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BMW-Aktie: Besser als Tesla?!

Die Automobilwelt, in der ein Start-up wie Tesla (WKN: A1CX3T) zusehends die Spielregeln bestimmt, hat es in Zeiten einer schwächelnden Konjunktur nicht leicht. Auch belasten Lieferengpässe sowie die Kosteninflation.

Das alles hinterließ bei dem dominierenden Hersteller der E-Mobilität, Tesla, im vierten Quartal 2022 leichte Bremsspuren. Trotz allem verkündete das in Austin (Texas, USA) ansässige Unternehmen weiterhin solide steigende Produktions- sowie auch Auslieferungszahlen.

Analysten und Investoren waren diese zuletzt jedoch nicht hoch genug. Die Stückzahl der ausgelieferten Fahrzeuge belief sich im vierten Quartal 2022 auf insgesamt 405.278. Im Vergleich zu den 308.600 aus dem vierten Quartal 2021 entspricht dies einem Wachstum von 31 % – zu wenig für ein Unternehmen, das zuvor mit mehr als 40 % Zuwachs glänzte.

Nun kam auch der deutsche Rivale BMW (WKN: 519000) mit aktuellen Verkaufszahlen heraus. Und diese sahen deutlich schlechter aus als bei Tesla. Im Gegensatz zur Tesla-Aktie sprang der Aktienkurs bei der BMW Group jedoch um knapp 2 % in die Höhe. Werfen wir mal einen kurzen Blick auf die Verkaufszahlen von BMW und was die Investoren so optimistisch stimmte.

Rückläufige Verkaufszahlen kein Beinbruch

Konkret nannte das Unternehmen einen Absatz von 2,4 Millionen Autos im Gesamtjahr 2022. Und das wären im Vergleich zum Vorjahr rund 100.000 Stück weniger. Relativ gesehen handelt es sich somit um einen Absatzrückgang von 4 %.

Positiv sei aber anzumerken, dass sich der Absatz der vollelektronischen Automobile bei BMW und Mini verdoppelt hat. Er liegt mit einem Anteil an der verkauften Fahrzeugflotte von rund 10 % jedoch noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Besserung ist hier in Sicht. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2023 wird ein Ziel von 15 % anvisiert.

Das alles soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass BMW noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen hat, um den aufstrebenden E-Auto-Herstellern die Stirn zu bieten.

Tesla sprintet mit großen Schritten

Tesla hat im letzten Jahr 2022 schon 1,4 Millionen vollelektronische Automobile hergestellt. Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis Tesla einen großen Rivalen im Premiumbereich überholt hat.

Aktientechnisch scheinen derweil die Premium-Autobauer einen Vorteil zu besitzen, auch wenn ihr Geschäftsmodell gegenüber Tesla Schwächen besitzt und sie aus der Defensive heraus agieren müssen.

Günstige Bewertung wohl das stärkste Argument

Das stärkste Argument für die Aktien der etablierten Automobilhersteller ist wahrscheinlich die durchweg günstige Bewertung. Sie dürfte schon sehr viele Risiken einpreisen.

Tesla-Aktien werden nach wie vor auf einem hohen Niveau gehandelt. Genau das wird den Amerikaner aktuell zum Verhängnis.

Aber kommen wir zurück zu den Verkaufszahlen von BMW. Im Grunde sehen sie gar nicht mal so schlecht aus, denn im letzten Jahr gab es einige Probleme. 

Der Halbleiter-Mangel, Corona-Lockdowns in China, eine starke Inflation und der Krieg in Europa sind nur einige von ihnen. Insofern kann man die aktuellen Absatzzahlen durchaus als solide bezeichnen.

Für mich bleibt die BMW-Aktie somit ein zweischneidiges Schwert. Das größte Argument für mich ist nach wie vor die günstige Bewertung sowie die starke Marke und Marktpositionierung der Münchener. Sie sind schließlich noch vor Mercedes-Benz die weltweite Nummer eins im Premiumsegment.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von BMW. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.

Motley Fool Deutschland 2023