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Bieterkampf um Madrider Börse: Deutsche Börse erwägt Angebot

Viren Vaghela und Daniel Schaefer

(Bloomberg) -- Die Deutsche Börse AG erwägt unterrichteten Kreisen zufolge einen Einstieg in das Rennen um die Börse Madrid. Damit könnte die Übernahmeschlacht um Bolsas y Mercados Espanoles SA (BME) zu einem Dreikampf werden.

Der Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse prüfe derzeit ein mögliches Angebot für sein spanisches Pendant, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Der Prozess befinde sich allerdings noch in einem frühen Stadium und die Deutsche Börse könne sich noch immer gegen eine Offerte entscheiden, fügte die Person an, die aufgrund der vertraulichen Natur der internen Überlegungen anonym bleiben wollte.

Ein Sprecher der Deutschen Börse lehnte eine Stellungnahme ab. Die Nachrichten-Website La Informacion hatte zuvor über das Interesse aus Deutschland berichtet.

Die Schweizer SIX Group AG kündigte gestern ein Übernahmeangebot für BME in Höhe von 2,8 Milliarden Euro an. Gleichzeitig führt auch Euronext, der Handelsplätze in Paris und Amsterdam gehören, Gespräche mit dem Betreiber von Handelsplätzen in Spanien.

Die Deutsche Börse erklärte im vergangenen Monat, mit einer Kriegskasse von rund 2 Milliarden Euro auf der Suche nach Übernahmezielen zu sein, nachdem London Stock Exchange Group Plc den geplanten Erwerb von Devisengeschäftsbereichen des Datenanbieters Refinitiv durchkreuzt hatte.

Börsenbetreiber sind auf der Suche nach Deals, um Kosten zu senken und Zugang zu lukrativen Datengeschäften zu erhalten. Allerdings gibt es auch politische und aufsichtsrechtliche Dimensionen, nachdem die Europäische Union versucht hatte, in dem Staatenbund ansässige Investoren zum Handel innerhalb ihrer Grenzen zu zwingen. Die Schweiz revanchierte sich, indem sie ihrerseits den Handel mit Schweizer Aktien in der EU blockierte.

BME bezeichnete das Angebot von SIX, das den Wert des Unternehmens widerspiegle, als “einvernehmlich“, und stimmte einer Aufhebungszahlung in Höhe von 0,5% des letztendlichen Transaktionspreises zu. Das würde bei dem aktuellen Gebot 14 Millionen Euro entsprechen. Euronext sieht sich in Anbetracht des unsicheren regulatorischen Verhältnisses der Schweiz zur EU in einer guten Position und wird diese Woche entscheiden, ob mit dem SIX-Angebot gleichgezogen oder eine höhere Offerte unterbreitet wird, hatte eine mit dem Vorgang vertraute Person gesagt.

Überschrift des Artikels im Original:War for Madrid Exchange to Widen as Deutsche Boerse Mulls Bid

--Mit Hilfe von Nicholas Comfort.

Kontakt Reporter: Viren Vaghela in London vvaghela1@bloomberg.net;Daniel Schaefer in Frankfurt dschaefer36@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Ambereen Choudhury achoudhury@bloomberg.net, Christian Baumgaertel, Dale Crofts

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