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Wie sich BMW auf den Brexit vorbereitet

Fasse, Markus
·Lesedauer: 2 Min.

Zwei von drei BMW-Konzernmarken haben ihren Sitz auf der britischen Insel. Der Autobauer prüft eine Verlagerung auf Standorte in Kontinentaleuropa.

Kaum ein deutsches Unternehmen wäre von einem harten Brexit so betroffen wie BMW. Mit Mini und Rolls-Royce haben zwei von drei Konzernmarken ihren Sitzen auf der Insel. Seit der Jahrtausendwende haben die Münchener rund elf Milliarden Pfund in ihre britischen Töchter investiert.

Tritt Großbritannien am 1.Januar ohne Handelsabkommen aus, wäre das für BMW ein harter Schlag. „Das kostet uns pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag, darauf werden wir reagieren müssen“, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter Mitte Dezember. Noch hoffen die BMW-Manager auf eine Einigung in letzter Minute, doch die Alternativen liegen in der Schublade.

Die Zollformalitäten und mögliche Lieferengpässe hätte BMW im Griff, heißt es in München. Mehrfach hatte man sich auf einen „No-Deal“ Brexit vorbereitet. Und auch dieses Mal sind die Lager gut gefüllt. Doch auf lange Sicht wäre der Austritt ohne ohne Handelsabkommen ein Desaster: BMW müsste zehn Prozent Einfuhrzoll für den Export der Kleinwagen in die EU berappen.

Man werde beim Mini die Preise erhöhen müssen, sagt Peter. Mittel- und langfristig wären die Fabriken in Oxford und Hams Hall kaum wettbewerbsfähig gegenüber den europäischen Konzernstandorten.

Verlagerung der Produktion auf andere Werke

„Wir sind beim Mini flexibel“, sagt Peter. Vorerst dürfte die Produktion in Oxford weiterlaufen, doch die Kapazitäten werden Stück für Stück auf andere Werke verlagert. Ein Teil der Mini-Produktion wird heute bereits von dem niederländischen Auftragsfertiger Nedcar in Born montiert.

Ab 2024 wird der Mini Countryman sächsisch und mit der 1er-Reihe im Werk Leipzig auf dem gleichen Band gebaut. Das ist möglich, weil BMW seine Kompaktreihe auf die gleiche technische Plattform wie den Mini stellt.

Neben Leipzig könnte auch das Werk Regensburg Mini-Modelle aufnehmen. Da beide Werke neben Verbrennern dann auch Elektroautos bauen können, können theoretisch dann sämtliche Minis in Deutschland gefertigt werden.

Auch in Asien braucht man die Exporte aus Großbritannien bald nicht mehr. 2019 vereinbarte BMW mit Great Wall den Aufbau eines Joint Ventures zum Aufbau einer Produktion in China, die 2022 ihren Betrieb aufnehmen soll.