Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 37 Minuten

Das sind die besten Kopfhörer fürs Arbeiten im Homeoffice

Die neue Generation Noise-Cancelling-Kopfhörer verspricht himmlische Ruhe. Doch wie viel kosten gute Geräte? Worauf muss man achten? Ein Überblick.

DJ-Qualität aus Norwegen liefert der Hersteller Kygo. (Credit: Kygo Life) Foto: dpa

Plötzlich Homeoffice: Um das Coronavirus einzudämmen, haben viele Firmen ihren Büro-Angestellten derzeit die Arbeit zu Hause verordnet. Doch die Arbeit in den eigenen vier Wänden ist für viele Mitarbeiter nicht nur recht ungewohnt, sondern mitunter auch noch laut.

Krach, Lärm, Ablenkung: Entweder werfen kleine Kinder Sesselkissen in die Luft und rennen schreiend durchs Wohnzimmer, wenn sie sich nicht gerade im Corona-Lagerkoller in die Haare geraten. In den Wahnsinn treiben kann uns aber auch der staubsaugende Ehepartner oder laufende Spül- und Waschmaschinen, die man selbst wegen der Anlaufschwierigkeiten im Homeoffice eingeschaltet hat.

Am Nachmittag klingelt dann der Postbote. Oder die Nachbarin von obendrüber startet ihr virtuelles Zumba-Workout, während der nette Herr Meier von nebenan schonmal sein Badezimmer renoviert – schließlich dürfen einige Baumärkte und Gartencenter unter Auflagen weiterhin öffnen. Und mitunter wird auch noch auf der anderen Seite der Straße gerade gebaut. Zu Hause in Ruhe arbeiten: das ist ohne die richtige technische Ausstattung gar nicht so einfach.

Noise-Cancelling rettet Nerven

Wenn es um mich herum zu laut wird, hilft mir oft Lieblingsmusik auf den Kopfhörern, die ich dank meines Smartphones sowieso immer mit dabei habe. Aber auch wenn Sie Musik beim konzentrierten Arbeiten in den eigenen vier Wänden stört, gibt es eine passende Lösung: Noise-Cancelling-Kopfhörer. Diese Geräte sind in der Lage, laute Umgebungsgeräusche aktiv zu unterdrücken und haben mir schon so manchen Arbeitstag gerettet – übrigens auch im Großraumbüro.

Der besondere Vorteil: Die meisten Noise-Cancelling-Modelle funktionieren auch ganz ohne Musik, damit man einfach mal nur seine Ruhe zum Lesen oder Arbeiten hat. Doch wie viel kosten gute Geräte, worauf muss man beim Kauf achten? Einige Modelle im Überblick.

Was kosten gute Kopfhörer?

Ich habe in den vergangenen Jahren für unseren Technik-Rubrik etliche Kopfhörer getestet. Gute, schlechte, unglaublich teure, aber auch relativ preiswerte Kopfhörer. Die Frage mit dem Preis lässt sich gar nicht so pauschal beantworten. Es kommt schließlich darauf an, welche Ansprüche Sie haben und wie Sie den Kopfhörer nutzen wollen.

Aber für den einfachen Fall, im Homeoffice oder im Großraumbüro störende Geräusche auf ein Minimum zu reduzieren, behaupte ich: Für einen guten Effekt sollten Sie im Schnitt etwa 150 Euro ausgeben.

Eine gute Schallisolation bieten aber auch schon konventionelle Over-Ear-Kopfhörer, die das komplette Ohr umschließen und die Sie teilweise deutlich günstiger kaufen können. Als Brillenträgerin kann ich Ihnen aber raten, vor dem Kauf unbedingt verschiedene Modelle anzuprobieren. Denn je nach Größe können die Ohrpolster ordentlich Druck auf die Brillenbügel geben und dadurch Kopfschmerzen verursachen.

Over-Ears mit Noise-Cancelling

Bowers & Wilkins PX Wireless: Fürs konzentrierte Arbeiten am Schreibtisch bin ich persönlich ein Fan geworden von großen Over-Ear-Kopfhörern. Zur Zeit bin ich äußerst glücklich mit einem älteren Modell der Edelschmiede Bowers & Wilkins.

Dieser hochwertige PX-Kopfhörer blendet störende Umgebungsgeräusche stundenlag tadellos aus – ohne Kabel-Wirrwarr. Das Besondere an diesem Gerät: Sie können die Noise-Cancelling-Funktion bei Bedarf auch unmittelbar per Knopfdruck abschalten, etwa um wichtige Durchsagen („Essen ist fertig, kommst du?“) oder den nächsten Videocall mit den Teamkollegen nicht zu verpassen. Preis: 199 Euro.

