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Börsen auf Jahrestiefs: Die Angst vor dem Totalabsturz wächst

Neue Woche, altes Leid: Die Weltbörsen befinden sich immer stärker im Abwärtssog. Die rigide Zinspolitik der US-Notenbank beschleunigt den Ausverkauf. Droht jetzt der totale Crash?

Guest walk on the floor of the New York Stock Exchange (NYSE) in New York City, U.S., September 22, 2022.  REUTERS/Brendan McDermid
Der Abwärtstrend beschleunigt sich weiter an der Wall Street (Foto: REUTERS/Brendan McDermid)

Am Ende kann die Börse so einfach sein, dass sie sich auf eine einfache Formel bringen lässt, die der Grandseigneur der Kapitalmärkte, André Kostolany, einst so formulierte: „Meine einfache Börsenformel lautet: Börsentendenz = Liquidität + Psychologie.“

Beide Variablen könnten in diesen Tagen negativer kaum sein. Die Stimmung befindet sich auf dem Nullpunkt – nicht zuletzt, weil die Zentralbanken gehörig den Sauerstoff aus dem Raum saugen.

Fed dreht wieder an der Zinsschraube

Vor allem die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) zieht die Zügel bei ihrer Geldpolitik immer straffer an. In der vergangenen Woche hob die Fed unter Führung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell bereits zum dritten Mal in Folge die Leitzinsen um gleich 75 Basispunkte auf ein Zinsniveau von nunmehr 3 bis 3,25 Prozent an.

Eine solche Eile hatten die US-Währungshüter seit über 40 Jahren 1980 nicht mehr. Seinerzeit zogen die Zinsen unter Fed-Chef Volcker sogar bis auf ein Niveau von 20 Prozent an, um die Inflation, die seinerzeit 15 Prozent betragen hatte, wieder unter Kontrolle zu bekommen. Zuletzt wurde der US-Verbraucherpreisanstieg bei 8,3 Prozent gemessen.

Finanzprofessor Jeremy Siegel kritisiert Fed

Bei einigen Marktbeobachtern stößt die „hawkishe“ Haltung der Fed auf Kritik. Vor allem der legendäre US-Finanzprofessor Jeremy Siegel rechnete vergangene Woche gnadenlos mit der Geldpolitik der US-Zentralbank ab. „Für mich ergibt das absolut keinen Sinn, (die Anhebungen sind) viel zu eng!“, wetterte Siegel am Freitag im Finanzsender CNBC.

Der Autor des Bestsellers „Aktien für die Ewigkeit“ kritisierte die US-Notenbank vor allem für die laxe Geldpolitik der Coronajahre, die zum Inflationsdruck geführt habe. „Wenn alle Rohstoffe rapide steigen, sagten der Vorsitzende Powell und die Fed: ‚Wir sehen keine Inflation. Wir sehen keine Notwendigkeit, die Zinssätze im Jahr 2022 zu erhöhen.' Jetzt, wo all diese Rohstoff- und Vermögenspreise sinken, sagt er: „Hartnäckige Inflation, die von der Fed verlangt, bis 2023 straff zu bleiben“, rechnet der 74-Jährige mit der Fed ab.

Technologieaktien leiden weiter

An der Wall Street und dem Rest der Weltbörsen wird der Abwärtsdruck unterdessen immer größer, zumal Jerome Powell kein Ende der Zinsanhebungen signalisiert. Wie schon in der Vorwoche mussten die US-Leitindizes schwere Verluste hinnehmen.

Während der Dow Jones um vier Prozent nachgab, brachen der marktbreite S&P 500 und die Techbörse Nasdaq um fünf Prozent ein. Vor allem Technologieaktien kamen erneut unter den Hammer. Die einstigen Big Tech-Stars Microsoft, Alphabet und Facebook-Mutter Meta stürzten allesamt auf neue Jahrestiefstände.

Charttechnischer Schaden immer größer

Vor allem charttechnisch hat sich das Gesamtbild immer weiter eingetrübt. Durch das erneute Abrutschen bis auf wenige Punkte vor den Juni-Tiefs befinden sich der S&P bei unter 3700 Zählern und der Nasdaq Composite bei unter 11.000 Punkten an der Abbruchkante der Aufwärtslinie des 14-jährigen Bullenmarktes.

Jenseits des Atlantiks ist der Schaden unterdessen bereits größer. Der Dax verlor in der letzten Handelswoche mehr als 500 Punkte an Wert und hat damit die bisherigen Jahrestiefs bei 12.400 Punkten deutlich nach unten durchbrochen. Gelingt in den nächsten Handelstagen keine Trendumkehr, dürften zumindest bei Charttechnikern die Alarmsignale noch greller aufleuchten.

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