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Blackrock verwaltet eine Billion Dollar mehr

·Lesedauer: 2 Min.

Die Kursgewinne an den Finanzmärkten sorgen für neue Rekorde beim weltgrößten Vermögensverwalter. Firmenchef Larry Fink sorgt sich um die Demokratie.

Der größte Vermögensverwalter der Welt hat mitten in der Coronakrise deutlich zugelegt und von den höheren Kursen an vielen Finanzmärkten profitiert. Blackrock konnte bei den „Assets under Management“ im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 17 Prozent oder rund 1,2 Billionen Dollar auf zuletzt 8,67 Billionen Dollar verbuchen.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, summierten sich die Netto-Mittelzuflüsse auf 391 Milliarden Dollar. Die Kunden hätten die gesamte Produktpalette nachgefragt, allein die ETF-Familie iShares verbuchte unter dem Strich Zuflüsse von 185 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn für das Gesamtjahr stieg auf bereinigter Basis um ebenfalls 17 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Blackrock-Chef Larry Fink hat in der Vergangenheit immer wieder gesellschaftliche und ökologische Themen aufgegriffen. Diese Mal sagte er in einem Interview, die neue US-Regierung unter Präsident Joe Biden müsse die Menschen wieder zusammenbringen. Den Sturm von Anhängern des scheidenden Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol verurteilte Fink als „Anschlag auf die Demokratie“, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Für das laufende Jahr sagte Fink eine Aufwärtsbewegung an den Märkten voraus, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Impfkampagnen greifen. Wer 2020 Aktien von Blackrock besaß, der konnte sich über einen Kursgewinn von 44 Prozent freuen, am Donnerstag gab das Papier aber nach.

Blackrock-Chef Fink hat sich auch für die Verringerung von Treibhausgasen und andere ökologische Ziele stark gemacht von Treibhausgasen und andere ökologische Ziele starkgemacht. Vor Kurzem gab es aber auch Kritik von Nichtregierungsorganisationen am Vermögensverwalter.

Die Analyse der französischen Organisation Reclaim Finance und der deutschen Organisation Urgewald kommt zu dem Ergebnis, dass Blackrocks Richtlinie von Januar 2020 nur 17 Prozent der globalen Kohleindustrie ausschließe. Ein Jahr nach der Ankündigung, nicht mehr in Firmen mit „hohem Risiko in Sachen Nachhaltigkeit“ zu investieren und Produzenten von Kraftwerkskohle Kapital zu entziehen, halte Blackrock weiterhin Anteile an Kohlefirmen im Wert von mindestens 85 Milliarden Dollar, heißt es in einer Mitteilung der NGOs.

Im März vergangenen Jahres waren die Nettomittelzuflüsse in der gesamten Branche zwar deutlich gesunken, haben sich seitdem aber extrem schnell wieder erholt. „Die Erträge dürften also tangiert, aber nicht wirklich signifikant negativ betroffen worden sein“, sagt Carsten Wittrock, Experte für das Asset-Management bei der Unternehmensberatung ZEB.

Die zuletzt in der gesamten Branche hohen Kosten werden wohl konstant bleiben oder leicht steigen. Viele Probleme der Wettbewerber hat Blackrock allerdings nicht: Seine schiere Größe lässt den Vermögensverwalter in einer eigenen Liga spielen. Allein im vierten Quartal 2020 erwirtschaftete Blackrock nach Angaben vom Donnerstag einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar.