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Bitcoin fällt unter 50.000 Dollar: War’s das?

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 5 Min.

Die wertvollste Kryptowährung der Welt will einfach keinen Boden finden. Nach einer weiteren verlustreichen Woche hat der Bitcoin auch die so wichtige Unterstützung bei 50.000 Dollar nach unten durchbrochen. Drohen Bitcoinern jetzt weitere Verluste?

Bitcoin-Illustration
Bitcoin-Illustration

Spätestens seit dem glorreichen Höhenflug 2017 haben Bitcoiner einen Traum. Der Traum vom schnellen Reichtum, der mit vermeintlich geringem Einsatz exorbitante Renditen verspricht – es gibt ganze Familien, die ihren früheren Job gekündigt haben und jetzt an paradiesischen Ecken ihren Bitcoin-Traum leben.

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Allein: Der Traum hat einen Haken. Er geht nur so lange gut, solange die Kurse steigen bzw. sich zumindest stabil halten – ein freier Fall ist nicht vorgesehen. Doch genau das ereignet sich seit eineinhalb Wochen am Kryptomarkt. Vom bisherigen Allzeithoch bei knapp 65.000 Dollar hat der Bitcoin am vorvergangenen Wochenende mit einem 8.000-Dollar-Kurssturz dramatisch an Wert verloren. Seitdem zeigt der Trend deutlich nach unten.

Bitcoin crasht in einer Woche um 27 Prozent

Alle Versuche, die Abwärtsdynamik zu stoppen, sind in den vergangenen Handelstagen fehlgeschlagen. Die 56.000-Dollarmarke konnte nicht wieder überwunden werden, der Bitcoin fiel im Wochenverlauf schneller wieder zurück und kämpfte tagelang um die psychologisch so wichtige 50.000-Dollarmarke, die erstmals Mitte Februar erobert wurde.

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Seit dem Wochenende ist klar: Auch die Unterstützung hielt nicht. Im frühen Übernacht-Handel brach der Bitcoin am Montagmorgen weiter ein und ist bei nun nur noch 47.250 Dollar auf den tiefsten Stand seit Ende Februar zurückgefallen. Innerhalb von neun Handelstagen hat die wertvollste Kryptowährung damit 27 Prozent an Wert eingebüßt.

250 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung vernichtet

In anderen Worten: Die Cyberdevise hat damit mehr als eine viertel Billion Dollar an Börsenwert innerhalb von einer guten Woche vernichtet. Damit ist die Kryptowährung ihrem Ruf als höchst volatile Anlageform wieder einmal gerecht geworden. 

Die Erklärungen für den drastischen Ausverkauf, der prozentual allerdings noch exakt im Rahmen der vorangegangen Korrekturen im Januar von 41.000 auf 30.000 Dollar und im Februar von 58.500 auf 43.000 Dollar liegt, sind zahlreich. 

Erklärungen für den Crash

Begonnen hatte der Ausverkauf ausgerechnet mit dem misslungenen Coinbase-IPO, das seine Erwartungen nicht erfüllen könnte. Die US-Handelsplattform notiert inzwischen bei 291 Dollar 24 Prozent unter der Erstnotiz und sogar 30 Prozent unter den am ersten Handelstag aufgestellten Allzeithochs.

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Bereits vor einer Woche machte Investor und Chartechniker Peter Brandt das "Laser Eyes"-Phänomen für den zunehmenden Abverkauf verantwortlich. Gemeint ist das Social Media-Phänomen der Laseraugen, die Nutzer ihrem Twitter- oder Social Media-Profil zugefügt haben. Die "Laser Eyes" symbolisieren die laserscharfe Zuversicht der Nutzer, dass Bitcoin in diesem Bullenzyklus sechsstellige Notierungen aufstellen möge. In anderen Worten: Der Optimismus ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen.

War’s das mit dem Bullenmarkt?

Tatsächlich könnte Bitcoin nunmehr Opfer seines eigenen Erfolgs werden: Wer die Webwährung nicht erst in den vergangenen Wochen erworben hat, sondern schon länger investiert ist, könnte durchaus versucht sein, Gewinne einzustreichen, solange sie noch vorhanden sind. Klar ist: Nach Kurszuwächsen von in der Spitze über 1000 Prozent binnen eines Jahres haben Bitcoin-Besitzer einiges zu verlieren.

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Scott Minerd, Investmentchef beim Vermögensverwalter Guggenheim, hält entsprechend einen regelrechten "Firesale" bis in die Region von 20.000 bis 30.000 Dollar für möglich, der alle Kursgewinne seit Jahresbeginn ausradieren würde.

Bitcoin folgt Muster vergangener Bullenmärkte

Ob der inzwischen achtmonatige Bullenmarkt gar mit dem jüngsten Crash zu Ende geht, ist nunmehr die Mullti-Milliarden-Dollar-Frage am Kryptomarkt. Historisch betrachtet ist selbst nach dem jüngsten Kursverfall noch nichts Gravierendes passiert. Im letzten Bullenmarkt 2017 korrigierte Bitcoin gar gleich sechsmal zwischen 29 und 38 Prozent.

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Sollte Bitcoin zudem dem historischen Vorbild der Bullenmärkte von 2013 und 2017 folgen, würde der 4-Jahreszyklus erst im Herbst auslaufen. Bitcoin-Bullen führen nach dem sogenannten Stock-to-Flow-Modell deswegen immer wieder sechsstellige Kursziele an.

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Einmalige Einstiegschance?

Anlageveteran Harald Weygand, der den Investmentdienst Godmode Trader betreibt, ist da noch etwas konservativer, sieht das Ende der Aufwärtstrends aber ebenfalls noch nicht gekommen. 

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"In den nächsten Tagen und Wochen wird jeder, der auf eine Kaufgelegenheit gewartet hat, eine einmalige Chance bekommen", twitterte Weygand Sonntagnacht und zeigt in einem Chart das mögliche Kursziel von bis zu 90.000 Dollar auf. Vom gegenwärtigen Kursniveau wäre das tatsächlich noch mal eine 90-Prozentchance.

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