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Bonita Grupp hat keine Angst, Trigema zu übernehmen – doch die Führungsfrage im Familienunternehmen ist noch nicht geklärt

·Lesedauer: 3 Min.
Bonita Grupp.
Bonita Grupp.

Wer übernimmt den Bekleidungshersteller Trigema, wenn Firmenchef Wolfgang Grupp einmal in den Ruhestand geht? Seine 31-jährige Tochter Bonita? Oder der zwei Jahre jüngere Wolfgang Grupp junior? Die Führungsfrage in einem der traditionsreichsten Familienunternehmen Deutschlands ist noch immer nicht geklärt. Doch eine Entscheidung dürfte immer näher rücken, denn der Firmenpatriarch feierte vor kurzem seinen 79. Geburtstag. Grupp macht kein Geheimnis daraus, dass es nur einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin geben kann.

„Welches [Kind] das weiß ich noch nicht. Das kommt darauf an, welche Partner sie finden, wen sie heiraten und wie sie das Leben zukünftig gestalten“, antwortete er in einem Videobeitrag des „SWR“.

Der "Süddeutschen Zeitung" gab Bonita Grupp nun ein Interview, in dem es um ihre Rolle im Familienunternehmen geht, aber auch wie es ist, unter Wolfgang Grupp aufzuwachsen, der mit seinen starken Meinungen nicht gerade hinter dem Berg hält. „Mein Bruder und ich sind damit aufgewachsen, wir stehen voll hinter ihm“, sagt die 31-Jährige, die bei Trigema die Bereiche Personal sowie das Online-Geschäft verantwortet. Die Kinder hätten sich seinen Meinungen und den Themen im Unternehmen angepasst.

"Ich wollte schon immer in die Firma"

Auf den Firmeneinstieg wurden beide Kinder bereits früh vorbereitet. Nach der fünften Klasse gingen beide auf ein englisches Internat in der Schweiz. Anschließend hat Bonita in London studiert, erst am King's College, danach an der London School of Economics (LSE). Die Zeit im Internat habe sie und ihren Bruder noch enger zusammengeschweißt, erzählt Bonita Grupp in der SZ. „Wir mussten uns da durchbeißen.“

Auf die Frage, wann für sie klar war, dass Sie ins Unternehmen will, antwortet sie: „Ich wollte schon immer in die Firma. Die Frage war nur, wann genau ich einsteige.“ Als sich dann die Möglichkeit ergab, bei Trigema im Bereich E-Commerce eine Stelle zu besetzen, sei die Entscheidung für sie schnell gefallen.

Auch Bonita Grupp sagt, dass die Führungsfrage noch nicht entschieden sei. „Wir lassen uns da keinen Druck machen, wir sind ein gutes Team. Es gibt auch niemanden, der uns sagt, ihr müsst das jetzt so und so machen“, sagt sie gegenüber der SZ. Jedes Kind sei dabei klar einem Unternehmensbereich zugeordnet, ihr Bruder kümmere sich um Geschäftskunden und Digitalisierung. „Unserem Vater ist es wichtig, dass sich jedes Familienmitglied um einen Vertriebskanal kümmert.“

Streit wolle die Familie vermeiden

Kommt es bei so einer Konkurrenzsituation nicht auch zu Streit in der Familie? Das wolle die Familie vermeiden, so Grupp gegenüber der SZ, denn der Kreis der Gesellschafter solle klein bleiben. „Man sieht ja in anderen Familienunternehmen, wie schwierig es werden kann, wenn mehrere Gesellschafter mitbestimmen und sich dann in die Haare geraten. In der nächsten Generation wird das Problem oft noch größer.“ Diese Entscheidung und Angt vor Streit unter den Gesellschaftern ist auch historisch bedingt: Wolfgang Grupps Großvater hat Trigema gegründet und später seine zwei Töchter als Gesellschafterinnen eingesetzt, Grupps Vater führte die Geschäfte. „Der Gesellschafterkreis ist gewachsen, und es gab Differenzen. Mein Vater hat das dann alles wieder in eine Hand geführt“, erzählt die Anwärterin auf die Firmennachfolge.

Angst vor dem Chefposten habe sie dagegen nicht. „Aber mir ist klar, wie viel Verantwortung damit verbunden ist.“ Die Modebranche in Europa ist auch aufgrund der Corona-Pandemie stark angeschlagen, deshalb müsse sich das Unternehmen immer wieder neu erfinden und anpassen. Der Produktionsstandort Deutschland solle jedoch bleiben, ebenso das Grupp-Mindest: „Meinem Bruder und mir ist es wichtig, wer auch immer die Firma fortführt, dass wir am Standort und unseren Werten festhalten.“

sg

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