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Bitcoin-Börsengang: Coinbase-Aktie 2021 sofort kaufen?

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Kryptowährung Bitcoin
Kryptowährung Bitcoin

Bitcoin lebt – und wie! Im Vergleich zum Euro verteuerte sich die digitale Münze in den vergangenen drei Monaten um 102 % (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 18.12.2020).

Eine glatte Verdopplung. Innerhalb kürzester Zeit. Für eine derartige Rendite muss ein Index-ETF-Investor für gewöhnlich wesentlich länger stricken.

Doch Bitcoin ist auch extrem volatil. Vom Zwischenhoch 2017 stürzte der Bitcoin-Preis um beinahe 90 % ab. Erst im Bereich von 3.500 US-Dollar war der Boden erreicht.

Mittlerweile hat sich Sathoshi Nakamotos Wunderwerk bis auf einen Preis von über 23.000 US-Dollar pro Bitcoin hochgearbeitet. Damit wäre das Allzeithoch aus 2017 Geschichte. Ab jetzt ist alles möglich!

Einsteigen oder nicht – das ist die Frage, die sich jetzt sicher viele Investoren stellen. Wie wäre es mit einem genialen Mittelweg?

Rattengift zum Quadrat

Warren Buffett hat dieses Jahr alle überrascht. Urplötzlich tauchte eine Gold-Position im Portfolio seiner Holding Berkshire Hathaway auf.

Nein, die Börsenlegende hortet noch immer kein Gold in seinem Geldspeicher. Buffett kaufte lediglich eine kleine Position von Goldproduzent Barrick Gold.

Doch für jemanden, der Gold für gewöhnlich als faul und unproduktiv erachtet, war das sicher bemerkenswert. Für Bitcoin kann sich der Altmeister bisher nicht begeistern. Für Buffett ist das digitale Gold nichts weiter als „Rattengift zum Quadrat“.

Vielleicht ändert er 2021 seine Meinung. Denn nächstes Jahr steht sehr wahrscheinlich der womöglich größte Bitcoin-Börsengang aller Zeiten an.

Ein ganz besonderer Bitcoin-Börsengang

Am Donnerstag den 17.12.2020 gab die US-Kryptobörse Coinbase ihre Pläne für einen Börsengang bekannt. Die Unterlagen seien bei der US-Börsenaufsicht eingereicht worden.

Coinbase ist nicht irgendwer, sondern eine der ältesten Kryptobörsen der Welt. Seit 2012 ist man im Geschäft. Etwa drei Jahre, nachdem die Krypto-Urmutter Bitcoin den Handel mit Kryptomünzen ins Rollen brachte.

Etwa 8 Milliarden US-Dollar soll Coinbase mittlerweile wert sein. Der europäische Kollege Bitcoin Group bringt es gerade einmal auf eine Marktkapitalisierung von 425 Millionen US-Dollar.

Wofür Coinbase die Einnahmen aus dem Börsengang konkret benötigt, ist noch nicht ganz klar. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kalifornier ihre Vormachtstellung auf den Kryptomärkten weiter werden ausbauen wollen.

Die Herausforderung klingt trivial, ist in Wahrheit aber ziemlich aufwendig. Als Kryptobörse muss man sich das Vertrauen der Investoren täglich neu erarbeiten. Eine krasse Sicherheitslücke und man ist raus aus dem Geschäft.

Nur Gott allein weiß, wie oft Coinbase täglich von gewieften Hackern aus der ganzen Welt angegriffen wird. Bislang ist (offiziell) noch nie etwas passiert. Doch damit das auch so bleibt, müssen Unsummen in Sicherheitsexperten und spezielle Hardware investiert werden.

Coinbase-Aktie sofort kaufen? Ja, wenn …

Ist Coinbase eine Bitcoin-Börse oder ein Cybersecurity-Unternehmen?

Die Grenzen sind schwammig. Doch der Mix ist extrem interessant.

Da fragt man sich, ob man die Coinbase-Aktie beim Börsengang nächstes Jahr sofort kaufen sollte. Eine Antwort zu finden ist nicht leicht. Viele Variablen sind noch unbekannt.

Der Ausgabepreis muss passen. Auch ein paar andere Zahlen hätte man gerne noch, bevor man sich ins Abenteuer stürzt.

Doch eine Sache ist sofort klar: Wenn sich Coinbase nicht mit Sicherheitslücken blamiert, können die für Plattformer üblichen Netzwerkeffekte das Unternehmen leicht zum Amazon der Kryptos werden lassen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich in der digitalen Welt ein Quasimonopolist breitmacht. Damit habe ich kein Problem. Solange die Qualität stimmt (und ich die Aktie habe).

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