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Bitkom-Umfrage: Schüler wünschen sich digitale Schulen

Schüler wünschen sich einer Umfrage zufolge digitale Schulen. Jeder zweite der 503 vom Digitalverband Bitkom befragten Schüler zwischen 14 und 19 Jahren will im Unterricht digitale Medien statt Schulbücher nutzen, wie Bitkom am Donnerstag mitteilte. 83 Prozent der Befragten sehen demnach in der Digitalisierung eine Chance für die Schulen.

Investitionen in digitale Technologien sind für die Schüler wichtiger als andere Herausforderungen. 59 Prozent sehen den fehlenden Einsatz digitaler Medien als das dringlichste Problem an ihrer Schule an. Mehr als die Hälfte beklagt eine schlechte technische Ausstattung. Erst danach folgen Probleme wie Unterrichtsausfall mit 42 Prozent und überfüllte Klassen mit 38 Prozent.

"Für die Schüler steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die starke Nachfrage nach digitalen Technologien, digitalen Konzepten und digitalen Inhalten ist ein Auftrag, den alle Schulen annehmen müssen."

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), erklärte, digitale Bildung umfasse mehr als nur neue technische Möglichkeiten. Sie sei "ein pädagogischer und didaktischer Auftrag an das Lernen und Lehren in einer zunehmend digitalisierten Welt". Diesen Auftrag nähmen die Schulen an, dennoch gebe es "noch viel Luft nach oben". Alle Länder arbeiteten daran, besser zu werden.

58 Prozent der befragten Schüler haben den Eindruck, dass ihre Lehrer digitalen Medien überwiegend positiv gegenüber stehen. Nur sieben Prozent denken, dass ein Großteil ihrer Lehrer digitale Medien grundsätzlich kritisch sieht. Obwohl 93 Prozent der befragten Schüler der Meinung sind, dass digitale Medien den Unterricht interessanter machen, urteilen 51 Prozent, dass ihre Lehrer keine Lust haben, diese einzusetzen.

73 Prozent sehen den Vorteil, dass durch den Einsatz digitaler Medien besser auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Schüler eingegangen werden kann. 60 Prozent sagen von sich, Lehrinhalte durch digitale Medien besser und schneller zu verstehen. 85 Prozent meinen, jeder Schüler sollte einen Laptop oder ein Tablet zur Verfügung gestellt bekommen.

Schüler interessieren ich bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen im Unterricht der Studie zufolge insbesondere für rechtliche Grundlagen wie das Urheberrecht. Dies gaben 74 Prozent an. Zwei Drittel wollen mehr zum richtigen Verhalten in Chats erfahren.

Nahezu jeder Schüler recherchiert online für Hausaufgaben. Wenn es um den Wahrheitsgehalt von Informationen geht, vertrauen die Schüler Onlineenzyklopädien wie Wikipedia mit 76 Prozent am meisten. Überwiegend vertrauenswürdig sind für Schüler auch Suchmaschinenergebnisse mit 63 Prozent und soziale Netzwerke beziehungsweise Messenger mit 58 Prozent. Nur 19 Prozent vertrauen Influencern.