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BioNTech-Aktie mit einem KGV unter 5 – noch vor den Zahlen abstauben?

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Corona-Aktien gegen COVID-19 lockdown
Corona-Aktien gegen COVID-19 lockdown

3 Mrd. Euro Gewinn könnte 2021 für BioNTech (WKN: A2PSR2) herausspringen, habe ich im Januar grob durchgerechnet. Mittlerweile ist die Analystengemeinde im Schnitt sogar noch etwas optimistischer. Das heißt, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf einen erstaunlich niedrigen Wert von 5 abtauchen könnte zu den Kursen vom Mittwoch (Schluss: 24.03.). Grund genug also, um noch vor den Zahlen zum vierten Quartal am 30. März einen genaueren Blick auf die BioNTech-Aktie zu werfen.

Die BioNTech-Aktie war entweder überbewertet oder sie ist jetzt billig

Im kurzen Zeitraum vom Börsengang 2019 bis Dezember 2020 kannte der BioNTech-Kurs nur eine Richtung. Parallel zur zunehmenden Gewissheit, dass BioNTech zu den stärksten Impfstoffherstellern gehören würde, zogen die Notierungen unbeirrbar nach oben. In der Spitze wurden an der NASDAQ 131 Dollar bezahlt. Seit dem Anlaufen der Impfkampagnen stockt die Kursentwicklung allerdings.

Mit 94 Dollar wird die Aktie derzeit 28 % unter den Höchstständen gehandelt. Das ist nur wenig mehr als im Schnitt des Juli 2020, obwohl die Lage damals noch völlig unübersichtlich war. Man wusste weder, wie dicht das Wettbewerberfeld gedrängt sein würde, noch, wie wirksam die Impfdosen sind.

Chart erstellt mit YCharts. Kurs der BioNTech-Aktie in USD seit März 2020

Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten, darüber nachzudenken: Entweder die Aktie war letzten Sommer angesichts der bestehenden Risiken überbewertet oder sie ist jetzt billig.

Darum ist das Chancen-Risiko-Verhältnis der BioNTech-Aktie jetzt attraktiv

Ich habe im Archiv nachgesehen, wie ich im Juli letzten Jahres über BioNTech gedacht hatte. Über Vergleiche mit Genentech, dem Pionier und Idol aller Biotechs, bin ich zum Schluss gekommen, dass die Aktie noch immer großes Potenzial haben könnte. Schließlich hatte CEO Uğur Şahin die ersten lukrativen Bestellungen bereits auf dem Tisch und die bisher noch kaum erprobte mRNA-Plattform erfuhr eine unschätzbare Validierung.

Wenn die Bewertung von damals allerdings bereits mehr als fair war, dann müsste der nur wenig höhere Kurs von heute überaus verlockend sein. Denn zwischenzeitlich ist der Blick nach vorne viel klarer. BioNTech konnte weitere Großbestellungen einsammeln und wird die Produktion massiv hochfahren. Viele Beobachter führen den Impfstoff in der Champions League wegen seiner hohen Wirksamkeit und geringen Nebenwirkungen.

Außerdem zeigt sich immer mehr, dass die meisten der unzähligen Konkurrenten mit Problemen zu kämpfen haben, sowohl was die Zulassung angeht als auch das Hochfahren der Produktion. Von daher kann BioNTech einen großen Marktanteil verteidigen. Zunehmende Größenvorteile erlauben darüber hinaus, die Preise zu senken, was die Ansprache neuer Zielmärkte ermöglicht bei weiterhin hohen Margen.

Angesichts der immer neuen Mutanten und der weiterhin bestehenden Unsicherheit über die Dauer des Impfschutzes stehen die Chancen gut, dass nach der laufenden Kampagne noch lange nicht Schluss ist. BioNTech arbeitet daran, Auffrischungen für Varianten sowie weitere Impfstoffe für andere Krankheiten zu entwickeln. Damit könnte ein dauerhaftes Standbein mit guten Cashflows entstehen, das die BioNTech-Aktie stützt.

Ein drastischer Gewinnrückgang nach 2022 ist zwar eine Möglichkeit, die wir einkalkulieren sollten, aber sicherlich keine zwingende. Und selbst wenn, dürfte die Delle nur vorübergehend sein. Schließlich geht es beim anderen Standbein, nämlich der Forschung für Krebstherapien, nun auch beschleunigt voran.

Premium-Biotechnologie zum fairen Preis

Mittel- bis langfristig wird BioNTech aller Voraussicht nach über diversifizierte Umsatzströme verfügen. Wahrscheinlich wird keiner davon so groß sein wie aktuell der COVID-Impfstoff. Doch in Summe könnte der Verkaufserfolg von 2021 sogar noch weit übertroffen werden. Deshalb würde ich meinen Blick über die zu erwartende Delle in den Jahren 2023 bis 2025 hinaus richten.

BioNTech verfügt nun über eine weltweit bekannte Marke und jegliche Ressourcen, um seiner mRNA-Plattform zur vollen Blüte zu verhelfen. Wenn eine solche Plattform erst einmal Schwung bekommt, dann ist sie kaum noch zu bremsen. Viele Partner werden sich darum reißen, gemeinsam mit dem Unternehmen etwas zu entwickeln. Für die zweite Hälfte der Dekade rechne ich daher mit einer Vielzahl an Forschungserfolgen.

Kommt es so, dann wird man sich in einigen Jahren darüber wundern, warum die BioNTech-Aktie im März 2021 zu einem KGV von 5 gehandelt wurde.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine de erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021