Suchen Sie eine neue Position?

Boeings Dreamliner nach Pannenserie auf dem Prüfstand

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
BA149,60-2,37

Washington (dapd). Das modernste Modell des Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Rivalen Boeing, der sogenannte Dreamliner, muss nach der jüngsten Pannenserie auf den Prüfstand. Die US-Luftfahrtbehörde FAA ordnete am Freitag an, alle kritischen Systeme der Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) 787 unter die Lupe zu nehmen. Nach ersten Erkenntnissen deute aber nichts in den gesichteten Daten darauf hin, dass die Maschine unsicher sei, sagte FAA-Chef Michael Huerta. Dennoch zeigte er sich besorgt über die Zwischenfälle wie ein Treibstoffleck und einen Batteriebrand, die diese Woche für Schlagzeilen sorgten.

Überprüft werden sollen das Design, die Fertigung und die Montage der betreffenden Systeme, wie die Behörde erklärte. Der erst 2011 in Dienst gestellte Dreamliner setzt stärker als andere moderne Linienmaschinen auf elektronische Steuerung, ist aus besonders leichtem Werkstoffen konstruiert, daher spritsparend und hat als erstes Boeing-Modell wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien.

Ein Unternehmenssprecher versicherte, Boeing kooperiere mit der FAA und habe absolutes Vertrauen in die Sicherheit und Zuverlässigkeit der 787. In Zusammenarbeit mit der Behörde und den Kunden werde den Anfangsschwierigkeiten auf den Grund gegangen.

Ähnliche Anlaufschwierigkeiten wie mit der Boeing 777

Schon 2012 waren mehrmals technische Probleme beim Dreamliner gemeldet worden. Diese Woche berichtete dann die japanische Fluglinie All Nippon Airways (ANA) von Zwischenfällen: Am Montag geriet in einer leeren Maschine auf dem Rollfeld des Flughafens von Boston eine Reservebatterie in Brand. Tags darauf verzögerte ein Treibstoffleck den Start einer anderen 787. Am Freitag meldete ANA dann den Austritt einer kleinen Menge Öl bei einer Maschine und eine gesprungene Cockpitscheibe bei einer anderen in Japan.

Die Probleme bei der 787 sind nach Darstellung von Boeing nicht schlimmer als die Kinderkrankheiten der 777 Mitte der 90er Jahre. Und dieser Typ ist inzwischen ein Verkaufsschlager. Von den mittelgroßen Dreamlinern hat Boeing seit Ende 2011 bereits 50 Stück ausgeliefert, fast 800 weitere sind bestellt. Um den Nachfragestau abzubauen, will das Unternehmen die Fertigung bis Ende des Jahres von derzeit fünf auf zehn Maschinen im Monat ausbauen.

© 2013 AP. All rights reserved