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Boeing erhält bei Trump-Besuch Milliarden-Aufträge aus Vietnam


US-Präsident Donald Trump will sich am Mittwoch in Vietnam mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un treffen. Doch sein Besuch in Hanoi hat auch wirtschaftliche Aspekte: Am Rande eines Treffens von Trump mit seinem vietnamesischen Amtskollege Nguyen Phu Trong unterzeichneten vietnamesische Airlines Aufträge für 110 Jets des Flugzeugbauers Boeing.

Die Fluglinie Vietjet kauft dabei 100 Boeing 737 Max. Vietjet und Boeing hatten bereits im Juli eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Den Angaben von damals zufolge haben die Flugzeuge einen Listenpreis von mehr als 12,7 Milliarden Dollar (nach heutigem Kurs rund 11,2 Milliarden Euro).

Boeing hatte im Juli mitgeteilt, mit dem Kauf werde Vietjet seine Flotte an Boeing 737 Max verdoppeln. Erst im Jahr 2016 hatte Vietjet 100 Flugzeuge dieses Typs gekauft. Vietjet ist die erste Fluglinie in Vietnam in Privatbesitz und der erste Billigflieger des Landes.

Vietjet beauftragte auch den US-Konzern General Electric mit der Wartung von 200 georderten Boeing-Fliegern. Die Fluggesellschaft Bamboo Airlines kauft zehn Dreamliner 787-9 von Boeing zu einem Listenpreis von etwa 3 Milliarden Dollar.

Zusätzlich bestellte die staatliche Fluggesellschaft Vietnam Airlines Dienstleistungen und Technologie des US-Unternehmens Sabre Corporation im Wert von 100 Millionen Dollar. Die Abkommen hätten ein Gesamtvolumen von mehr als 21 Milliarden Dollar, so die US-Regierung.

Trump hatte die Unterzeichnung mehrerer Handelsabkommen am Mittwoch angekündigt. Zuvor hatte er auf Twitter die Entwicklung Vietnams gelobt. Auch Nordkorea könne so gedeihen, wenn es atomar abrüste, erklärte der US-Präsident. Sein erstes Treffen mit Kim bei dem zweiten Gipfel der beiden Männer war für den Abend (Ortszeit) angesetzt. Weitere Gespräche sollen am Donnerstag folgen.


Bei ihrem ersten Gipfel vor acht Monaten in Singapur hatten Trump und Kim die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel als Ziel vereinbart. Konkrete Ergebnisse haben die Gespräche beider Seiten seitdem nicht erbracht. Trump hat zuletzt die Erwartungen an das neue Treffen gedämpft.

Vietnamesische Airlines expandieren derzeit rasant. Aufgrund der steigenden Wirtschaftsleistung können sich viele Menschen in der Region erstmals Flugreisen leisten. Zudem haben die US-Behörden im Januar das nationale Luftsicherheitssystem Vietnams für gut befunden. Daher können die Airlines des Landes künftig Direktverbindungen in die USA und Codeshare-Flüge mit amerikanischen Fluglinien aufnehmen.

Airlines aus Vietnam haben nach Daten von Flight Global derzeit nur 187 Flugzeuge in Betrieb. Weitere 245 Jets sind aber bestellt.