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Biontech-Aktie: Wie das Unternehmen die Krebsmedizin revolutionieren könnte!

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Corona-Aktien gegen COVID-19 lockdown
Corona-Aktien gegen COVID-19 lockdown

Biontech (WKN: A2PSR2) steht derzeit vor allem aufgrund seines neuartigen mRNA-Covid-19-Impfstoffes im Rampenlicht, der bisher scheinbar alle Entwicklungsphasen problemlos durchläuft. Sollten in einigen Tagen positive Ergebnisse aus der klinischen Phase-III-Studie bekannt gegeben werden, könnte für die Medizin ein neuer Zeitabschnitt beginnen, denn bisher gibt es weltweit noch keinen Impfstoff auf mRNA-Basis.

Biontech forscht hauptsächlich an Krebstherapien

Er könnte der Anfang einer ganzen Reihe von neuen Wirkstoffen sein. So arbeitet Biontech hauptsächlich an individualisierten Krebstherapien. Sie sollen dem menschlichen Immunsystem dazu verhelfen, den Krebs im Körper zu erkennen, um ihn anschließend anzugreifen. Im Vergleich zu heutigen Methoden würden diese Therapien einen großen Fortschritt bedeuten.

Ein Erfolg bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes würde Biontech finanziell stärker und so wahrscheinlich der Entwicklung vieler weiterer derzeit noch in klinischen Studien befindlicher Impfstoffe zum Durchbruch verhelfen. Die Biontech-Aktie könnte seinem bereits an der Börse vorweggenommen Status eines Mrd.-Euro-Konzerns so relativ schnell gerecht werden.

Dies sind Biontechs Hoffnungsträger

Aktuell hat das Unternehmen bereits mit mehreren Kandidaten klinische Studien aufgenommen. Darunter BNT111, ein auf der mRNA basierender Krebsimpfstoff. Er wird zur späteren Behandlung von fortgeschrittenen Melanomen bei Patienten mit metastasierenden Tumoren und zur Unterstützung nach Tumorresektion entwickelt. Er ist so konzipiert, dass er eine Immunantwort auf vier Melanom-assoziierte Antigene auslöst. In einer Phase-I-Studie zeigte der Impfstoff bereits positive Resultate.

BNT112, ebenfalls ein mRNA-Krebsimpfstoff, wird gerade in einer ersten klinischen Phase-1/2-Studie bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs und lokalisiertem Prostatakrebs untersucht.

BNT113 befindet sich in einer ersten klinischen Untersuchung, die von der Universität Southampton durchgeführt wird, und soll später zur Behandlung von Kopf- und Halskrebs eingesetzt werden.

Der mRNA-Krebsimpfstoff BNT122 befindet sich bereits in der zweiten klinischen Entwicklungsphase und soll bei Erfolg in Kombination mit Pembrolizumab zur Behandlung von metastasiertem Melanom und anderen soliden Tumoren eingesetzt werden. Biontech entwickelt den Kandidaten in Zusammenarbeit mit Genentech.

BNT114 ist ein weiterer mRNA basierender Krebsimpfstoff, der sich in der klinischen Entwicklungsphase eins befindet und zur Behandlung von Brustkrebs zum Einsatz kommen könnte. Er wird sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit der Immuntherapie BNT122 erprobt.

Hinzu kommt BNT115, der aktuell in einer Phase-I-Studie zur Behandlung von Eierstockkrebs untersucht wird. Er basiert ebenfalls auf der mRNA-Technologie.

In Zusammenarbeit mit Sanofi (WKN: 920657) wird derzeit BNT131 als intratumorale Immuntherapie zur Behandlung von soliden Tumoren entwickelt. Der Impfstoff verwendet mRNA zur Kodierung der Zytokine IL-12sc, IL-15sushi, IFNα und GM-CSF. Durch Erhöhung der Konzentration dieser Zytokine in der Mikroumgebung des Tumors kann das Immunsystem Krebs leichter erkennen und bekämpfen.

BNT131 wird in einer klinischen Korbstudie der Phase eins als Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom und in Kombination mit einem Anti-PD-1/PD-L1-Kontrollpunkt-Inhibitor bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom und bestimmten soliden Tumoren untersucht.

Die Kandidaten BNT311 sowie BNT312 sind Antikörper-Therapien und befinden sich gerade in der klinischen Entwicklungsphase eins. Sie werden zusammen mit Genmab (WKN: 565131) erforscht und sollen bei Erfolg gegen solide Tumore eingesetzt werden.

Fazit

Neben diesen vielen Kandidaten befinden sich noch viele weitere in der vorklinischen Untersuchung. Biontech könnte also zukünftig neben einem Covid-19-Impfstoff noch viele weitere Produkte auf den Markt bringen, und da sie bisher sehr einzigartig wären, könnten sie zu einem großen finanziellen Erfolg werden.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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