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Bitcoin steuert auf 50.000-Dollar-Marke zu – Das steckt hinter der Rally

Müller, Mareike
·Lesedauer: 3 Min.

In der vergangenen Woche ist die Kryptowährung um knapp 30 Prozent gestiegen. Anleger beobachten gespannt das Vorgehen von Tesla, Mastercard und Twitter.

Der Bitcoin, die älteste und beliebteste Kryptowährung, steigt auf immer neue Rekordhöhen. Am Freitag notierte die Cyberdevise laut der Branchenplattform Coinmarketcap bei 48.745 Dollar. Am Samstagvormittag pendelte der Bitcoin um die Marke von 47.000 US-Dollar herum. Damit ist die Digitalwährung nicht mehr weiter entfernt von der Marke von 50.000 Dollar, die als wichtige Grenze gilt.

Noch am vergangenen Montag hatte der Bitcoin bei unter 38.100 Dollar notiert, um dann im Laufe der Woche wieder an Wert zu gewinnen, sodass er am Freitag sein neues Rekordhoch verzeichnen konnte. Das entspricht einem Anstieg von rund 27 Prozent.

Als Grund für den erneuten Kursanstieg der vergangenen Woche sieht Timo Emden, Marktanalyst und Gründer des Analysehauses Emden Research, die neuesten Vorstöße verschiedener Unternehmen, entweder selbst in Bitcoin zu investieren, Bitcoin-Investitionen in Erwägung zu ziehen oder den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. „Das sind aktuell die absoluten Treiber des
Preises“, so Emden.

Die Ankündigung des Elektroautobauers Tesla, 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin zu investieren, führte in der vergangenen Woche zu einem signifikanten Kursanstieg bei der Digitalwährung. Nun erwägt auch der Kurznachrichtendienst Twitter den Kauf von Bitcoin nach Vorbild von Tesla. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte Ned Segal, der Finanzchef des Unternehmens, am Mittwoch.

Twitter-Chef Jack Dorsey, der gleichzeitig auch den Zahlungsabwickler Square leitet, gilt ebenso wie Tesla-Chef Elon Musk als Fan von Kryptowährungen. Square hatte im vergangenen Oktober bekanntgegeben, 4709 Bitcoin zu einem Preis von damals insgesamt 50 Millionen Dollar gekauft zu haben.

Paypal sorgt für weiteren Schub

Am Donnerstag erklärte dann der US-Zahlungsdienstleister Mastercard, künftig Transaktionen in Kryptowährungen zu erlauben. Beim US-Bezahldienst Paypal wolle man hingegen keine Firmengelder in Kryptowerte anlegen, wie Ende der Woche bekannt wurde. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, seine Plattform für die Bezahlung mit Kryptowährungen zu öffnen. „Wir werden wahrscheinlich keine Unternehmensgelder in solche Finanzanlagen stecken, aber wir wollen diese Wachstumschance, die vor uns liegt, nutzen“, sagte Finanzchef John Rainey dem US-Sender CNBC am Donnerstag.

Laut Marktanalyst Emden können Anleger sicher sein, dass der Bitcoin die Marke von 50.000 Dollar „in nächster Zeit“ sicher erreichen werde. Doch auf das Erreichen dieses Kursziels könnte unter Umständen vorerst ein Rücksetzer folgen.

Der Grund: „Viele Anleger haben sich bei ihrem Bitcoin-Investment bei der Marke von 50.000 Dollar ein Limit gesetzt. Wird diese Marke erreicht, verkaufen sie und nehmen die Gewinne mit“, erklärt Emden. Das würde den Kurs sinken lassen. Doch genauso könnte auch der nächste Run von Privatanlegern folgen, erklärt Emden.

Trotz der Ankündigung von Mastercard, künftig Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren, glauben viele Experten nicht daran, dass der Bitcoin sich in Kürze als Alltagszahlungsmittel durchsetzen wird. „Die Volatilität ist absolut abschreckend. In der Zukunft werden Kryptowährungen weiterhin eher als Wertspeicher genutzt“, schätzt auch Emden.

Die zweitwichtigste Kryptowährung Ether – gemessen an der Marktkapitalisierung – bewegt sich indes auf die Marke von 2.000 Dollar zu. Aktuell notiert sie bei 1.840 Dollar.