Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 2 Minute

Das sind die besten Vielfliegerstatuskarten

·Lesedauer: 7 Min.

Miles- & -More oder doch lieber Executive Club? Warum Vielfliegerstatuskarten auch in der Coronakrise begehrt sind und welcher Status die meisten Vorteile bringt.

Alexander Koenig ist Gründer des Vielflieger- und Luxusreise-Portals First Class & More. Seit mehr als 15 Jahren erklärt er seinen Kunden, wie sie Premium-Flüge, Aufenthalte in Luxushotels sowie Vielfliegerstatuslevels günstiger erlangen.

Trotz Coronakrise erfreuen sich Vielfliegerstatuskarten großer Beliebtheit. Denn die inkludierten Statusvorteile wie Priority Check-in (ohne Warteschlangen), Fast Lane an den Sicherheitskontrollen, Lounge-Zugang, Priority Boarding und gegebenenfalls Upgrades oder freier Nebensitz machen schon in normalen Zeiten das Reisen deutlich komfortabler. Doch in der Coronakrise sind sie noch wertvoller geworden, denn was jetzt zählt, ist Social Distancing. Und Platz und Abstand sind im Reiseverkehr sonst leider ein knappes und teures Gut.

Wer immer in Business oder First Class unterwegs ist, genießt diese Vorteile als Bestandteil seines Tickets. Im Rahmen einer First-Class- & -More-Studie konnten wir dabei die zehn sichersten Flugprodukte aus einer Social-Distancing-Perspektive ermitteln. Doch gerade im innerdeutschen und innereuropäischen Verkehr ist der Aufpreis für die höhere Kabinenklasse oft erheblich. Dank Vielfliegerstatus kommt man aber bei vielen Airlines auch mit einem günstigen Economy-Class-Ticket zu diesen Vorteilen.

Doch Vielfliegerstatus ist nicht gleich Vielfliegerstatus. Die meisten Airlines bieten drei unterschiedliche Vielfliegerstatuslevels an. Während manche Statusvorteile wie Priority Check-in und Lounge-Zugang in allen Flugallianzen zu finden sind, gibt es bestimmte Vorteile wie zum Beispiel Familienkonto, reduzierte Preise für Prämienflüge oder Limousinenservice nur bei sehr wenigen Vielfliegerprogrammen. Über allem thronen dann noch die „Invitation Only“ (nur auf Einladung) Statuslevels, die ganz bestimmten Kunden vorbehalten sind.

Im Folgenden sollen die drei Vielfliegerstatusebenen anhand des Lufthansa-Miles- & -More-Programms im Vergleich zum British Airways Executive Club und Air France Flying Blue betrachtet werden.

Der Einstieg in die Welt der Vielflieger

Im Lufthansa Miles- & -More-Programm startet alles mit dem Lufthansa Frequent-Traveller-Status. Diesen erreicht man mit 35.000 Statusmeilen oder 30 Flugsegmenten auf ausgewählten Partnerairlines in einem Kalenderjahr. Man kann dann am Business-Class-Schalter einchecken, ein zusätzliches Gepäckstück mitnehmen und als eine Person die Business Class Lounges der vollintegrierten Miles- & -More-Partner (Lufthansa, Austrian, Swiss, LOT, Luxair) nutzen.

Im British Airways Executive Club sowie im Flying Blue Vielfliegerprogramm von Air France und KLM gibt es mit dem Bronze (Executive Club) bzw. Silver Status (Flying Blue) noch keinen kostenfreien Lounge-Zugang. Dafür beinhalten diese Statuslevels neben einem Punktebonus den Priority Check-in und das Priority Boarding auf der gesamten Allianzebene. Gerade bei SkyTeam (Flying Blue) erhält man über das so genannten SkyPriority-Konzept konsistent bei allen Mitgliedsairlines Vorrang am Check-in, an der Security und beim Boarding.

Das beliebteste Statuslevel bei Vielfliegern

Für den Lufthansa Senator-Status – das zweithöchste Statuslevels des Kranichs – muss man 100.000 Statusmeilen in einem Kalenderjahr erfliegen. Dafür erhält man als Senator dann auch zu zweit Zugang zu den edlen Senator Lounges sowie Star Alliance Gold-Lounges. Fast Lane an den Sicherheitskontrollen, Priority Boarding und kostenfreie Sitzplatzreservierungen sind ebenfalls inkludiert. Als ganz besondere Vorteile sind zwei Upgrade-E-Vouchers als auch der sogenannte Companion Award zu nennen, bei dem eine mitreisende Person nur 50 Prozent der regulär benötigten Meilen für ein Prämienticket zahlen muss.

Das Senator-Status Äquivalent bei British Airways heißt Silver Status und schließt ähnliche Vorteile ein mit Ausnahme der genannten „besonderen“ Vorteile. Bei Air France ist es der Gold Status, der ebenfalls ähnliche Vorteile bietet. Zusätzlich können auch Economy Comfort Sitze mit 50 Prozent Rabatt reserviert werden.

Der heilige Gral der Vielflieger

Seit seiner Einführung ist der Lufthansa HON Circle Status so etwas wie der heilige Gral der Vielflieger. Stolze 600.000 sogenannte HON-Circle-Meilen muss man ausschließlich in Business und First Class mit bestimmten Carriern in zwei Kalenderjahren einfliegen. Wenn man sich vor Augen hält, dass der Erdumfang 25.000 Meilen beträgt, eine gewaltige Herausforderung, wobei man in First Class inklusive des sogenannten Executive Bonus bis zu 3,25 Mal die geflogene Strecke als Gutschrift erhält. Doch das First-Class Netz-wird aufgrund von COVID-19 weiter ausgedünnt werden.


