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Bilfinger baut um

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Mannheim (dapd). Eigentlich führt der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Bauarbeiten im Auftrag anderer durch. Doch im Moment befindet sich das MDAX (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) -Unternehmen selbst im Umbau - was sich deutlich auf die Bilanz auswirkt. So ging das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 275 Millionen Euro zurück, wie Bilfinger am Montag in Mannheim auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Allerdings hatte der Verkauf der australischen Tochter Valemus Bilfinger im Jahr 2011 noch einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse gespült. Das operative Ergebnis kletterte dagegen deutlich.

Die Leistung, die neben dem Umsatz auch die in Arbeitsgemeinschaften erbrachten Arbeiten einbezieht, legte leicht um zwei Prozent auf 8,64 Milliarden Euro zu. Grund dafür ist die geplante Zurückführung des Geschäftsbereichs Construction, in dem große Infrastrukturprojekte durchgeführt werden, sowie die schrittweise Veräußerung der Anteile am Joint Venture Julius Berger Nigeria. Eine Reihe von Unternehmenskäufen 2012 ließen die Leistung dennoch über den Erwartungen wachsen. Bilfinger selbst hatte mit 8,4 Milliarden Euro gerechnet.

Unter anderem erwarb der Konzern die niederländische Ingenieurgesellschaft Tebodin sowie das indische Unternehmen Neo Structo. Die Einkaufstour will Bilfinger auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Für die Übernahme von Unternehmen stünden etwa 850 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Vorstandschef Roland Koch im Januar. Seit der frühere hessische Ministerpräsident vor anderthalb Jahren die Führung bei Bilfinger übernahm, hat der Konzern viel Geld für neue Töchter ausgegeben. Der Wert der erworbenen Unternehmen betrage 700 Millionen Euro; die Leistung, die sie erbringen, liege bei einer Milliarde Euro, betonte Koch.

Das Unternehmen hatte in den vergangenen zehn Jahren den Wandel von einem reinen Baukonzern zu einem Dienstleistungsunternehmen vollzogen und zahlreiche Firmen zugekauft. Den Umbau unterstrich das Unternehmen im vergangenen Jahr durch die Namensänderung von Bilfinger Berger in Bilfinger. Die Tochterfirmen sollen dadurch einheitlich unter einer Marke auftreten.

Gerade der Bereich Energietechnik und Kraftwerke wuchs 2012 dank internationaler Nachfrage deutlich und warf mit 9,3 Prozent auch die beste operative Marge ab. Bei den Industriedienstleistungen gingen Leistung und Auftragsbestand vor allem durch die Zukäufe deutlich nach oben.

Koch hat für die Arbeiten an seinem Konzern auch ein Ziel. Bis 2016 soll die Leistung auf elf bis zwölf Milliarden Euro wachsen, das Konzernergebnis soll dann rund 400 Millionen Euro betragen.

Der Vorstandschef sieht gute Voraussetzungen für den Weg dahin. Für Bilfinger gebe es "keinen Anlass, pessimistisch in das neue Jahr zu blicken", sagte Koch vor einer Woche in einem Interview. Bilfinger profitiere von der Auslastung der deutschen Industrie und gleiche die Zurückhaltung europäischer Kunden durch weltweite Geschäfte aus.

Am Montag gab der Konzern dann seinen offiziellen Ausblick für 2013 bekannt. Bereinigt um die Erlöse aus Unternehmensverkäufen werde Bilfinger sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Ergebnis nach Steuern zulegen. Ersteres lag 2012 bereinigt bei 421 Millionen Euro, letzteres bei 238 Millionen Euro. Auch die Leistung werde zulegen.

Die Börse sieht das Unternehmen offenbar ebenfalls auf einem guten Weg. Die Aktie legte kurz nach Börsenstart um über zwei Prozent auf 75,66 Euro zu.

dapd

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