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Boeing darf umstrittenen Dreamliner nach Pannen testen

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Berlin (dapd). Der US-Flugzeugkonzern Boeing darf seinen Dreamliner wieder in die Luft schicken: Drei Wochen nach Verhängung eines Startverbots für das Pannen-Flugzeug 787 hat das Unternehmen eine offizielle Sondergenehmigung für Testflüge über unbewohntem Gebiet bekommen. Ziel sei es, weitere Informationen über die Probleme mit den Lithium-Ionen-Batterien zu sammeln, teilte die US-Luftfahrtbehörde FAA in einer Mitteilung vom Donnerstag mit. Die Besatzung müsse aus diesem Grund während des Flugs ständig die Batteriefunktionen überwachen.

In zwei Fällen waren in den vergangenen Wochen neuartige Lithium-Ionen-Batterien in dem Flugzeug in Brand geraten: Anfang Januar fing eine Batterie an Bord eines Dreamliners auf dem Flughafen von Boston Feuer. Eine Woche später musste eine weitere 787 in Japan wegen Rauchs aus der überhitzten Batterie notlanden. Kurz danach wurden die 50 bislang ausgelieferten Maschinen weltweit mit einem Startverbot belegt.

Flugsicherheit will weitere Tests

Die US-Behörde für Flugsicherheit (NTSB) hatte infolge ihrer Tests die Lithium-Ionen-Batterien als Problemherd ausgemacht, teilte aber am Donnerstag mit, dass es noch zu keinem abschließenden Untersuchungsergebnis gekommen sei. Es werde weiter untersucht, wie es zu dem Kurzschluss kommen konnte, sagte die NTSB-Vorsitzende Deborah Hersman. Dabei müssten nun auch die Ladefunktion und der vollständige Herstellungsprozess der Batterie auf den Prüfstand.

Hersman bemängelte, dass die Risikoeinschätzung der Fluggesellschaft Boeing sich als falsch herausgestellt habe. Während der Zulassung der Batterie hatte der Konzern eine Kurzschluss-Wahrscheinlichkeit von eins zu zehn Millionen Flugstunden genannt. Nachdem es nun zwei Vorkommnisse bei weniger als 100.000 Flugstunden gegeben habe, müsse diese Bewertung der Fluggesellschaft gründlich überprüft werden, erklärte Hersman. Ein detaillierter Bericht der Untersuchungen werde in 30 Tagen veröffentlicht. Nichtsdestotrotz liege die Entscheidung, die Maschinen wieder in Betrieb zu nehmen, ausschließlich bei der FAA, betonte Hersman.

Unterdessen zitiert das Nachrichtenmagazin "Spiegel" aus einem Bericht der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) aus Köln. Die EASA attestierte den Batterien demnach einen "Mangel an Reife".

Wall Street ist optimistisch

An der Wall Street wurde der Testflug offenbar als Zeichen gewertet, dass die Dreamliner bald wieder den Flugverkehr aufnehmen werden: Die Aktie Boeings legte um drei Prozent zu. Falls die FAA jedoch in der Tat die Zertifizierung der Batterien infrage stellt, ist jedoch mit Blick auf 787 mit weiteren Flugverzögerungen zu rechnen. Im schlimmsten Fall müsste das Unternehmen die Batterien neu entwickeln. Vorerst hielt sich die Behörde jedoch bedeckt. "Die Testflüge sind ein wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten und die Maschinen wieder zum Einsatz zu bringen", erklärte die FAA.

Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) selbst zeigt sich in einer Erklärung erleichtert, dass sich das Problem ausschließlich auf die Batterien und nicht die gesamte Elektrik oder andere Teile zurückführen ließ. "Boeing ist mit den Fortschritten der NTSB sehr zufrieden. Insbesondere, da die NTSB festgestellt hat, dass das Problem auf die Batterien beschränkt ist", hieß es in einer Firmenmitteilung. Boeing werde weiter mit beiden Behörden zusammenarbeiten, um eine sichere Lösung zu finden.

dapd

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