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Brüssel will Apple an die Leine nehmen: Diesen Vorschlag für einheitliche Aufladegeräte will die EU-Kommission am Donnerstag unterbreiten

·Lesedauer: 3 Min.
Laptop, Smartwatch, Handy – häufig braucht jedes Gerät ein anderes Ladekabel.
Laptop, Smartwatch, Handy – häufig braucht jedes Gerät ein anderes Ladekabel.

Jeder kennt es: Im Urlaub angekommen, der Handyakku geht nach langer Anreise zur Neige, doch das Ladekabel liegt zu Hause und von den Mitreisenden hat niemand ein passendes parat. Damit soll spätestens 2024 Schluss sein. Denn die EU-Kommission will nach Informationen von Business Insider an diesem Donnerstag einen Verordnungsentwurf vorlegen, der die Hersteller dazu zwingen soll, künftig ein einheitliches Ladegerät für elektronische Geräte bereitzustellen. Davon verspricht sie sich eine häufigere Weiterverwendung alter Ladekabel und in der Folge weniger Müll.

Wenn sowohl das EU-Parlament als auch der Rat der Mitgliedsstaaten zustimmt, werden alle Hersteller von Elektronikgeräten dazu verpflichtet, die Lade-Anschlüsse ihrer Geräte einheitlich zu gestalten. Standard soll dann dem Vernehmen nach künftig die USB-C-Technologie sein. Auf allen Geräten soll dann auch das Softwareprotokoll laufen, mittels dessen sich die Kleingeräte verschiedener Hersteller schnell aufladen lassen.

Bisher hatte sich besonders der US-amerikanische Tech-Riese Apple gegen diesen Verordnungsvorschlag gewehrt. Das Argument: die Standardisierung der Ladegeräte würde Innovationen behindern. Tatsächlich ist die Gewinnmarge bei Ladekabeln wohl besonders hoch. Nach bisher unbestätigten Informationen macht der US-Konzern daher weiter Druck auf die EU-Kommissionsmitglieder: Der Hersteller will durchsetzen, dass er lediglich einen Adapter beilegen muss, statt einheitliche Anschlüsse einzubauen.

Ein einheitliches Ladegerät brächte zum einen Vorteile für Verbraucher in der Europäischen Union, zum anderen würde sich die jährlich in der EU anfallende Menge an Elektroschrott um 980 Tonnen reduzieren. Wie wichtig das Vorhaben ist, zeigte auch der Green Deal der EU aus dem Jahr 2019, der besonders die ökologische Dringlichkeit im Rahmen des Aktionsplans Kreislaufwirtschaft betonte. EU-Parlamentarier aus dem Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz hatten die Kommission erst im März 2021 wieder daran erinnert, als sich die Ausschussvorsitzende Anna Cavazzini an die zuständigen Kommissare wandte. Die EU-Parlamentarierin (Grüne) sagte zu Business Insider: "Elektroschrott ist der am schnellsten wachsende Müllberg der EU." Doch seit der freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2009 ist wenig passiert. Damals hatten sich die Konzerne Apple, Huawei, Samsung und Nokia geeinigt, künftig einheitliche Ladegeräten zu verwenden.

Die Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz im EU-Parlament: Anna Cavazzini.
Die Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz im EU-Parlament: Anna Cavazzini.

Ziel ist es, Regeln einzuführen, um Elektronikabfall zu verringern und auch die Rücknahme und hinterher das Recycling der Geräte zu verbessern. Helfen soll zum einen ein einheitliches Ladekabel, aber auch die Möglichkeit, den separaten Verkauf von Kabel und Gerät vorzuschreiben. Beim Neukauf eines Laptops oder Smartphones würde dann nicht automatisch mehr ein Ladegerät beiliegen, sondern man soll sein altes Gerät weiterverwenden können. Gleichzeitig biete das den Herstellern eine zusätzliche Einnahmequelle. Der separate Verkauf von Ladekabel und technischem Gerät könne laut Cavazzini einen "riesigen positiven ökologischen Effekt haben. Natürlich müssen wir auch rasante technologische Entwicklungen berücksichtigen, vor allem, da wir schon so viel Zeit verloren haben."

Wie geht es also weiter, wenn die Kommission den Vorschlag am Donnerstag vorlegt? Im kommenden Jahr soll das Gesetz verabschiedet werden. Die Mitgliedsländer hätten ein Jahr Zeit, ihn in ihr nationales Recht umzusetzen. Wieder ein Jahr würde vergehen, in dem die Hersteller Zeit haben, umzurüsten. Ausgenommen werden sollen von der neuen Regeln E-Reader oder kabellose Ladegeräte. Smartphones, Laptops, Tablets, Kopfhörer, Kameras und Lautsprecher könnten jedoch mit einem Ladekabel mit USB-C-Anschluss.

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