Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.693,27
    +122,07 (+0,78%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.126,70
    +30,63 (+0,75%)
     
  • Dow Jones 30

    34.479,60
    +13,40 (+0,04%)
     
  • Gold

    1.879,50
    -0,10 (-0,01%)
     
  • EUR/USD

    1,2112
    -0,0065 (-0,53%)
     
  • BTC-EUR

    32.072,46
    +2.120,26 (+7,08%)
     
  • CMC Crypto 200

    924,19
    -17,62 (-1,87%)
     
  • Öl (Brent)

    70,78
    -0,13 (-0,18%)
     
  • MDAX

    34.017,59
    +246,29 (+0,73%)
     
  • TecDAX

    3.475,38
    +31,96 (+0,93%)
     
  • SDAX

    16.401,63
    +145,43 (+0,89%)
     
  • Nikkei 225

    28.948,73
    -9,87 (-0,03%)
     
  • FTSE 100

    7.134,06
    +45,88 (+0,65%)
     
  • CAC 40

    6.600,66
    +54,17 (+0,83%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.069,42
    +49,12 (+0,35%)
     

Boxerin darf wegen Baby nicht zu Olympia - Ausnahme für Serena

·Lesedauer: 3 Min.
Boxerin darf wegen Baby nicht zu Olympia - Ausnahme für Serena
Boxerin darf wegen Baby nicht zu Olympia - Ausnahme für Serena

Die Olympischen Spiele in Tokio hätten der krönende Schlusspunkt einer Karriere werden sollen, nun gibt es nur noch Zoff.

Die kanadische Boxerin Mandy Bujold ist eine der besten ihrer Zunft. Elf nationale Meistertitel, zwei Titel bei den Panamerikanischen Spielen und eine Olympia-Teilnahme in Rio 2016 stehen in der Vita der Amateurboxerin.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Mit dem Großevent in Japan wollte die 33-Jährige eigentlich einen Schlussstrich unter das Thema Boxen setzen – doch nun könnten die Ambitionen auf eine Medaille bereits vorher verpuffen.

Durch die Coronapandemie haben sich die Qualifikationsregeln für Olympia geändert. Für Bujold ein gravierender Nachteil, wird sie doch dafür bestraft, ein Kind bekommen zu haben.

Bujold wegen Schwangerschaft benachteiligt

Das eigentlich geplante Qualifikationsturnier für Boxer und Boxerinnen des amerikanischen Kontinents wurde kurzfristig abgesagt. Deshalb erklärte die zuständige Taskforce beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dass sich nun nur die Sportler für Olympia qualifizieren können, die bei drei Turnieren in den Jahren 2018 und 2019 erfolgreich waren.

Weil Bujold aber genau in dieser Zeit aufgrund ihrer Schwangerschaft einen Großteil der Zeit nicht boxen konnte, ist sie nun benachteiligt.

Allzu verständlich ist es also, dass sie das IOC darum bat, ihre Platzierung aus der Zeit vor ihrer Schwangerschaft anzuerkennen: die 33-Jährige war seinerzeit die Nummer acht der Welt.

DAZN gratis testen und Tennis-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Zweifel daran, dass das IOC ihren Antrag annehmen würde, hatte Bujold kaum. Vor allem weil sie das Gefühl hatte, dass ihre Umstände dem Ziel des IOC, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, entsprach. Aber es kam anders.

Serena Williams kämpfte für Mütter

Das Komitee lehnte ihren Antrag ab. In der Begründung hieß es, eine Ausnahme könnte weitere Athleten dazu veranlassen, ebenfalls um Ausnahmen zu bitten.

Grotesk ist diese Erklärung vor allem deshalb, weil Sportlerinnen in anderen Sportarten – vor allem Serena William im Tennis – für ähnliche Ausnahme-Regelungen gekämpft, und diese Auseinandersetzungen auch gewonnen haben.

So änderte der Tennis-Verband WTA 2018 die Art und Weise, wie die Weltrangliste für die Setzliste bei Turnieren verwendet wird. Superstar Williams hatte sich nach der Geburt ihrer Tochter und der damit verbundenen Pause dafür eingesetzt – und bekam Recht.

Auch 2019 schaffte es das Thema "Mütter im Sport" in die Schlagzeilen, als von Nike gesponserte Sprinterinnen öffentlich den Konzern kritisierten. Beim Sportartikelhersteller wurden Sportlerinnen schlechter bezahlt, wenn sie sich für ein Kind entschieden. Der öffentliche Aufschrei war groß, die Gehälter wurden angepasst.

Gebracht zu haben scheinen all diese Diskussionen für Mandy Bujold aber nichts.

Kampf gegen das IOC geht weiter

"Als wir uns an das IOC gewendet haben, dachten wir, dass sie sich angesichts ihres Engagements für Frauen und Geschlechtergleichheit sicherlich anpassen und wie viele andere Sportorganisationen in Übereinstimmung mit der olympischen Charta handeln und Ausnahmen für schwangere oder postpartale Athletinnen vorsehen würden", erklärte Bujolds Anwältin Sylvie Rodrigue.

Trotz der vorläufigen Absage kämpfen die Juristin und ihre Mandantin aber weiter gegen das IOC. Und das nicht nur, damit Bujold ihre Karriere auf einer olympischen Bühne beenden kann, sondern auch, damit andere Frauen in Zukunft nicht die gleichen Kämpfe ausfechten müssen.

"Ich bin nicht die erste Sportlerin, die nach der Geburt eines Kindes zurückkommt, und ich werde auch nicht die letzte sein", sagte Bujold kämpferisch.