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Das sind die besten Tricks für Meilensammler

Wie Vielreisende am meisten aus ihren gesammelten Meilen herausholen, verraten wir hier. (Bild: Getty)

Wer Airline-Bonusprogramme nutzt, hat dadurch viele Vorteile. Wie Vielreisende am meisten aus ihren gesammelten Meilen herausholen, verraten wir hier.

Vor dem Abflug einen Drink in der Lounge genießen, an Bord mit Namen begrüßt werden und Gratisflüge genießen: Wer einmal im Vielfliegerprogramm einer Fluggesellschaft drin ist, hat viele Vorteile. Wie können Kunden ihre Meilen noch besser nutzen? Können sie Meilen von einer anderen Airline übernehmen? Und welche Tricks gibt es für alle, die noch keine Statuskarte haben?

1. Einen Status matchen

Immer wieder gibt es Angebote von Airlines, die einen bereits vorhandenen Status bei einem Vielfliegerprogramm der Konkurrenz übernehmen. Sehr selten wird der Status direkt „gematched“. Airberlins Vielfliegerprogramm Topbonus hat das früher ohne Probleme gemacht: Ein Foto der anderen Vielfliegerkarte und ein Auszug aus dem Meilenkonto reichten in der Regel. Auch Turkish Airlines oder Iberia haben ihre Statuskarten in der Vergangenheit schon sehr freimütig herausgegeben.

Bei vielen Programmen gibt es heute eine „Match-Challenge“: Der Kunde muss dann zwar einige Male fliegen, aber weit weniger, als dies normalerweise für den betreffenden Status der Fall wäre. Hat man die entsprechenden Meilen oder Segmente zusammen, erhält man den Status dauerhaft. Aktuell gibt es solche Aktionen etwa bei Delta, United, Turkish Airlines oder der chilenischen Latam.

2. Sammeln in Istanbul

Etwas abfällig schauen Lufthansa-Fans auf Statuskarten von Aegean und Turkish Airlines. Denn die Vielfliegerprogramme der Fluggesellschaften aus Griechenland und der Türkei bieten einen viel einfacheren Weg zum Star-Alliance-Goldstatus. Bei Miles + Bonus von Aegean (Spitzname: „Gyrosgold“) gibt es den Goldstatus bereits nach 36.000 Statusmeilen und sechs Flügen mit den Griechen innerhalb von zwölf Monaten. Zum Vergleich: Für Lufthansas Senator sind 100.000 Statusmeilen in einem Kalenderjahr nötig. Bei Turkishs Programm Miles & Smiles („Dönergold“) reichen 40.000 Statusmeilen in zwölf Monaten aus.

Die US-Airline United, ebenfalls Mitglied der Star Alliance, stellt ihr Statussystem ab 2020 um. Künftig lässt sich der Goldstatus mit einer Kombination aus 24 qualifizierenden Flügen und Ausgaben in Höhe von 8000 Dollar erreichen – oder nur über die Grenze von 10 000 Dollar, wobei Steuern und Gebühren beispielsweise nicht mit in die Ausgaben zählen. Eine der größten Absurditäten: Mit dem Goldstatus von United darf man selbst dann in die Lufthansa-Lounge, wenn man bei Eurowings nur den billigsten Basic-Tarif bucht. Das darf man als Lufthansa-Vielflieger nicht.

3. Mit 40 Flügen zum Katzengold

Die afrikanische Airline Ethiopian ist ein Geheimtipp unter Vielfliegern. Bei deren Programm Sheba Miles (Spitzname: „Katzengold“) braucht man nur 40 Flugsegmente innerhalb eines Jahres, um den begehrten Star-Alliance-Goldstatus zu bekommen, der auch die Türen in die Senator Lounge der Lufthansa öffnet. Man muss dafür nicht ein einziges Mal mit Ethiopian selbst fliegen. Es reichen auch Flüge mit den anderen Partnern der Star Alliance wie etwa Swiss oder Lufthansa.

