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Besteht die Zooplus-Aktie den Burggraben-Test?

·Lesedauer: 3 Min.

Zooplus (WKN: 511170), der größte Zoofachhandel der Welt, gehört zu den Profiteuren der Coronapandemie. Ob Katze, Hund oder Hamster: Die Nachfrage steigt rasant. Nach Angaben des Verbands für das deutsche Hundewesen (VDH) sind im Jahr 2020 allein rund 20 % mehr Hunde gekauft worden als in den Jahren davor. In ganz Europa haben sich Haushalte noch mehr Haustiere angeschafft als bereits in den Jahren zuvor.

Lohnt sich mitten in diesem Boom noch ein Einstieg? Die Aktie von Zooplus notiert aktuell bei 223,80 Euro (Stand: 17. Mai 2021).

Zooplus peilt Umsatzverdopplung bis 2025 an

Das Management um CEO Cornelius Patt will den Umsatz bis 2025 auf mindestens 3,4 Mrd. Euro steigern. Von jedem Euro sollen dann mindestens 4 Cent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hängen bleiben.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz von Zooplus im ersten Quartal 2021 um 16 % auf 509 Mio. Euro. Die Zahl der wiederkehrenden Kunden stieg um 15 %. Das EBITDA verdreifachte sich auf 24,5 Mio. Euro.

Unterm Strich stand ein Quartalsgewinn von 10,3 Mio. Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 0,5 Mio. zu Buche stand. Der Free Cashflow stieg auf 48 Mio. Euro.

Höherer Umsatz mit steigender Kundenbasis

Europas zweitgrößter Einzelhändler für Heimtierbedarf verzeichnet eine hohe Aktivität der Bestandskunden und besonders gute Geschäfte mit Neukunden, wodurch Effizienzgewinne erzielt und Margen erhöht werden können.

Die Zahl der wiederkehrenden Kunden stieg in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 15 %. 97 % der in den letzten zwölf Monaten gewonnenen Kunden kamen wieder und kauften mindestens ein zweites Mal ein.

Die Zahl der Premiumkunden („Subscribe and Save“) stieg um 30 % auf 2,1 Mio. Ihr Anteil am Umsatz stieg auf 54 %. Hier muss Zooplus in Zukunft jedoch noch weiter zulegen. Der Branchendurchschnitt liegt bei gut 70 %.

Das Umsatzpotenzial zufriedener Kunden ist groß

Schließlich geben die Zooplus-Premiumkunden rund 80 % mehr aus als die Kunden, die nicht im Subscribe-and-Save-Programm angemeldet sind.

Der Umsatz pro wiederkehrendem Kunden stieg in den letzten zwölf Monaten über alle Kundensegmente hinweg auf 388 Euro. Premiumkunden geben sogar 530 Euro pro Jahr aus. Zum Vergleich: Europäische Bürger verkonsumieren im Schnitt 200 Euro pro Haustier und Jahr.

Die Eigenmarken von Zooplus florieren

Insbesondere das florierende Geschäft mit den Eigenmarken lässt die Chancen steigen, dass das Managementziel, die EBITDA-Marge auf 4 % zu steigern, erreicht werden kann.

Der Umsatz mit Eigenmarken stieg im ersten Quartal 2021 um 34 %. Ihr Anteil am Gesamtumsatz kletterte auf 17,4 %.

Die Konkurrenz ist groß und stark

Wir Fools schauen bei jedem Unternehmen besonders darauf, ob ein sogenannter Burggraben vorhanden ist. Wir sehen es mit großer Freude, wenn ein Unternehmen eine starke, möglichst unangreifbare Marktposition innehat – sei es aufgrund starker Marken, exklusiver Vertriebsmöglichkeiten oder infrastruktureller Dominanz.

Im Falle von Zooplus muss ich dies leider verneinen. Es existieren auch keinerlei regulatorische oder juristische Hürden. Jeder kann mit Heimtierbedarf online Geld verdienen.

Und insbesondere für Amazon (WKN: 906866) ist dies eine weitere Kategorie neben vielen anderen. Seiner Vertriebsmacht kann auch Zooplus wenig entgegensetzen.

Hier wird die bislang magere Kundenbindung zum Schwachpunkt für Zooplus. Die Markentreue ist gering. Das Geschäftsmodell ist damit angreifbar.

Die Zooplus-Aktie ist zu teuer

Zurzeit lasse ich die Finger von dem Papier. Mit einem Kurs-Cashflow-Verhältnis von 24,4 wird es am Markt überschätzt. Dennoch verfolge ich die weitere Entwicklung mit großem Interesse.

Insbesondere wird es spannend zu beobachten sein, ob Zooplus auch nach der Coronakrise steigende Free Cashflows für seine Aktionäre generieren kann.

Der Artikel Besteht die Zooplus-Aktie den Burggraben-Test? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2021