Kygo A11/800 - DJ-Qualität aus Norwegen: Ruhe und Stille auf die Ohren bringen, das kann auch der norwegische DJ und Musikproduzente Kygo aus Bergen, der erst kürzlich das erste Modell mit Noise-Cancelling-Funktion auf den Markt gebracht hat. Der A11/800 ist so gut verarbeitet, dass weder Geräusche vom Kopfhörer nach außen dringen, noch äußere Einflüsse den Träger nerven.

Bedient wird der Kygo über die Touch-Oberfläche auf der rechten Seite. Das Design: stylisch-skandinavisch. Die Verarbeitung: robust, kompakt (die Kopfhörer können für den Transport zusammengeklappt werden) und hochwertig.

Das Modell verfügt, wie der PX von Bowers & Wilkins auch, über eine sensationelle Batterielaufzeit von über 20 Stunden und wiegt gerade einmal 250 Gramm. Mit dem A11/800 können Sie sich bis zu zehn Meter von ihrem Smartphone entfernen, ohne dass die glasklare Musikübertragung an Qualität verliert. Via App können Sie das Klangbild außerdem ganz individuell anpassen und dank seiner ultraweichen Ohrpolster kann man den A11/800 extrem lange auf dem Kopf tragen. Erhältlich in schwarz und weiß. Preis: 299 Euro UVP, im Netz aktuell für 249 Euro.

Noise-Cancelling In-Ears mit Halsbügel

Bose QuietControl 30: Von Bose gibt es eine gute In-Ear-Alternative, wenn Sie Ihre Kopfhörer nicht so gerne auf dem Kopf tragen: das Modell QuietControl 30. Sie sind gleich aus zwei Gründen besonders praktisch. Erstens: Es gibt keine lästigen Kabel, denn das Gadget lässt sich einfach kabellos per Bluetooth mit dem Smartphone oder Ihrem Tablet verbinden.

Zweitens: Sie können per Knopfdruck selbst bestimmen, wie viel Sie von den Umgebungsgeräuschen wahrnehmen möchten; beispielsweise wenn Sie – mal nicht im Homeoffice – auf Ihren Flug warten! Dann passen Sie die Lärmreduzierung so an, dass Sie den Aufruf zum Boarding hören können. Der Klang ist - wie man das bei Bose nicht anders erwarten kann - spitzenmäßig. Lesen Sie hier einen ausführen Test dazu von uns. Preis: im Online-Handel ab 192 Euro, im Bose-Shop 299,95 Euro.

PI4 von Bowers & Wilkins: Die perfekte Kombination aus gutem Klang und adaptivem aktivem Noise-Cancelling kommt von Bowers & Wilkins. Der In-Ear-Kopfhörer PI4 macht frühestens nach zehn Stunden schlapp, bevor er wieder an die Steckdose muss. Die Geräuschunterdrückung lässt sich, wie bei Bose auch, individuell per Knopfdruck anpassen.

Weiterer Pluspunkt des Kopfhörers: dank der drei eingebauten Mikrofone kann ich Telefongespräche ohne Rascheln, Rauschen oder Knarzen in einer extrem guten Qualität führen. Und wenn ich nach einem Homeoffice-Tag noch Sport treiben und eine Runde um den Block joggen möchte, habe ich den PI4 auch in den Ohren stecken. Preis: 299 Euro.

Normale In-Ears ohne Noise-Cancelling

Auch ganz normale In-Ears können übrigens je nach Bauart und verwendetem Ohrpassstück schon eine richtig gute Schallisolierung bieten. Schließlich werden die Geräte ja tief in den Gehörgang geschoben. Gleich drei Modelle konnte ich in der letzten Zeit testen.

Powerbeats Pro von Beats by Dre: Komplett ohne Kabel, die irgendwie stören können, sind die Powerbeats Pro von Beats by Dre. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, sind diese Kopfhörer vielleicht sogar noch praktischer, als der zuvor beschriebene PI4.

Die Kopfhörer- und Musikstreamingfirma gehört seit 2014 zum Smartphone-Giganten Apple. Kaum verwunderlich also, dass hier dieselbe Technik (HI-Chip) verbaut ist, wie in Apples Airpods 2. Allerdings haben die Powerbeats Pro dank der angenehmen Silikon-Ohrbügel einen entscheidenden Vorteil: man muss nicht permanent Angst haben, die Kopfhörer zu verlieren.

Außerdem lassen sie sich richtig in den äußeren Gehörgang schieben, während die Airpods eher vor dem Gehörgang sitzen. Entsprechend intensiv und absolut überzeugend ist der Sound – sowohl beim Musikhören als auch bei Telefongesprächen. Geladen werden die smarten Kopfhörer kabellos über die Ladeschale und zwei Kontaktpunkte.

Fünf Minuten Ladezeit reichen für eine bis eineinhalb Stunden Musikhören. Insgesamt liegt die Wiedergabezeit für jeden Kopfhörer bei bis zu neun Stunden. Erhältlich in Schwarz, Elfenbeinweiß, Moosgrün und Marineblau. Preis: 249,95 Euro.

