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Bewertung von Aktienrückkäufen: Wann sinnvoll, wann nicht?

·Lesedauer: 3 Min.
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Aktienrückkäufe sind ein spannendes Mittel für ein Unternehmen, um weiteres Kapitel an die Investoren zurückzuführen. Das Kalkül dahinter ist sogar relativ zweigleisig. Einerseits geht es schließlich darum, den Aktienkurs durch ein größeres Kaufvolumen zu stützen. Andererseits aber vor allem darum, durch das Herausnehmen einer gewissen Aktienanzahl aus dem Markt den relativen Besitz jeder Aktie zu erhöhen.

Sind Aktienrückkäufe damit immer sinnvoll? Wie üblich gibt es auch hier gewisse Grenzen und Faktoren, die attraktiver sind als andere. Hier ist jedenfalls mein Überblick darüber, was sinnvoll erscheint. Und wann man als Investor vielleicht eher skeptisch sein sollte.

Aktienrückkäufe: Dann sinnvoll!

Bei der Bewertung von Aktienrückkäufen können wir eines jedenfalls sagen: Sie sind dann sinnvoll, wenn das Management die eigenen Anteilsscheine für eine günstige Gelegenheit hält, um den Wert und die Renditen für Investoren nachhaltig zu erhöhen. Ziemlich schnell erkennen wir: So manches Rückkaufprogramm erfüllt leider nicht diese Kriterien.

So ist es beispielsweise in meinen Augen grundsätzlich ratsam, über Aktienrückkäufe in einer volatilen Börsenphase nachzudenken. Bleibt das Kerngeschäft weitgehend stabil, investieren wir als Foolishe Investoren schließlich auch unterm Strich sehr gerne. Die gleichen Ansprüche an die Qualität bei der Bewertung und der Sinnhaftigkeit sollten wir auch hier stellen. Doch auch hier sehen wir sehr häufig: Pulver für Rückkäufe wird häufig eher in soliden Jahren verschossen. Bei günstigeren Bewertungen heißt es dann leider manchmal: Jetzt ist kein Raum für solche Kapitalrückführungen. In der Praxis entsprechend ein schwieriges Feld.

Aktienrückkäufe können jedoch auch sinnvoll sein, wenn sie konsequent und wirklich regelmäßig erfolgen. Kauft ein Management für einen Betrag X in jedem Jahr zurück, ist das auch eine Form des Cost-Average-Effekts. Mal werden weniger Anteilsscheine zu hohen Bewertungen gekauft, mal viele, wenn das Bewertungsmaß günstiger ist. Sofern die Mittel nicht anderweitig benötigt werden, ist das für mich ein derart legitimes Mittel wie eine stabile Dividende.

Es gibt auch Negativbeispiele

Aktienrückkäufe können jedoch auch sinnfrei sein. Insbesondere, wenn eine Aktie eine junge, dynamische und vielleicht gerade profitable Wachstumsgeschichte verbrieft, sollte man sich immer eine Frage stellen: Wäre das Geld nicht bei Reinvestitionen für weiteres Wachstum besser aufgehoben? Falls das Management das verneint: Warum sieht es keine neuen Wachstumsmöglichkeiten mehr? Das können ohne Zweifel merkwürdige Signale sein, die man unternehmensseitig sendet.

Zudem sind Aktienrückkäufe eher negativ, wenn die fundamentale Bewertung eines Unternehmens einfach zu hoch ist. Im Endeffekt ist es verschwendetes Geld, wenn man die finanziellen Mittel dafür verwendet, den eigenen Aktienkurs noch weiter zu pushen. Als Investor würde man schließlich auch nicht bei zu teuren Konditionen investieren. Wie gesagt: Das gilt auch für die Qualitätskriterien des Managements.

Zu guter Letzt sollte man analog zu unserem ersten Teil bedenken: Wenn ein Unternehmen konsequent Aktien zurückkauft, aber in einer Krise oder Korrektur keine Mittel mehr dafür bereithalten kann, ist zumindest das Timing schlecht. Besser wäre es dann, in stabileren Börsenzeiten auf die Rückkäufe zu verzichten, um zu günstigeren Konditionen effektiver zuzuschlagen.

Der Artikel Bewertung von Aktienrückkäufen: Wann sinnvoll, wann nicht? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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