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Bio-Lebensmittel sind derzeit oft günstiger als andere Marken – aus diesem Grund

 - Copyright: d3sign / Getty Images
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Bis vor kurzem galt: Wer Lebensmittel mit Bio-Zertifizierung kaufen will, muss dafür üblicherweise tiefer in die Tasche greifen. Dies ist jedoch nicht mehr zwingend der Fall.

Aufgrund der hohen Inflation sind einige Bio-Produkte derzeit sogar oft günstiger als vergleichbare Lebensmittel ohne Zertifizierung. Zwar würden alle Lebensmittel teurer werden, allerdings seien die Biopreise im Vergleich bislang eher langsam gestiegen, schreibt die „Lebensmittel Zeitung (LZ)“ am Donnerstag und beruft sich dabei auf die Aussagen von Edeka- und Rewe-Kaufleuten, die nicht namentlich genannt werden wollen. Dabei machten sich vor allem in den Frische-Kategorien Verschiebungen in den Preisabständen bemerkbar.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Produzenten und Erzeuger von Bio-Lebensmitteln befürchteten, ihre Stammkunden zu verlieren, und ihre Preise daher gemäßigter als konventionelle Hersteller erhöhten, so die „LZ“.

Laut Peter Röhrig, Vorstand des Bio-Dachverbandes BÖLW, könnte dies jedoch nicht die einzige Erklärung sein. Gegenüber der „LZ“ sagte er: „Biopreise verteuern sich aufgrund längerer Kontraktlaufzeiten derzeit langsamer als bei konventioneller Ware.“

Diese Bio-Produkte sind derzeit günstiger als andere Marken

Für Verbraucher macht sich die Verschiebung des Preisunterschiedes bereits jetzt bemerkbar. Bio-Rinderfilet beispielsweise sei nur noch minimal teurer als andere Marken, so die „LZ“. Vor allem Butter, Quark, Joghurt oder Milchreis mit Bio-Zertifikat seien teilweise sogar günstiger als die Produkte konventioneller Hersteller. Bei Bio-Fruchtjoghurt der Discounter-Eigenmarke müssten Verbraucher demnach im Vergleich rund 45 Cent weniger bezahlen.

Ähnlich verhalte es sich mit Butter. Im Gegensatz zu Marken wie Weihenstephan, Landliebe oder Kerrygold, die derzeit für 3,94 Euro in den Märkten angeboten werde, kosteten Biomarken wie Berchtesgadener Land und einige Bio-Eigenmarken derzeit weniger als drei Euro.

Die veränderten Preise und die damit einhergehende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln könnten den Einzelhandel bereits dazu veranlasst haben, weitere Bio-Eigenmarken auf den Markt zu bringen. Edeka beispielsweise habe kürzlich die neue Eigenmarke „Zurück zur Natur“ beim Markenamt angemeldet. Und auch Aldi könnte mit „Zurück zum Ursprung“ auf den Bio-Zug aufspringen wollen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Preisstrukturen in absehbarer Zeit weiter verschieben werden. Vor allem Molkereiprodukte könnten ab kommender Woche aufgrund neuer Verträge teurer werden. Experten rechneten mit Preissteigerungen im zweistelligen Cent-Bereich je Liter Trinkmilch sowie Preissteigerungen im Bio-Sektor, schreibt die „LZ“. Allerdings hätten einige Biohersteller bereits angekündigt, die Preise nur bis zu einer gewissen Schwelle anzuheben, um zu verhindern, dass Kunden stattdessen zu Produkten der Discounter-Eigenmarken griffen.

af

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