverhältnismäßig und ohne Mehrwert für die Netzstabilität". Diese intelligenten Stromzähler sollen Stromnachfrage und Stromerzeugung besser in Einklang bringen, indem sie Erzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher übers Internet verbinden. Die Ökostrom-Umlage auch auf vor Ort selbst verbrauchten Solarstrom zu erheben, verstößt aus Sicht der Branche gegen EU-Recht.

"Der Bundestag muss jetzt einen barrierefreien Weiterbetrieb ausgeförderter Solaranlagen sicherstellen und den Gesetzesentwurf entsprechend überarbeiten", forderte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.