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Bitcoin: Der Wahnsinn hat ein neues Gesicht

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.
Bitcoin
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Der Bitcoin hat vor allem in den letzten Monaten einen beeindruckenden Wertanstieg erlebt. Auf dem Höhepunkt des Bitcoin-Hypes kostete eine digitale Münze über 33.000 Euro. Zuletzt hatte sich der Bitcoin-Kurs wieder etwas beruhigt und ein Stück kostete etwa 25.000 Euro. Nun beflügelt die Aktion einer Person den Kurs erneut und gibt dem Bitcoin-Wahnsinn ein neues Gesicht. Dabei handelt es sich um niemand Geringeren als Elon Musk, der immer wieder damit auffällt, durch seine Handlungen auf Twitter für Bewegung an den Kapitalmärkten zu sorgen.

Bitcoin: Sieben teure Buchstaben

Hin und wieder tweetet Elon Musk über bestimmte Unternehmen, die dann üblicherweise (sofern börsennotiert) im Kurs steigen. Manchmal sind es auch nur bestimmte Begriffe, die er verwendet, die anschließend von seiner Community auf ein Unternehmen bezogen werden. Auch hier verzeichnet man oft infolgedessen Kurssteigerungen.

Dieses Mal musste Elon Musk noch nicht einmal einen Tweet erstellen, um den Kurs von Bitcoin kurzzeitig explodieren zu lassen. Er änderte lediglich seine Profilbeschreibung zu „#bitcoin“. Offenbar entstand dadurch eine virale Wirkung, die für ordentlich Nachfrage nach der digitalen Währung sorgte. Die Nachfrage war anscheinend so groß, dass ein Bitcoin sich gleich um mehrere Tausend Euro verteuerte.

Mit über 44 Mio. Followern hat Elon Musk mittlerweile allein auf Twitter eine enorme Reichweite. Zuletzt tweetete er „Gamestonk!!“ und verlinkte dabei zur Reddit-Forumcommunity „Wallstreetbets“. Auch diese Äußerung auf der sozialen Plattform hatte offenbar enorme Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. In diesem Fall auf die Aktie von Gamestop, die zum Spielball von Hedgefonds und jungen Anlegern aus Reddit-Kreisen geworden ist. Unter Reddit-Nutzern wird Elon liebevoll „Papa Musk“ genannt.

Unruhige Zeiten an den Börsen

Meiner Meinung nach erleben wir gegenwärtig unruhige Zeiten an den Börsen. Viele Aktien sind seit der Corona-Baisse im März 2020 stark gestiegen und werden zu teils sehr hohen Bewertungen gehandelt. Ebenso schockiert es gewissermaßen, wie bestimmte Aktien, zum Beispiel Gamestop, mehr oder weniger ohne Sinn und Verstand im Kurs hochgeprügelt werden. Das hat in meinen Augen nichts mehr mit echter Geldanlage zu tun.

Hinzu kommt, dass es heutzutage an den Kapitalmärkten ausreicht, wenn eine prominente Person wie Elon Musk einen Tweet absetzt, um große Kursschwankungen zu verursachen. Zwar handelt es sich dabei nicht um Anlageempfehlungen, dennoch werden dadurch Unsummen an Geld im Handel freigesetzt. Die jüngste Kursrallye des Bitcoins unterstreicht das einmal mehr.

Als unternehmensorientierter und langfristig denkender Anleger kann man nur an der Seitenlinie abwarten, wohin das führt. Ich persönlich finde, dass diese Dekadenz an den Finanzmärkten irgendwann ein Ende haben muss. Und wenn es irgendwann kracht, kann man als cleverer Anleger dann die Scherben aufsammeln.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien oder Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Twitter.

Motley Fool Deutschland 2021