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Erste Medaillen - und Boll steigert sich

Erste Medaillen - und Boll steigert sich
Erste Medaillen - und Boll steigert sich

Eine rechtzeitige Steigerung von Rekordchampion Timo Boll und die ersten Medaillen für das deutsche Tischtennis-Team bei der EM in München durch ein Damen-Trio im Einzel lassen die Gastgeber auf ein glanzvolles Schlusswochenende hoffen.

Den Team-Europameisterinnen Sabine Winter und Nina Mittelham sowie der Vorjahres-Zweiten Shan Xiaona ist Bronze durch ihre Halbfinaleinzüge mindestens sicher. Altmeister Boll und Co. haben am Samstag im Herren-Viertelfinale zwei weitere Chancen auf Edelmetall.

Boll unterstrich nach seinem Auftaktthriller durch makellose Erfolge gegen Lubomir Jancarik (Tschechien) und Wang Yang (Slowakei) im Eilzugtempo Ambitionen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. "Ich war viel ballsicherer und präziser. Ich habe sogar Spielfreude aufblitzen lassen. Das war nicht mehr nur Kampf und Krampf", meinte der Düsseldorfer schon nach seinem Achtelfinaleinzug.

Nach Problemen durch Spätfolgen eines Rippenbruchs machte der Linkshänder angesichts seiner Fortschritte im ZDF vor dem deutschen Duell um eine Medaille mit Dang Qiu seinen Anspruch klar: „Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr wie früher, das hohe Niveau zu erreichen. Aber ich bin heiß und bereit.“

Dang, erster deutscher Nationalspieler mit der Penholder-Griffhaltung aus der Heimat seiner chinesischen Eltern, blickte seinem zweiten teaminternen EM-Match in Folge nach dem 4:1 im Achtelfinale gegen Benedikt Duda (Bergneustadt) fast ehrfürchtig entgegen: "Timo ist achtmaliger Europameister, und die EM ist sein Haus- und Hofturnier - ich  muss das beste Tischtennis meines Lebens spielen."

Wie Boll und Dang braucht auch der frühere Russland-Legionär Dimitrij Ovtcharov (Neu-Ulm) in der Runde der besten Acht nur noch einen Sieg gegen Doppel-Welt- und Europameister Kristian Karlsson (Schweden) für den Sprung auf das Podium. Dagegen platzten außer für Duda auch für Patrick Franziska (Saarbrücken) im Achtelfinale die Medaillenträume.

Dagegen erfüllten sich für Shan (Berlin) sowie die Sportsoldatinnen Winter (Schwabhausen) und Mittelham (Willich) die Hoffnungen auf einen Podestplatz. Winter fühlte bei aller Freude über ihre erste EM-Einzelmedaille mit ihrer favorisiert gewesenen Teamkollegin Han Ying: Die Top-10-Spielerin hatte im direkten Achtelfinalduell wegen einer Lendenwirbelverletzung nach dem ersten Ballwechsel aufgeben müssen. „Es tut mir leid für Ying“, sagte die Bayerin, ich hätte lieber etwas dafür getan zu gewinnen.“