Deutsche Märkte geschlossen

Bitcoin und traditionelle Märkte – Bärenmarkt seit August kompensiert

Dr. Philipp Giese

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant zu sehen, ob und wie stark Bitcoin zu traditionellen Märkten gekoppelt ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein. Sie sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und Dax sowie auf Öl und Gold.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

In der letzten Woche haben wir begonnen, die Korrelationen der Top 10 untereinander etwas anzuschauen. Seitdem hat sich die Besetzung der Top 10 etwas geändert, vor allem ist Bitcoin SV bis auf Platz acht angestiegen. Das Gros der Kryptowährungen weist untereinander eine hohe Kopplung auf. Die einzigen zwei Ausnahmen sind Binance Coin und Bitcoin SV, welche sich stark anders als der Rest der Kryptowährungen verhalten haben:

 

Kommen wir zum Vergleich zwischen Bitcoin und den traditionellen Märkten: Bezüglich Bitcoin ist die Situation der letzten Woche recht ähnlich. Zu den drei Indizes S&P 500, DAX und Nikkei besteht eine negative Kopplung, zu Gold eine positive und von Öl scheint Bitcoin aktuell fast entkoppelt. Jenseits von Bitcoin fällt die starke Antikorrelation zwischen Gold und dem Nikkei-Index auf:

Wie ausgedrückt ist die Situation fast mit der letzten Woche identisch. Die Korrelation zu Gold stieg leicht an, ansonsten blieben die Kopplungen zu den Vergleichsassets fast gleich zur letzten Woche:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten bei 17 Prozent. Nur Gold ist mit 15 Prozent ähnlich entkoppelt zu den anderen Vergleichsassets. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen erhält man eine negative Korrelation von sieben Prozent. Sowohl Gold als auch der Nikkei-Index sind von den übrigen Märkten stärker entkoppelt: Gold weist eine negative Korrelation von vier Prozent auf, während der Nikkei-Index eine von lediglich einem Prozent vorweisen kann.

Bezüglich der Volatilität hat sich die Situation im Vergleich zur Vorwoche kaum geändert. Sie steht weiterhin über vier Prozent. Interessant ist, dass seit Anfang Mai die Volatilitäten auch vom DAX, vom S&P 500 und insbesondere von Öl anstiegen sind. Für Öl liegt sie inzwischen bei knapp zwei Prozent:

Bitcoin aus dem Jahresendtief geklettert

Wir kennen das Bild: die Performance Bitcoins liegt souverän über der der Vergleichsassets. Außer Gold liegt diese für alle Vergleichsassets im negativen Bereich. Besonders schlimm ist es bei Öl, dessen mittlere tägliche Performance bei 0,5 Prozent liegt:

Entsprechend ist Bitcoin seit Anfang 2019 das mit großem Abstand am besten performende Asset. Anders als die Vergleichsassets kann die Performance Bitcoins seit Anfang Mai ein Steigen vorweisen. Im Fall von Gold blieb diese knapp bei neun Prozent, während die Performance aller Vergleichsassets seit Mitte April am Fallen ist:

In der letzten Woche haben wir betrachtet, ob die Performance Bitcoins die dramatische Entwicklung nach dem Crash von Mitte November 2018 wieder gutmachen konnte. Wie steht es mit vorherigen Hochs? Um das zu überprüfen, erweitern wir unseren Blick und schauen auf die Zeit seit dem ersten August 2018. Tatsächlich: Die kumulierte Performance Bitcoins übersteigt selbst dann die der Vergleichsassets, wenn wir die Kursentwicklungen seit Anfang August 2018 berücksichtigen. Hätte man mit fast allen Vergleichen durch ein Investment am 1. August Verluste gemacht können nur Bitcoin und Gold eine positive Bilanz vorweisen:

Weiterhin kann sich Bitcoin, trotz es jüngsten Einbruchs, gegenüber den Vergleichsassets behaupten. Die geringe Korrelation zu den Vergleichsassets wären ein weiterer Grund für institutionelle Investoren, in Bitcoin zu investieren. Die hohe Volatilität macht nur ein wenig Sorgen: Schwankungen dieser Höhe können freilich auch mal nach unten gehen.

Daten am 01. Juni von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

 

Source: BTC-ECHO

Der Beitrag Bitcoin und traditionelle Märkte – Bärenmarkt seit August kompensiert erschien zuerst auf BTC-ECHO.