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Der beste Vorsatz, den man im Jahr 2020 treffen muss

Motley Fool Investmentanalyst

In ein paar Tagen werden wir offiziell ein neues Jahr und ein neues Jahrzehnt einläuten. Das bedeutet für Millionen von Menschen, dass es wieder einmal Zeit für gute Vorsätze ist.

Bei den meisten Amerikanern beziehen sich die Neujahrsvorsätze auf die Gesundheit, wie z. B. der Wunsch, ein paar Kilos abzunehmen, öfter Sport zu treiben oder mit dem Rauchen aufzuhören. Aber es gibt einen noch wichtigeren Vorsatz, den die meisten Amerikaner im Jahr 2020 treffen sollten: die Kontrolle über ihr eigenes finanzielles Schicksal zu übernehmen.

Die Manager tun dir keinen Gefallen

Ich verstehe – es ist wirklich einfach, dein Geld in Investmentfonds zu investieren und den Fondsmanagern zu erlauben, die ganze harte Arbeit zu leisten, wenn es darum geht, dein Geld langfristig zu vermehren. Aber Fondsmanager sind nicht wirklich gut in ihrem Job, wenn man sich wirklich mit den Daten beschäftigt.

S&P Dow Jones Indices ist jedes Jahr für die Veröffentlichung der SPIVA U.S. Scorecard verantwortlich, ein Bericht, der die Performance von Fondsmanagern im Vergleich zu ihrem Referenzindex untersucht. Anstatt zu versuchen, jeden einzelnen Fonds mit der Performance des S&P 500 (WKN:A0AET0) zu vergleichen, berücksichtigt die SPIVA U.S. Scorecard eine Reihe von Faktoren, um einen echten Vergleich der Entwicklung von Vermögensverwaltern im Vergleich zum Gesamtmarkt zu liefern.

Im Jahr 2018 zeigte der Bericht, dass fast 69 % der US-aermikanischen Aktienfonds ihren Referenzindex nicht erreicht haben. Aber die Dinge werden noch schlimmer, wenn wir etwas genauer hinsehen. Von den 17 wichtigsten US-Aktienfondskategorien im SPIVA-Bericht lagen 88 % unter ihren Richtwerten über einen Zeitraum von fünf Jahren, 84 % über einen Zeitraum von zehn Jahren und satte 89 % über einen Zeitraum von 15 Jahren. Diese Vermögensverwalter haben vielleicht Vermögen für ihre Kunden geschaffen, aber wenn du einfach einen Indexfonds gekauft hättest, hätte dein Portfolio in fast neun von zehn Fällen mehr Geld verdient, als wenn du dein Geld in Investmentfonds investiert hättest.

Wie können Fondsmanager, die das Geld anderer Menschen für ihren Lebensunterhalt investieren, in ihrem Job so schlecht sein? Zum einen sind zu viele Fondsmanager kurzfristig orientiert und ignorieren die Wertschöpfung, die mit dem Halten einer Anlage über einen längeren Zeitraum einhergeht. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Vermögensverwalter zu sehr darauf fokussiert sind, von den Unternehmen gemocht zu werden, an denen sie beteiligt sind oder die sie abdecken, und nicht auf die mit einer Investition verbundenen Risiken achten. Außerdem, und vielleicht am wichtigsten, gibt es selten eine Rechenschaftspflicht. Fondsmanager werden bezahlt, egal wie gut oder schlecht sie dein Geld vermehren.

Es ist an der Zeit, die Kontrolle über deine Finanzen zu übernehmen

All diese Faktoren fassen zusammen, warum es so wichtig ist, dass du die Kontrolle über dein eigenes finanzielles Schicksal im Jahr 2020 übernimmst.

Das Beste daran ist, dass du kein finanziell versierter Vermögensverwalter sein musst, um auf lange Sicht Vermögen aufzubauen. Hier sind zwei Tricks, mit denen du im Jahr 2020 Renditen erzielen kannst, die besser sind als die der Fondsmanager, auch wenn du noch nie zuvor alleine an der Börse investiert hast.

