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Bilder von Erdogans neuem Prunk-Palast aufgetaucht: Viele Türken sind entsetzt

·Lesedauer: 3 Min.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Nach dem Präsidentenpalast in Ankara, einem prunkvollen Bau mit etwa 1000 Zimmern, und seinem Anwesen in Istanbul ist der türkische Staatspräsident anscheinend erneut seinem Hang zu großen Bauwerken erlegen – und kommt deswegen nun in Bedrängnis.

In der Ferienprovinz Marmaris am Mittelmeer hat Recep Tayyip Erdogan wohl schon 2019 einen 300-Zimmer-Komplex errichtet. Das berichten unter anderem der „Spiegel“ und der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Berichte der oppositionellen türkischen Zeitung „Söczü“. 

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Seit seiner Fertigstellung soll der Sommerpalast wie ein Staatsgeheimnis gehütet worden sein, bis die oppositionelle türkische Zeitung „Söczü“ nun erstmals Bilder veröffentlichte. Es handelt sich dabei um Visualisierungen von Entwürfen des Architekten Sefik Birkiye, der bereits für den Präsidentenpalast in Ankara verantwortlich war. Sie zeigen ein opulentes zweistöckiges Gebäude im neo-osmanischen Stil mitsamt Pool und Privatstrand. Die Kosten belaufen sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf 62 Millionen Euro, so der „Spiegel“. Finanziert wurde das Anwesen vermutlich durch Staatsgelder.

Bilder könnten wegen einer Panne im Netz aufgetaucht sein

Bereits mehrere Staatsgäste soll Erdogan in seinem Sommerpalast empfangen haben, schreibt der „Tagesspiegel“. Warum die Bilder gerade jetzt im Netz aufgetaucht sind, sei aber unklar. Möglicherweise habe es sich um eine Panne gehandelt. Birkiyes Internetseite jedenfalls sei inzwischen nicht mehr abrufbar.

Bereits Erdogans Vorgänger Turgut Özal habe die Mittelmeerbucht, in der nun auch der neue Sommerpalast steht, als Feriendomizil genutzt, so der „Tagesspiegel“ weiter. Özal habe seinen Urlaub aber in einem einstöckigen Häuschen verbracht. Für Erdogans Bauprojekt hingegen sollen in der Bucht zehntausende Bäume gefällt worden sein. 

Das lässt Erinnerungen an den Präsidentenpalast in der türkischen Hauptstadt Ankara wach werden, den Erdogan 2014 bezogen hatte. Dort hatte es einen mehrjährigen Baustopp gegeben, da der Palast gegen die Naturschutzbestimmungen in einem Waldgebiet gebaut worden war, so der „Spiegel“. Erdogan habe dann trotz des Gerichtsbeschlusses weiterbauen lassen.

Wirtschaftliche Lage befeuert Unmut in der Bevölkerung

Gefällte Bäume sind aber nicht Erdogans einziges Problem. Wie der „Spiegel“ schreibt, lösten die Bilder nun „eine Welle der Wut“ aus, zumal die Türkei in einer schweren Wirtschaftskrise stecke. Eine hohe Inflation sorgt schon seit Jahren für stark steigende Preise und die Pandemie hat die wirtschaftliche Lage weiter verschärft. Jeder Fünfte im Land lebe mittlerweile unter der Armutsgrenze, so das Nachrichtenmagazin. Offiziellen Zahlen zufolge sind aktuell mehr als 13 Prozent der Bevölkerung arbeitslos – nach Schätzungen der Gewerkschaften sind es sogar doppelt so viele, so der „Tagesspiegel“.

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Der Opposition kommt die Veröffentlichung daher gelegen. Kemal Kilicdaroglu, Chef der größten Oppositionspartei CHP, habe die Bilder für eine Attacke gegen den Präsidenten genutzt und Erdogan vorgeworfen, er baue „sich einen Sommerpalast, während die Leute verhungern“, zitiert ihn der „Spiegel“. Für Ärger in der Bevölkerung würden außerdem Berichte darüber sorgen, dass der Sand für den Privatstrand des Anwesens von einem 200 Kilometer entfernten See stammt. Zudem sollen Palastteile eingerissen und neu gebaut worden sein, weil sie dem Staatspräsidenten nicht gefielen. Eine Stellungnahme gab die Regierung bisher nicht ab.

Auch Erdogans Frau Emine stehe in der Kritik. Mit denkbar schlechtem Timing richtete sie sich anlässlich eines Aktionstages gegen Lebensmittelverschwendung an die Bürger des Landes und forderte diese auf, die Größe ihrer Portionen zu reduzieren und weniger einzukaufen, so der „Spiegel“. Parallel seien im Netz die Bilder des Sommerpalastes aufgetaucht.

Doch damit nicht genug: Der Staatspräsident soll neben seinen drei nun bekannten Palästen auch noch eine vierte Luxusresidenz besitzen. Das Bauwerk soll am ostanatolischen Van-See sei in den vergangenen Monaten fertiggestellt worden sein, heißt es im „Spiegel“. Auch hier soll sich der Auftraggeber über einen Gerichtsbeschluss hinweggesetzt haben.

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