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Auch Bosch kehrt Wüstenstrom-Projekt Desertec den Rücken

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
BOSCHLTD.BO26.424,05+413,45
4847.KL0,3250,010
SONP.OB0,040,0000
SIEMENS.BO1.327,40+46,50

Roth am Main (dapd). Die Unterstützung für das Wüstenstrom-Projekt Desertec hat einen weiteren Rückschlag erhalten. Nachdem vor kurzem Siemens (BSE: SIEMENS.BO - Nachrichten) seinen Ausstieg erklärt hatte, beendete auch das Bosch (BSE: BOSCHL.BO - Nachrichten) -Tochterunternehmen Bosch-Rexroth die Mitarbeit. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stünden alle Mitgliedschaften auf dem Prüfstand, sagte eine Firmensprecherin am Dienstag auf dapd-Anfrage. Das Unternehmen habe im Solarbereich andere Initiativen bevorzugt.

Der Ausstieg ist weniger schmerzlich als der von Siemens, da Bosch ein assoziiertes Mitglied und kein Teilhaber der Desertec Industrie Initiative (Dii) war. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Ein Dii-Sprecher sagte, die Initiative bedauere den Ausstieg von Bosch. Er betonte zugleich, geplante Vorhaben seien nicht gefährdet.

Fehlende politische Einigung und Finanzierungsprobleme bremsen

Das Wüstenstrom-Projekt kommt aufgrund fehlender politischer Einigung in Europa, Finanzierungsproblemen und ungelöster Fragen zum Stromtransport bisher nur schleppend voran. Laut einer im Sommer veröffentlichten Dii-Studie könnten bis 2050 bis zu 20 Prozent des europäischen Strombedarfs aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens kommen. Die damit verbundenen Kosten werden auf mehrere Hundert Milliarden Euro beziffert.

Die Dii setzt derzeit auf Sonnen (OTC BB: SONP.OB - Nachrichten) - und Windenergie-Pilotprojekte in Marokko. Eines davon ist der etwa 600 Millionen Euro teure Bau eines Solarthermieprojekts in Marokko und der Transport (Euronext: IXSTP.NX - Nachrichten) des dort erzeugten Stroms nach Europa. Bei Solarthermie wird von Spiegeln gebündeltes Sonnenlicht zur Stromerzeugung genutzt.

Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zu dem Projekt verzögerte sich jedoch, da die Zustimmung Spaniens bisher aussteht. Das Land hat eine Schlüsselfunktion, da Stromexporte von Marokko durch Spanien fließen müssten.

Relativ unproblematisch verläuft dagegen die Planung für ein 150 Millionen Euro teures Wind- und Sonnenenergieprojekt in Marokko von einem Konsortium (Kuala Lumpur: 4847.KL - Nachrichten) unter Führung des Energiekonzerns RWE. Der Strom aus der 100-Megawatt-Pilotanlage ist jedoch für den heimischen Bedarf in Marokko bestimmt.

dapd

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