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Der bessere Kauf: Slack Technologies vs. Microsoft

Leo Sun, The Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 6 Min.

In den letzten Jahren zog Slack (WKN: A2PGZL) Millionen von Benutzern mit seiner optimierten Unternehmenskommunikationsplattform an, die den Bedarf an umständlichem E-Mail-Verkehr und Telefonanrufen reduzierte. Das Wachstum von Slack führte im vergangenen Juni zu einem Direct Public Offering (DPO) an der NYSE. Doch die Aktie wird jetzt leicht unter dem ursprünglichen ersten Kurs von 26 Dollar gehandelt.

Die Anleger verloren anscheinend das Interesse an Slack, nachdem Microsoft (WKN: 870747) seine konkurrierende Plattform, Teams, aggressiv mit seinen anderen Office-365-Produkten gebündelt hatte. Die Entscheidung von Slack, im Juli eine EU-Kartellbeschwerde gegen Microsoft einzureichen, deutete ebenfalls darauf hin, dass das Unternehmen Mühe hatte, mit seinem größeren Rivalen Schritt zu halten.

Teams allein generiert noch keinen signifikanten Umsatz für Microsoft. Die Stärke der anderen Geschäftsbereiche von Microsoft hat jedoch dazu geführt, dass die Aktie in den letzten zwölf Monaten um fast 50 % gestiegen ist, während Slack um 5 % zugelegt hat. Wird Microsoft Slack im nächsten Jahr weiterhin übertreffen?

David gegen Goliath

Die Einnahmen von Slack stiegen im Geschäftsjahr 2020, das am 30. Januar endete, um 57 % auf 630 Millionen USD. Doch der GAAP-Nettoverlust weitete sich von 141 Millionen USD auf 571 Millionen USD aus. Auf einer Non-GAAP-Basis, die aktienbasierte Vergütungen und andere einmalige Aufwendungen ausschließt, verringerte sich der Nettoverlust leicht von 116 Millionen USD auf 113 Millionen USD.

Der Umsatz von Microsoft stieg im Geschäftsjahr 2020, das am 30. Juni endete, um 14 % auf 143 Milliarden US-Dollar, und der GAAP-Nettogewinn wuchs um 13 % auf 44,3 Milliarden US-Dollar. Mit anderen Worten: Microsoft kann es sich ohne Probleme leisten, Teams mit Verlust zu betreiben, um Slack aus dem Markt zu drängen.

Die Einnahmequellen von Slack

Slack betreibt ein „Freemium“-Geschäftsmodell. Dabei erhalten zahlende Benutzer Zugang zu unbegrenzten Nachrichten, einer unbegrenzten Anzahl integrierter Tools, besseren Sicherheitsdiensten und anderen Vorteilen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 stiegen die Einnahmen von Slack im Jahresvergleich um 49 % auf 417,5 Millionen Dollar. Denn die Verlagerung auf Heimarbeit während der Pandemie kurbelte die Nachfrage nach seinen Diensten an. Die Gesamtzahl seiner zahlenden Kunden stieg im Jahresvergleich um 30 % auf 130.000 im zweiten Quartal, mit einer auf US-Dollar basierenden Nettorückhalterate von 125 %. Dies deutet drauf hin, dass das Unternehmen mehr Einnahmen von seinen bestehenden Kunden erzeugt.

Auch bei größeren Unternehmenskunden gewinnt Slack an Boden: Die Gesamtzahl der zahlenden Kunden mit einem jährlichen wiederkehrenden Umsatz von über 100.000 Dollar wuchs im Quartal um 37 %. Und die Zahl der zahlenden Kunden, die über 1 Million Dollar im jährlich wiederkehrenden Umsatz erwirtschaften, stieg um 78 %. Slack Connect, eine neue Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, sich über sichere Kanäle miteinander zu vernetzen, wurde ebenfalls weiter ausgebaut.

