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Bitcoin-Crash: Angekommen im Kryptowinter?

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 5 Min.

2022 hätte für Bitcoin-Besitzer nicht schlechter beginnen können: Die Cyberdevise taumelt mit zweistelligen Kursverlusten auf die 40.000-Dollarmarke zu. Versinken Anleger nun im Bärenmarkt?

A representation of the virtual cryptocurrency Bitcoin is seen in this picture illustration taken October 19, 2021. REUTERS/Edgar Su
Zuletzt mehr Schatten als Licht: Der Bitcoin-Kurs fällt immer weiter zurück (Foto: REUTERS/Edgar Su)

Zurück auf Los. Ein Jahr ist es her, dass die hoch gewettete Kryptowährung erstmals die Marke von 40.000 Dollar durchbrach – nun ist Bitcoin exakt wieder in diesen Niederungen angekommen. Die Euphorie war Anfang 2021 maximal, schließlich hatte Bitcoin erst eine Woche zuvor die Marke von 30.000 Dollar genommen und wiederum zwei Wochen zuvor ein Allzeithoch jenseits der 20.000er-Marke aufgestellt. Der Rest ist Geschichte – Bitcoin sollte nach einer Achterbahnfahrt im vergangenen Jahr bis auf 69.000 Dollar anziehen.

Die Bestmarke ist zwei Monate her, seitdem kennt der bekannteste Coin der Welt nur eine Richtung: steil nach unten. Nach einem dramatischen Jahresende, in dem der Löwenanteil der Zugewinne für 2021 wieder verspielt wurden, hat Bitcoin im neuen Jahr in der ersten Handelswoche einen veritablen Fehlstart hingelegt.

Bitcoin-Crash: 40 Prozent in zwei Monaten weg

Nur noch knapp über der 40.000-Dollarmarke notierte Bitcoin am Wochenende nach Wochenverlusten von in der Spitze weiteren 12 Prozent. Insgesamt hat die Webvaluta nunmehr mehr als 40 Prozent ihres Wertes vom Allzeithoch eingebüßt – und das binnen nur zwei Monaten.

Nach exakt 365 Tagen hat sich für Bitcoin damit der Kreis vom Aufstieg geschlossen – tatsächlich bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Das Muster von Aufstieg und Fall hatte sich 2021 schon im ersten Halbjahr abgespielt und findet nun auf (noch) etwas höherem Niveau seine Fortsetzung.

Der sogenannte „Fear-Greed“-Index aus der Anlageschule der Behavioral Finance könnte nicht entgegengesetzter ausfallen: Vor genau einem Jahr herrschte bei Kursen um die 40.000 Dollar noch maximale Partystimmung – Anleger waren gierig. In diesen Tagen geht nun die blanke Panik um, wie der dramatische Barometerausschlag dokumentiert.

Restriktivere Geldpolitik der Fed bringt Kryptowährungen massiv unter Druck

Auslöser für den neuerlichen Kursrutsch waren aktuelle Kommentare der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik. Nachdem die Fed bereits Mitte Dezember für 2022 drei Leitzinsanhebungen signalisierte, drückten in der vergangenen Woche die sogenannten „Fed Minutes“ – die Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls der letzten Notenbanksitzung – auf die Stimmung der Anleger.

In den „Fed Minutes“ wird eine noch restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank als bislang angenommen in Aussicht gestellt, deren Folge möglicherweise weitere Zinsanhebungen und eine schnellere Verringerung der Bilanzsumme sein dürften. Die Botschaft an die Kapitalmärkte wurde von Marktteilnehmern reflexartig vernommen: „Risk off“ lautet das Gebot der Stunde. Die Folge: Spekulativere Aktien wie Wachstumswerte gaben deutliche nach – hochspekulative Assets wie Kryptowährungen noch mehr.

Kurswechsel der Notenbank fällt in Kryptowinter-Zyklus

Für Besitzer von Bitcoin & Co. ist der Kurswechsel denkbar ungünstig: Entfesselte die äußerst lockere Geldpolitik seit Beginn der Coronakrise erst die Euphorie um Kryptowährungen, die den Bitcoin-Kurs binnen rund eineinhalb Jahren um rund 1000 Prozent in die Höhe schießen ließ, könnte die Notenbank jetzt die Hausse beendet haben. 

Unglücklicherweise fällt die neue „hawkische“ Haltung auch noch mit dem rechnerischen Ende des Bitcoin-Bullenmarktes in der Zyklen-Theorie zusammen. Seit der Einführung 2009 hat sich der Bitcoin nämlich auffällig in 4-Jahreszyklen entwickelt, die vom sogenannten "Halving" bestimmt werden, der Halbierung der Mining-Vergütung. Historisch performte Bitcoin in der ersten Hälfte nach dem Halving in jedem Zyklus stark, bevor sich der Bullen- in einen Bärenzyklus verwandelte: den sogenannten „Kryptowinter“.

Hat Bitcoins neuer Bärenmarkt längst begonnen?

Wenn sich die Geschichte wiederholt, könnte 2022 nun ein Kryptowinter anbrechen bzw. bereits angebrochen sein. 2017 endete der Vier-Jahreszyklus Mitte Dezember, entsprechend naheliegend erscheint vier Jahre später eine Top-Bildung einen Monat zuvor. Am 10. November 2021 markierte Bitcoin das bisherige Allzeithoch bei 69.000 Dollar. 

Sollte Bitcoin abermals zu einem neuen Bullenlauf ansetzen und bisherige Allzeithoch in den kommenden Monaten verbessern, wäre die Zyklentheorie damit überholt und alle charttechnischen Vorbilder der Vergangenheit über den Haufen geworfen. Aktuell sieht es jedoch so, als sollte sich die Geschichte vielleicht nicht 1:1 wiederholen, aber – im Sinne Mark Twains – „reimen“.

Nimmt die Volatilität innerhalb der Zyklen ab?

So stellt der technische Analyst Jesse Olson etwa die These in den Raum, dass sich Bitcoins extreme Volatilität zwischen Bären- und Bullenmarkt innerhalb eines Zyklus verringert. Historisch gesehen drohen Bitcoin-Besitzern im Bärenmarkt Verluste von bis zu 90 Prozent.

Als mögliches Kursziel stellt Olson auf Twitter die Marke von 29.000 Dollar als Ankerpunkt in den Raum – jenes Kursniveau, zu dem Bitcoin 2021 am Neujahrstag seinen Bullenlauf startete. 

Zum Wochenschluss bei 41.800 Dollar entspräche die Marke einem weiteren Abwärtspotenzial von nochmals 30 Prozent. Trostpflaster für gebeutelte Bitcoiner: Hält diese Marke, würde der Einbruch in diesem Kryptowinter mit einem Minus von 60 Prozent weniger dramatisch ausfallen als in den vorangegangenen Zyklen.

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