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Biograf über Musk: "Er mag es nicht, wenn sich Mitarbeiter psychologisch zu sicher fühlen"

Elon Musk gilt als der reichste Mensch der Welt. Doch wie tickt der Tech-Gigant wirklich? das soll eine neue Biografie verraten. (Bild: 2022 Dimitrios Kambouris/Getty Images for The Met Museum/Vogue)
Elon Musk gilt als der reichste Mensch der Welt. Doch wie tickt der Tech-Gigant wirklich? das soll eine neue Biografie verraten. (Bild: 2022 Dimitrios Kambouris/Getty Images for The Met Museum/Vogue)

Für "Elon Musk. Die Biografie" (ab 12. September im Handel) begleitete Walter Isaacson den Tesla-Chef über einen Zeitraum von zwei Jahren. Im Interview mit "Spiegel Online" spricht der Autor nun über die Gründe für Musks Twitter-Übernahme und für seine Abneigung gegenüber Künstlicher Intelligenz.

Er zählt zu den mächtigsten Menschen der Welt: Mit einem Vermögen von rund 250,4 Milliarden US-Dollar ist Elon Musk nicht nur der reichste Mensch der Welt, als Chef von Tesla, Mitbegründer von SpaceX und Eigentümer von X (vormals Twitter) hat er auch enormen Einfluss auf die globale Wirtschaft. In "Elon Musk. Die Biografie" (ab 12. September im Handel erhältlich) will Walter Isaacson das Wesen des Tech-Giganten genauer ergründen. Dafür begleitete er den gebürtigen Südafrikaner über zwei Jahre lang. Wie er dabei Musks Twitter-Übernahme wahrgenommen hat, erzählt Isaacson nun im Interview mit "Spiegel Online".

Walter Isaacson begleitete den Tesla-Chef zwei Jahre lang im Alltag. (Bild: 2017 Getty Images/Matt Winkelmeyer)
Walter Isaacson begleitete den Tesla-Chef zwei Jahre lang im Alltag. (Bild: 2017 Getty Images/Matt Winkelmeyer)

"Er sagte: Ich bin genervt, ich halte diese Ruhe nicht aus"

Anfang 2022 sei es wirtschaftlich ziemlich gut für Musk gelaufen, erinnert sich Isaacson: "Er sagte: Ich bin genervt, ich halte diese Ruhe nicht aus." Zu diesem Zeitpunkt erwarb er schon "heimlich" Twitter-Aktien. Der Plan, den Kurznachrichtendienst für 44 Milliarden Dollar zu kaufen, sei jedoch erst durch einen Besuch in der Twitter-Zentrale ausgelöst worden, die er laut Isaacson "furchtbar" fand: "Es gab dort Yoga-Studios, Espressobars, die Mitarbeiter konnten Krankheitstage nehmen, wenn es ihnen psychisch nicht gut ging. Er fragte immer wieder: Wo ist hier der Sinn für Dringlichkeit? Er mag es nicht, wenn sich Mitarbeiter psychologisch zu sicher fühlen. Sie sollen Getriebene sein, so wie er."

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Als Investor habe er dem damaligen Chef Parag Agrawal "immer wieder" Verbesserungsvorschläge geschickt, erinnert sich Isaacson: "Und es passierte nichts." Nach mehreren schlaflosen Nächten habe er dann beschlossen, die Firma zu kaufen. "Twitter ist heute sicher nicht mehr dieses nette Klubhaus für Medieneliten, das es mal war", so Isaacson. Er habe viel Mist gebaut, aber auch neue Features in kürzerer Zeit umgesetzt: "Und das mit stark verkleinerter Mannschaft. Die Prognosen, dass X, wie er es jetzt nennt, technisch zusammenbrechen würde, sind nicht eingetreten."

"Er glaubt, dass nur er uns vor der bösen KI retten kann"

Ähnlich entwickelte sich auch Musks Engagement im Bereich Künstliche Intelligenz (KI): "Er war besorgt über die Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und sah sich gezwungen, sich da selbst reinzustürzen", erklärt der 71-jährige Biograf: "Unter Sam Altman habe sich OpenAI an Microsoft ausverkauft. Und er breitete seine Vision aus, was seine KI-Firma anders machen werde." Musk glaube, "dass OpenAI, Google und die anderen zu stark auf Sprachmodelle konzentriert sind", erklärt Isaacson: "Der Heilige Gral sei allgemeine künstliche Intelligenz, die verschiedene Fähigkeiten vereint und in der physischen Welt operieren kann. Dazu braucht sie unterschiedliche Datenströme - Twitter für Text, Bilder aus den Kameras der Tesla-Flotte, um zu analysieren, wie sich Menschen in der realen Welt verhalten."

Musk glaube, "dass nur er uns vor der bösen KI retten kann. Er will einerseits den menschenähnlichen Roboter 'Optimus' bauen, denkt aber andererseits stundenlang darüber nach, wie man einen effektiven Ausschaltknopf, einen Killswitch, einbauen kann. Er denkt also über eine KI nach, die den Intentionen ihrer Erschaffer treu bleibt."