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Biontech mit hohen Verlusten, aber Deal mit EU

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Biontech konnte seinen Umsatz zwar steigern, hat durch die Forschungs- und Entwicklungskosten dennoch hohe Verluste gemacht. Immerhin ist noch reichlich Liquidität vorhanden und auch der Deal mit der EU ist durch.

Biontech legt seine Bilanz für das dritte Quartal vor. Das Unternehmen konnte demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz deutlich steigern. Für die neun Monate bis zum 30. September 2020 ergab sich den Angaben zufolge ein Gesamtumsatz von 136,9 Millionen Euro, verglichen mit 80,6 Millionen Euro für den Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Kooperationen mit Pfizer und Fosun Pharma im Rahmen des Impfstoffprogramms gegen COVID-19.

Allerdings stiegen auch die Forschungs- und Entwicklungskosten. Für das dritte Quartal 2020 betrugen die Kosten für Forschung und Entwicklung 227,7 Millionen Euro gegenüber 50,4 Millionen Euro für das vergleichbare Vorjahresquartal. Für die ersten neun Monate 2020 beliefen sich die Forschungsausgaben auf 388,0 Millionen Euro, verglichen mit 161 Millionen Euro im Vorjahr.

Unter dem Strich hat Biontech deshalb Verlust gemacht: Minus 210 Millionen Euro im dritten Quartal, nach einem Verlust von 30,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im aktuellen Geschäftsjahr muss wiederum Biontech bisher Ende September mit einem Fehlbetrag von 351,7 Millionen Euro auskommen, nach 120,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Dem gegenüber stehen jedoch Zuschüsse in Höhe von bis zu 375 Millionen Euro an meilensteinbasierter Förderung durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Da die Finanzierung der Zuwendung nach dem Quartalsende erfolgt und auch auf Inanspruchnahme basiert, ist diese Finanzierung nicht in den liquiden Mitteln zum 30. September 2020 enthalten, so das Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt betrugen laut Biontech die liquiden Mittel des Unternehmens 990,5 Millionen Euro.

Die Meldung vom Montag zu den erfolgreichen Tests mit einem Corona-Impfstoff sorgte weltweit für Aufsehen und steigende Börsenkurse. Doch einen Fortschritt gibt es nicht nur bei Biontech: Einen Tag nach dem Mainzer Unternehmen meldet auch das Tübinger Biotechunternehmen Curevac positive Daten zu seinem Corona-Impfstoffkandidaten. An der Börse kommt das gut an, die in den USA notierten Aktien legen vorbörslich 7,3 Prozent zu.

Das Unternehmen legte die detaillierten Ergebnisse einer ersten klinischen Studie vor. Erste Details wurden bereits Anfang November bekannt. Demnach zeigte der Impfstoff eine gute Verträglichkeit und eine ausgewogene Immunantwort. Der Biontech-Impfstoff ist allerdings schon weiter: schon in der kommenden Woche könnte das Unternehmen gemeinsam mit Pfizer die Zulassung bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA beantragen.

EU Kommission schließt Vertrag mit Biontech

Der Deal der Europäischen Kommission mit den Pharmaunternehmen BioNTech und Pfizer über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Corona-Impfstoffdosen ist unter Dach und Fach. Die Kommission schloss einen Vertrag über den Kauf von zunächst 200 Millionen Impfstoffdosen, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Der Vertrag sieht zudem wie geplant eine Option auf den Kauf von weiteren 100 Millionen Dosen vor. Die Auslieferung soll voraussichtlich Ende 2020 beginnen, vorbehaltlich des klinischen Erfolgs und der behördlichen Genehmigung des Impfstoffs.

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