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Meine beste und schlechteste Aktie 2022 – welche würde ich jetzt eher nachkaufen?

Top-Aktien
Top-Aktien

Das Börsenjahr 2022 war für mich ein Jahr zum Vergessen. Mit einer Gesamtrendite von minus 29 % in meinem Depot markiert das Jahr mein bisher schlechtestes als Aktionär. Doch auch in diesem Jahr gab es Lichtblicke. Schauen wir einmal auf meine Top- und Flop-Aktie aus 2022.

Flop-Aktie: Upstart Holdings

Mit einer Performance von sagenhaften minus 91 % hat Upstart Holdings (WKN: A2QJL7) den wenig ruhmreichen letzten Platz in meinem Depot in 2022 erreicht. Selbst wenn sich die Aktie ausgehend vom aktuellen Kurs verzehnfachen würde, hätte sie immer noch nicht den Kurs vom Jahresbeginn 2022 erreicht.

Um zu beantworten, woher dieser krasse Absturz kommt, schauen wir zunächst auf das Geschäftsmodell. Upstart verarbeitet unterschiedlichste Daten mithilfe künstlicher Intelligenz, um bessere und schnellere Kreditentscheidungen im Vergleich zu traditionellen Kriterien (wie der Schufa in Deutschland) zu ermöglichen. Diese Informationen stellt Upstart Banken gegen eine Gebühr zur Verfügung. Im Jahr 2021 lief dieses Geschäft wie geschnitten Brot. Getrieben durch eine hohe Kreditnachfrage sowie eine steigende Anzahl von Partnerbanken stieg der Umsatz um 264 %. Der Gewinn stieg um den Faktor 22,5. Der Aktienkurs explodierte seit dem Börsengang im Dezember 2020.

In 2022 folgte jedoch die Ernüchterung. Steigende Zinsen und Rezessionssorgen führten zu einer geringeren Kreditnachfrage der Kreditgeber. Upstart sprang infolgedessen selbst als Kreditgeber ein. Dies erhöht das Risiko des Unternehmens deutlich. Der Umsatz sank im letzten Quartal dennoch um 31 %. Nachdem im Vorjahresquartal noch Gewinne anfielen, stand nun ein dicker Verlust unter dem Strich.

Es gibt also gute Gründe für den Kursabsturz. Positiv sehe ich, dass die Anzahl der Partnerbanken in 2022 von 42 auf zuletzt 83 weiter anstieg. Zudem wird derzeit damit begonnen, den großen Markt der Autokredite zu bedienen. Der Algorithmus von Upstart beurteilt Kreditausfallraten weiterhin besser als die Konkurrenz. Der Cashbestand von zuletzt 830 Mio. US-Dollar gibt etwas Sicherheit. Die Marktkapitalisierung beträgt „nur noch“ 1 Mrd. US-Dollar, eine Bewertung anhand historischer Umsätze oder Gewinne erscheint wenig sinnvoll.

Top-Aktie: Axon Enterprise

Bei dem US-Hersteller von Tasern, Bodycams und dazugehörigen Cloud-Lösungen Axon Enterprise (WKN: A2DPZU) lief das Jahr 2022 deutlich besser. Getrieben von einer starken operativen Entwicklung stieg der Aktienkurs um 6 %.

Nachdem der Umsatz in den vorherigen fünf Jahren im Durchschnitt um 26 % pro Jahr stieg, beschleunigte sich das Wachstum in 2022 und stieg im letzten Quartal um 34 %. Besonders das Segment Software & Sensoren beflügelte diese Wachstum. Dazu zählen untern anderem eine Cloud-Plattform, auf der Beweise verwaltet werden können, Kameras für Polizeiautos sowie eine Plattform für Virtual Reality Trainings.

Das Produktangebot außerhalb der klassischen Taser wird also stetig verbreitert. Zudem wird auch die Kundenbasis immer vielfältiger. In diesem Jahr wurden die niederländische Polizei, die Polizei in Brasilien, die Polizei auf den Malediven sowie ein US-Betreiber von Krankenhäusern als neue Kunden gewonnen. Auch das Geschäft mit bestehenden Kunden wird stetig ausgebaut – erkennbar an der Net Revenue Retention Rate von 120 %. Auch wenn der Fokus klar auf Wachstum liegt, wurde im letzten Quartal ein Gewinn und ein positiver Free Cashflow erzielt. Das Multiple bezogen auf den in diesem Jahr erwarteten Free Cashflow liegt bei 84.

Diese Aktie würde ich nun eher nachkaufen

Beide Aktien stehen nicht auf meiner langen Liste an attraktiven (Nach-)Kaufkandidaten. Müsste ich mich heute zwischen beiden entscheiden, fiele meine Wahl jedoch eindeutig auf Axon Enterprise. Das gründergeführte Unternehmen besetzt als Marktführer einen attraktiven Wachstumsmarkt und hat Optionen in diverse Richtungen zu wachsen. Die Bewertung ist verglichen mit vielen anderen ähnlich stark positionierten Aktien jedoch ziemlich hoch.

Bei Upstart Holdings scheint mir die Zukunft weniger gewiss. Ich traue dem gründergeführten Unternehmen weiterhin zu, die Einschätzung von Kreditrisiken zu disruptieren. Bevor ich hier einen Nachkauf in Betracht ziehe, möchte ich allerdings wieder Wachstum und eine deutliche Reduktion der in die eigene Bilanz aufgenommenen Kredite sehen. Bis dahin halte ich meine mittlerweile sehr kleine Position.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Axon Enterprise und Upstart Holdings. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Axon Enterprise und Upstart Holdings.

Motley Fool Deutschland 2023