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„Bezos sieht alle Menschen als Teil eines Logistikzentrums“: US-Komiker kritisiert Amazons Arbeitsbedingungen und glaubt, es kommt zur Revolution

Jon Stewart und Jeff Bezos.
Jon Stewart und Jeff Bezos.

Jeff Bezos ist einer der reichsten Männer der Welt. Den Erfolg hat er nicht zuletzt seinen Zukunftsvisionen zu verdanken, die er eisern verfolgt. Für den US-amerikanischen Comedian Jon Stewart allerdings stellten diese Visionen gleichzeitig eine Art „Rezept für Revolution“ dar, wie er in einem kürzlich erschienenen Podcast erwähnte. Dies habe er Bezos in der Vergangenheit bereits genau so gesagt.

In einer Episode seines Podcasts „The Problem With Jon Stewart“, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, erzählte Stewart von einem gemeinsamen Abendessen im Weißen Haus. Neben dem Comedian und Bezos hätten der damals amtierende US-Präsident Barack Obama und die ehemalige First Lady Michelle Obama zudem den Millionär Mark Cuban und einen weiteren, unbekannten Gast eingeladen, den Stewart als den „Erfinder des Virtual Reality Headsets Oculus“ bezeichnete.

Niemand wolle „Besorgungen für Menschen machen, die mehr besitzen als man selbst“, so Stewart

Laut Stewart habe Bezos an dem Abend von seinen Vorstellungen eines zukünftigen Wirtschaftssystems gesprochen. Dieses sei auf Arbeiter im Dienstleistungssektor angewiesen, die zuverlässig Aufgaben verrichteten. Stewart habe daraufhin Bedenken geäußert und gesagt, dass er anderer Meinung sei. Es läge in der Natur der Menschen, stolz auf die eigene Arbeit sein und das Gefühl haben zu wollen, positiv zur Gesellschaft beitragen zu können. Stewart fügte hinzu, dass niemand einfach nur „Botengänge für Menschen, die mehr haben als man selbst“ machen wolle.

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„Ich glaube, er sieht alle Menschen als Teil eines Logistikzentrums an“, so Stewart über Bezos. „Ich sagte ihm, dass seine Ansichten meines Erachtens wie eine Art Rezept zur Revolution seien. Daraufhin verstummten alle. Nach einer kurzen Weile hörte ich Obama vom anderen Ende des Sofas sagen, dass er mir zustimme.“

Das Geschäftsmodell von Bezos stößt immer wieder auf Kritik

Das Abendessen, von dem Stewart in der Podcastfolge erzählt, liegt mindestens fünf Jahre zurück. Seitdem häufte sich Kritik an dem Geschäftsmodell des Amazon-Gründers und dem Umgang mit seinen Mitarbeitern. Diese erzählten von zermürbenden Arbeitsbedingungen, unfairen Bewertungssystemen und dem konstanten Fokus auf kaum erreichbare Ziele, stets unter dem Deckmantel einer Unternehmenskultur, die „von Kunden besessen“ sei.

Während der Pandemie erreichte der Aktienkurs von Amazon - und dadurch auch das Nettovermögen von Bezos - einen neuen Höchststand. Der Onlineversandhändler verzeichnete seitdem mehr Bestellungen als je zuvor. Dieser Erfolg schien aber auch zu Situationen zu führen, die den von Stewart beschriebenen stark ähnelten: Die Arbeitsbedingen verschlechterten sich während der Pandemie und führten zu etlichen Streiks, auch in Deutschland.

Dieser Text wurde von Anika Faber aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.