Kauf einen Indexfonds oder Zielfonds

Investitionen müssen nicht kompliziert sein. Wenn es dir nicht gefällt, einzelne Unternehmen zu analysieren, oder du nicht die Zeit hast, dich dafür zu engagieren, solltest du einen Indexfonds oder einen Zielfonds kaufen.

Ein Indexfonds spiegelt, wie der Name schon sagt, die Performance eines bestimmten Indexes, abzüglich der Managementgebühren (d. h. der Kostenquote des Fonds), wider. So ist beispielsweise der SPDR S&P 500 ETF (WKN:A0AET0) darauf ausgelegt, die Performance des S&P 500 genau abzubilden. Das wird nicht perfekt passen, angesichts der vernachlässigbaren jährlichen Nettokostenquote von 0,09 %, aber er wird ziemlich nah herankommen.

Mit dem SPDR S&P 500 ETF erhältst du Zugang zu den rund 500 Unternehmen, die der marktkapitalgewichtete S&P 500 bei der Berechnung des Punktwertes des Indexes berücksichtigt. Das bedeutet sofortige Diversifikation mit einem einzigen Klick.

Darüber hinaus hat der S&P 500 die Geschichte auf seiner Seite. Obwohl es seit Anfang 1950 37 Börsenkorrekturen von mindestens 10 % (ohne Rundung) im S&P 500 gab, folgte auf jede dieser Korrekturen schließlich eine Aufwärtsbewegung. Oftmals dauert es nur einige Wochen oder wenige Monate, bis der Pessimismus wieder vorüber ist. Obwohl es wenige Sicherheiten gibt, wenn es um Investitionen geht, ist 37 von 37 das, was einer Garantie an der Börse am nächsten kommt.

Wenn ein Indexfonds etwas zu „langweilig“ klingt, dann ist ein Zielfonds sinnvoll. In den USA stehen weit über 1.700 ETFs zur Auswahl, sodass die Anleger spezifische Anlagevariablen wie Marktkapitalisierung, Wert oder Wachstum, nationale oder internationale Investitionen oder sogar bestimmte Branchen wie Technologie oder Biotech gezielt bestimmen können. Die Wahl liegt ganz bei dir.

Konzentriere deine Recherche auf das, was du kennst und was dich interessiert

Wenn du es dagegen vorziehst, einzelne Aktien zu besitzen, musst du sicherlich nicht zu weit über deinen Tellerrand hinausschauen, um großartige Unternehmen zu finden. Indem du dich auf Unternehmen innerhalb der Branche konzentrierst, in der du arbeitest, oder in Branchen oder Sektoren, die dich interessieren, wirst du oft schnell zu einer Handvoll faszinierender Anlageideen kommen.

Um ein Beispiel zu nennen: So ziemlich jeder kennt Amazon (WKN:906866), den E-Commerce-Riesen, der 2019 für fast 40 % des gesamten Onlineshoppings in den USA und etwa 5 % der gesamten Einkäufe im Einzelhandel in den USA verantwortlich ist. Die Dominanz von Amazon in der Einzelhandelslandschaft zusammen mit der Prime-Mitgliedschaft trägt dazu bei, die Verbraucher in Amazons Ökosystem zu halten.

Aber suche nur weiter und du wirst auch entdecken, dass Amazon ein Riese im Cloud-Service-Geschäft ist. Amazon Web Services (AWS) wächst viel schneller als das traditionelle E-Commerce-Geschäft und ist vor allem ein deutlich margenstärkeres Segment.

So hat beispielsweise das E-Commerce-Segment von Amazon in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 ein operatives Ergebnis von etwas über 4 Mrd. US-Dollar bei einem Umsatz von 168 Mrd. US-Dollar erzielt. Im Vergleich dazu hat AWS im gleichen Zeitraum ein Betriebsergebnis von 6,6 Mrd. US-Dollar bei einem Umsatz von 25,1 Mrd. US-Dollar erzielt.

Die Moral von der Geschichte: Großartige Unternehmen sind überall um uns herum. Du musst nur bereit sein, ein wenig nachzuforschen und dann feststellen, ob sie gut zu deinem langfristigen Anlageportfolio passen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 16.12.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Motley Fool Deutschland 2019