Plantronics Backbeat Fit 3200: Der Backbeat Fit 3200 von Plantronics ist eigentlich von Haus aus ein Headset für Sportler. Was natürlich nicht ausschließt, dass man die Kopfhörer auch am Schreibtisch tragen kann. Die Laufzeit ist mit insgesamt über 24 Stunden (davon kommen 16 Stunden über das Ladeetui) eine Wucht und wenn ich möchte, kann ich via App ein Ohr freihalten. Wenn Sie es mal eilig haben: Nur 15 Minuten in der Ladeschale bringen mit der Schnellladefunktion wieder für 1,5 Stunden Power.

Die Kopfhörer sitzen auch nach Stunden noch komfortabel im Gehörgang und dank der eingebauten Always-Aware-Technologie bekommen Sie Umgebungsgeräusche ganz bewusst mit. Was ja vielleicht auch nicht ganz verkehrt ist, wenn man im Wohnzimmer nebenan kleine Kinder hat, die man nicht stundenlang unbeaufsichtigt lassen möchte.

Auch beim Sport auf der Straße muss das kein Nachteil sein. Denn es gibt leider immer wieder Unfälle mit Joggern, die herannahende Straßenbahnen oder Autos nicht gehört haben. Anrufe, Playlisten, Workouts etc. lassen sich über die Touch-Fläche direkt am Stöpsel steuern. Preis: 149,99 Euro.

On-Ear-Kopfhörer ohne Noise-Cancelling

Allerdings lohnt es sich nicht für jeden, in teure Noise-Cancelling-Kopfhörer zu investieren. In vielen Fällen bieten konventionelle Kopfhörer geschlossener Bauart schon ausreichende Schallisolation und sind teils deutlich preiswerter.

Beyerdynamic Aventho Wireless: Vor zwei Jahren auf der letzten IFA in Berlin vorgestellt: Beyerdynamics kabelloser Kopfhörer Aventho. Besonders daran ist die integrierte Klang-Personalisierung, die der Heilbronner Hersteller in Zusammenarbeit mit dem Berliner Hörtechnologie-Start-up Mimi Hearing Technologies entwickelt hat.

Damit wird der Kopfhörer so etwas wie die Brille fürs Ohr und liefert sozusagen einen an das individuelle Hörvermögen angepassten Sound. Pluspunkt fürs Arbeiten im Homeoffice: Ein integriertes Mikrofon für den Einsatz als Headset. Preis: aktuell 369 Euro

Kygo A9/600: Günstiger, aber qualitativ eine Wucht sind die Kopfhörer A9/600 von Kygo. Bedient wird der A9/600 über die Touch-Oberfläche auf der rechten Seite. Im Lieferumfang mit dabei: ein kleiner Transportbeutel und ein Kabel, um den Kopfhörer auch direkt an an der Klinke anschließen zu können, wenn der Akku mal leer sein sollte.

Mit einer Ladung lassen sich allerdings problemlos bis zu 20 Stunden Musik hören. Preislich liegen die stylischen Bluetooth-Kopfhörer (die in fünf verschiedenen Farben erhältlich sind) bei 199,90 Euro.

Sony Xperia Ear Duo: Zuletzt noch das Xperia Ear Duo. Sony setzt bei diesen drahtlosen Stereo-Kopfhörern auf Open-Ear-Technologie, die im Alltag etliche Vorteile hat. Der Kopfhörer lässt sich per Sprache, über eine Touch-Funktion der Oberfläche mit den Fingern und sogar auch mit Kopfbewegungen steuern. Eingehende Telefonanrufe lassen sich also dank eines eingebauten Bewegungssensors mit Kopfschütteln ablehnen oder mit Kopfnicken annehmen.

Die Akkulaufzeit gibt Sony mit vier Stunden an, mit Ladeschale – einer Art kabelloser Powerbank – sind es bis zu 16 Stunden. Mit der Ladeschale kann man die Kopfhörer bis zu zwei Mal komplett aufladen, bevor sie wieder an die Steckdose müssen. Der Akkustand lässt sich über die zugehörige App abrufen, auch Software-Updates laufen darüber.

Besonders praktisch sind die Kopfhörer beim Telefonieren oder Podcast-Hören auf längeren Autofahrten. Dadurch, dass sie meinen Gehörgang nicht verschließen, bekomme ich alle wichtigen Geräusche um mich herum noch mit.

Das ist auch dann nützlich, wenn ich per Bahn oder Flugzeug unterwegs bin und wichtige Durchsagen oder Verkehrsmeldungen nicht verpassen will. Bei Bedarf liefern die Sony-Kopfhörer auch relevante Informationen zu Zeit und Ort und erinnern zum Beispiel bei Ankunft im Büro an das nächste Meeting. Auch Nachrichten lassen sich vorlesen, die dann über die Spracheingabe beantwortet werden können. Preis: je nach Online-Händler ab 179 Euro.