Allerdings gelten nicht alle Buchungsklassen als zählbares Segment. Bei der Lufthansa wird zum Beispiel die günstigste Economy-Klasse K nicht gewertet. Wer viel in teureren Buchungsklassen unterwegs ist und vor allem auf kurzen Europastrecken fliegt, kommt so schnell in den Genuss des Goldstatus.

Fliegt man mit Eurowings, bringt einem Sheba Miles aber nichts: Da Eurowings kein Mitglied der Star Alliance ist, kommt man mit einem Goldstatus von Ethiopian nicht in die Lounge und kann dafür auch keine Meilen sammeln. Dazu braucht man dann wieder mindestens den eigentlich niedrigeren Frequent-Traveller-Status (FTL) der Lufthansa, den es für 30 Flugsegmente binnen eines Jahres gibt.

4. Fast Lane per Kreditkarte

Eurowings bietet seit einigen Jahren eine eigene Kreditkarte in Kooperation mit der britischen Bank Barclays an. Jeder Euro, der mit der Karte umgesetzt wird, entspricht einer Meile im Vielfliegerprogramm „Boomerang Club“. Ein Freiflug in der günstigsten Klasse lässt sich bei Eurowings ab 10.000 Meilen buchen, geringe Steuern und Gebühren kommen noch dazu.

Im ersten Jahr kostet die Karte nichts, in den Folgejahren werden für die Gold-Variante 69 Euro fällig. Dafür hat diese Karte aber, im Gegensatz zur Miles- & -More-Kreditkarte der Lufthansa, mehrere Vorteile: Bucht man seinen Eurowings-Flug mit der Karte, kann man an den großen deutschen Flughäfen und auch an einigen europäischen die Fast Lane bei der Sicherheitskontrolle benutzen.

Auch einchecken darf man mit der Kreditkarte am Priority-Counter – ganz ohne Vielfliegerstatus. Und wer mit Kindern unter zwölf Jahren reist, bekommt immer ein kostenloses Gepäckstück dazu.

5. Lounge bei jedem Flug

Wem es vor allem um die Lounge vor dem Flug geht, um zu essen und zu arbeiten, braucht nicht unbedingt einen Status bei einer Airline. Mit dem Priority Pass lassen sich weltweit mehr als 1 200 Lounges besuchen, egal, mit welcher Airline oder in welcher Buchungsklasse man unterwegs ist. 399 Euro zahlt man pro Jahr für die Prestige-Mitgliedschaft, damit sind alle Lounge-Eintritte kostenlos.

Wer viel unterwegs ist, sollte auch einen Blick auf die Platinum-Card von American Express werfen. Die teuerste Reisekreditkarte in Deutschland (660 Euro im Jahr) hat die Prestigevariante des Priority Pass schon inkludiert. Der Pass gilt automatisch für den Karteninhaber und den Zusatzkarteninhaber. Die Platin-Amex, mit der der Handelsblatt Wirtschaftsclub eine Partnerschaft eingegangen ist, bietet noch andere Vorteile. Etwa ein Reiseguthaben von jährlich 200 Euro, über das sich bei Amex Reisen buchen lassen, ein 200-Euro-Guthaben bei der Taxi-App Sixt Ride und einen automatischen Hotel-Status bei Ketten wie Hilton, Marriott und Radisson.

Auch deutsche Banken geben Kreditkarten heraus, die bereits Loungezugang beinhalten, etwa die Mastercard Platinum von der Sparda Bank Hessen, die Visa Infinite von der Hypo-Vereinsbank oder die Mastercard Platin der Deutschen Bank.

6. Den Meilenverfall stoppen

Nach drei Jahren verfallen bei Miles & More die Prämienmeilen. Abhilfe schafft nicht nur ein Status: Auch wer die Miles- & -More-Kreditkarte sein Eigen nennt, ist vor dem Verfall geschützt. Die Karte kostet in der günstigsten Variante knapp 55 Euro. Es kann aber auch anders gehen: United hat in seinem Meilenprogramm erst vor Kurzem den Verfall gestoppt. Alle Sammler können nun unbegrenzt sammeln, was vor allem Gelegenheitsfliegern entgegenkommt.