Der GAAP-Nettoverlust von Slack verringerte sich im ersten Halbjahr im Jahresvergleich von 393 Millionen USD auf 150 Millionen USD. Und der Non-GAAP-Verlust verringerte sich von 80 Millionen USD auf 16 Millionen USD. Dieser Fortschritt ist ermutigend, aber Slack geht davon aus, dass es nach beiden Maßstäben für das Gesamtjahr unprofitabel bleiben wird.

Die Einnahmequellen von Microsoft

Microsoft teilt sein Geschäft in drei Kernsegmente auf: Erstens Produktivität und Geschäftsprozesse, das Produktivitätssoftware wie Office und Dynamics vertreibt. Zweitens die Intelligent Cloud, zu der seine Cloud-Plattform Azure und Serverprodukte gehören. Und schließlich More Personal Computing, das seine Windows-Lizenzen, Xbox-Spiele und -Hardware sowie Surface-Geräte verkauft.

Die Pandemie drosselte das Wachstum von Microsofts Bereich Produktivität und Geschäftsprozesse, da Unternehmen schlossen. Aber das Wachstum seiner Intelligent Cloud und More Personal Computing-Einheiten glich diese Verlangsamung aus. Diese Segmente profitierten von Maßnahmen zur Förderung der Nutzung von Cloud-Diensten und des Verkaufs von PCs und Spielkonsolen.

Microsoft hebt auch wiederholt das Wachstum seines kommerziellen Cloud-Geschäfts hervor, das alle seine umsatzgenerierenden Cloud-Dienste umfasst. Seine gesamten kommerziellen Cloud-Einnahmen stiegen im Geschäftsjahr 2020 um 36 % auf über 50 Milliarden Dollar. Damit macht es nun mehr als ein Drittel seines Umsatzes aus. Dieses Wachstum wird durch das Wachstum von Azure angeführt, der weltweit zweitgrößten Cloud-Infrastruktur-Plattform nach Amazon Web Services.

Die Prognosen und Bewertungen

Slack erwartet, dass seine Einnahmen im Geschäftsjahr 2021 um 38 bis 39 % steigen werden und dass sich sein Non-GAAP-Nettoverlust verringern wird. Microsoft hat noch keine Prognose über das erste Quartal hinaus abgegeben. Doch Analysten erwarten, dass sein Umsatz und sein Gewinn für das Gesamtjahr um 10 bzw. 12 % steigen werden.

Die Aktien von Slack sind mit dem 16-Fachen des diesjährigen Umsatzes nicht billig. Darüber hinaus ist es unklar, ob das Unternehmen Microsoft in Schach halten und gleichzeitig seine Verluste verringern kann. Die Microsoft-Aktie wird mit etwas mehr als dem 30-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und ist demnach auch nicht gerade ein Schnäppchen. Doch das ausgewogene Wachstum während der COVID-19-Krise rechtfertigt wohl diesen Aufschlag. Microsoft zahlt auch eine Dividendenrendite von 1 %, während es wahrscheinlich Jahre dauern wird, bis Slack überhaupt in Erwägung zieht, eine Dividende zu zahlen.

Der eindeutige Gewinner: Microsoft

Auf der Grundlage dieser Fakten ist es leicht einzusehen, warum Microsoft Slack im vergangenen Jahr übertroffen hat. Slack wächst immer noch, aber es steht unter starkem Wettbewerbsdruck von Microsoft, es ist nicht profitabel und seine Aktien sind teuer. Daher glaube ich, dass die Bullen auch im nächsten Jahr leidenschaftlich für Microsoft, aber gleichgültig gegenüber Slack sein werden.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einem Tochterunternehmen von Microsoft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Leo Sun besitzt Aktien von Amazon. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Microsoft und Slack Technologies und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2022 $1920 Calls auf Amazon, Short Januar 2021 $115 Calls auf Microsoft, Short Januar 2022 $1940 Calls auf Amazon und Long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 15.09.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020