„Invitation Only“: Diese Statuslevels sind besonders exklusiv

Als HON Circle Member darf man unabhängig von der gebuchten Kabinenklasse die Lufthansa und Swiss First-Class-Lounges zusammen mit einer Begleitperson nutzen. Dazu gehört auch das legendäre First Class Terminal in Frankfurt. Aufgrund der Coronakrise ist letzteres leider temporär geschlossen, soll laut Aussage von Lufthansa aber wieder öffnen, wenn die Buchungen wieder ansteigen.

Weiterhin wird man an den Lufthansa-Hubs in Frankfurt und München mit der Limousine zum Flugzeug gefahren oder abgeholt, sofern man auf einer Außenposition abfliegt oder ankommt. Mit Erreichen des HON-Circle-Status erhält man zudem acht Upgrade-E-Voucher und kann eine Senator-Statuskarte verschenken. Schließlich hat man bis 14 Tage vor Abflug auch perfekte Prämienflugverfügbarkeit bis hoch zur Business Class, wenn Tickets noch käuflich für den Flug zu erwerben sind.

Wer bei British Airways 5.000 Tierpoints innerhalb eines Mitgliedsjahres einfliegt, wird Gold-Guest-List-Mitglied und erhält zudem noch eine Concorde Room Card ausgehändigt. Mit dieser kann man in London Heathrow und anderen ausgewählten Flughäfen den exklusiven Concorde Room betreten, welcher sonst nur First-Class-Gästen offen steht.

Wie beim regulären British Airways Gold-Status, kann man über die oneworld-Emerald-Statusebene auch allianzweit die First Class Lounges der Partnerairlines, wie von etwa Japan Airlines oder Qantas, sowie den exklusiven First Wing Fast Track in London nutzen.

Über den regulären Gold-Status hinaus erhalten Gold-Guest-List-Mitglieder allerdings noch Upgrade-Vouchers und die Möglichkeit, eine Gold- und zwei Silver-Statuskarten zu verschenken. Ein Limousinenservice steht allerdings wie bei Lufthansa nicht zur Verfügung und der Concorde Room kommt von der Exklusivität auch nicht an das First Class Terminal in Frankfurt heran.

Der Flying Blue Platinum Ultimate Status kommt im Vergleich zu Lufthansa und British Airways deutlich bescheidener daher und bietet nicht einmal Zugang zur Air France First Class Lounge, Reisende müssen hier mit einem abgesperrten Bereich in der normalen Business Class Lounge vorlieb nehmen. Die Vorteile fokussieren sich hier hauptsächlich auf das Soft Produkt wie den Service an Bord.

Die geheime Welt der „Invitation Only“-Statuslevels

Über den regulär mit Flügen erreichbaren Statuslevels angesiedelt, gibt es aber noch eine weitere sehr exklusive Kategorie von Statuskarten. Die so genannten „Invitation Only“-Statuslevels. Diese sind nicht über Statusmeilen regulär erreichbar, sondern man muss von der Airline zu diesem Status ernannt werden. Ein Beispiel dafür ist etwa der British Airways Premier Status. Dieser wird von der Geschäftsleitung an ausgewählte Würdenträger und Entscheider sowie einige Top-Kunden verliehen. Neben allen Vorteilen der Concorde Room Card kommen Premier Karten Inhaber auch in den Genuss von persönlichen Begleitern am Flughafen und kostenfreien Upgrades in die First Class. Da der Status nicht publiziert ist, sind die genauen Vorteile aber geheim.

Fast noch exklusiver kommt der Emirates IO (Invitation Only) Status daher. Dieser wird an ausgewählte Top-Kunden mit einem Umsatz von über eine Millionen Dollar sowie an wichtige Würdenträger und Entscheider verliehen. Vorteile des Statuslevels sind unter anderem Zutritt zu den Emirates First Class Lounges weltweit unabhängig von der gebuchten Airline oder Reiseklasse mit bis zu zehn Gästen, Limousinentransfer zu Außenpositionen in Dubai sowie die Möglichkeit, sein Essen an Bord schon vor Anflug individualisiert zusammenstellen zu lassen.

Mit dem American Airlines Concierge Key und dem United Airlines Global Services Status bieten auch zwei große US-Airlines ein „Invitation Only“-Statuslevel an. Hauptvorteil ist hier vor allem die besonders hohe Upgrade-Priorität auf Inlandsflügen. Lufthansa bietet bisher kein „Invitation Only“-Statuslevel über dem HON Circle an.

Vielfliegerstatus ist also nicht gleich Vielfliegerstatus. Doch schon die Einstiegsstatuslevels bieten teilweise Vorteile wie Loungezugang sowie Priority Dienstleistungen, welche gerade in Zeiten der Coronakrise besonders attraktiv sind. Mit höheren Statuslevels gibt es auch zusätzliche Vorteile für Mitreisende. Der HON Circle Status stellt nach wie vor das attraktivste über Flüge erreichbare Statuslevel dar. Am einfachsten zu erreichen ist übrigens der British Airways Gold Status. Bisweilen zahlt man für die dafür notwendigen Flüge, wenn man sich auskennt, weniger als für einen Lufthansa Frequent Traveller Status.

Mehr zum Thema: Wo sich Meilen sammeln lohnt: Die besten Vielfliegerstatuskarten