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Biden nominiert Ex-Notenbankchefin Janet Yellen als US-Finanzministerin

Fabian Erik SCHLÜTER
·Lesedauer: 3 Min.

Die frühere Notenbankchefin Janet Yellen soll als erste Frau der Geschichte die Spitze des US-Finanzministeriums übernehmen. Der gewählte US-Präsident Joe Biden nominierte die 74-jährigen Wirtschafts- und Finanzexpertin für den Spitzenposten, wie das Übergangsteam des US-Demokraten am Montag mitteilte. Biden stellte zugleich weitere Mitglieder seines künftigen Wirtschaftsteams vor. So soll die indischstämmige Neera Tanden die beim Weißen Haus angesiedelte Haushalts- und Verwaltungsbehörde OMB leiten.

Die Präsidentin des linksgerichteten Instituts Center for American Progress soll die Spitze des wichtigen Office of Management and Budget als erste US-Bürgerin mit südasiatischen Wurzeln übernehmen. Der Afroamerikaner Wally Adeyemo, der einst Präsident Barack Obama als Wirtschaftsberater diente, soll stellvertretender Finanzminister werden.

Die Ökonomin Cecilia Rouse soll den Rat der Wirtschaftsberater für den Präsidenten leiten - als erste Afroamerikanerin und erst vierte Frau in der US-Geschichte, wie Bidens Übergangsteam hervorhob. Die Wirtschaftsexperten Jared Bernstein und Heather Boushey sollen dem Beratergremium ebenfalls angehören.

Biden erklärte, das Team werde der von der Corona-Pandemie schwer getroffenen US-Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. "Während wir uns an die Arbeit machen, das Virus unter Kontrolle zu bekommen, wird dieses Team sofortige wirtschaftliche Hilfe für die US-Bevölkerung während dieser Wirtschaftskrise liefern und uns helfen, unsere Wirtschaft so aufzubauen, dass sie besser wird als je zuvor", erklärte der 78-Jährige, der am 20. Januar seinen Amtseid ablegen soll.

Eine Schlüsselrolle wird dabei die angesehene Ex-Notenbankchefin Yellen spielen. Bereits vergangene Woche hatten informierte Kreise bestätigt, dass die 74-Jährige Finanzministerin werden soll. Am Montag schrieb Yellen nach der Bestätigung ihrer Nominierung im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie wolle dafür arbeiten, dass der "amerikanische Traum" für "alle" Wirklichkeit werde.

Yellen war zwischen 2014 und 2018 die erste Frau an der Spitze der US-Notenbank Fed. Die vom damaligen Präsidenten Barack Obama nominierte Yellen trat dort für eine lockere Geldpolitik ein, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu fördern.

US-Präsident Donald Trump verweigerte ihr dann eine zweite Amtszeit. Sie wurde 2018 von ihrem damaligen Stellvertreter Jerome Powell abgelöst. Als Nachfolgerin von Finanzminister Steve Mnuchin wird Yellen künftig gegen die Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie ankämpfen müssen. Sie muss wie alle künftigen Minister und Ministerinnen noch im US-Senat bestätigt werden.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, gratulierte der 74-Jährigen am Montag zu ihrer Nominierung. "Ihre Intelligenz, Hartnäckigkeit und ihre ruhige Herangehensweise machen Janet zu einer Wegbereiterin für Frauen überall", schrieb Lagarde auf Twitter und veröffentlichte dazu ein Foto von sich und Yellen. Sie freue sich auf eine Zusammenarbeit im Kampf gegen die derzeitigen "weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen".

Bereits am Vorabend hatte Biden das künftige Presseteam des Weißen Hauses vorgestellt - das ausschließlich von Frauen angeführt wird. Obamas einstige Kommunikationsdirektorin Jen Psaki wird Pressesprecherin des Weißen Hauses. Zur Kommunikationsdirektorin macht Biden Kate Bedingfield, die diesen Posten bereits in seinem Wahlkampfteam innehatte

Biden hatte die Präsidentschaftswahl vom 3. November gegen Trump gewonnen. Der frühere Vizepräsident bereitet seit Wochen die Übernahme der Amtsgeschäfte vor - obwohl Trump seine Wahlniederlage nach wie vor nicht eingesteht.

Am Montag sollte Biden erstmals die für den Präsidenten erstellte tägliche Unterrichtung der Geheimdienste erhalten. Das sogenannte Presidential Daily Briefing umfasst streng vertrauliche Informationen zur nationalen Sicherheit. In der Übergangsphase von einem Präsidenten zum nächsten wird es üblicherweise dem Amtsinhabern und dem künftigen Präsidenten vorgelegt. Trump hatte dies bislang aber verweigert, was auch bei seinen Republikanern auf wachsende Kritik stieß.

fs/bfi