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Wer in Berlin weniger Miete zahlen könnte

Imöhl, Sören Ivanov, Angelika
·Lesedauer: 5 Min.

Sogenannte „Wuchermieten“ sollen in Berlin verhindert werden. Wie viel Geld jeder individuell monatlich sparen könnte, lässt sich mit dem Mietendeckel-Rechner 2021 berechnen.

Mit dem Mietendeckel-Recher 2020 lässt sich online berechnen, ob in Berlin ein Recht auf Mietabsenkung besteht   &   sich so Geld sparen lässt. Foto: dpa
Mit dem Mietendeckel-Recher 2020 lässt sich online berechnen, ob in Berlin ein Recht auf Mietabsenkung besteht & sich so Geld sparen lässt. Foto: dpa

300 Euro für eine Altbauwohnung mit 60 Quadratmetern. Das war Anfang 2004 im Berlin noch möglich. 2021 gibt es für das Geld vielleicht ein kleines WG-Zimmer. Die Mietpreise haben sich in der Hauptstadt binnen 15 Jahren verdoppelt: statt durchschnittlich 5,14 Euro zahlen Mieter heute im Schnitt 10,12 Euro pro Quadratmeter. Das soll mit dem Mietendeckel ein Ende haben. Das Gesetz ist seit dem 23. Februar 2020 in Kraft.

Mit dem Mietendeckel-Rechner können Sie berechnen, wie viel Geld Sie im Jahr 2021 monatlich einsparen könnten.

Mietendeckel-Rechner 2021 – Ihren Mietendeckel berechnen

Mit dem Mietendeckel-Rechner lässt sich berechnen, ob Sie in Berlin zu viel Miete zahlen. Im Bestfall lässt sich auf diese Weise herausfinden, wie hoch Ihre Monatsmiete eigentlich ausfallen müsste und wie viel Geld Sie so monatlich sparen könnten.

Ihr Sparpotential für Berlin mit dem Mietendeckelrechner 2021 online berechnen

Mietendeckel – was ist das?

Der Mietendeckel beschreibt das Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung (MietenWoG Bln) in Berlin. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde zunächst von der rot-rot-grünen Koalition in Berlin – bestehend aus SPD, Grüne und Linke – angestoßen und vom Berliner Abgeordnetenhaus am 30. Januar 2020 beschlossen.

Der Mietendeckel beschreibt kurz gefasst eine Mietobergrenze. Liegen die Mietkosten oberhalb dieser Mietobergrenze, soll Mietern die Möglichkeit gegeben werden, diese zu senken. Außerdem wird damit ein Maßstab geschaffen, um gegen unverhältnismäßige Mieterhöhungen vorgehen zu können.

Seit wann greift der Mietendeckel?

Der Mietendeckel greift aktuell in Berlin. Er wurde vom Abgeordnetenhaus beschlossen und ist am 23. Februar 2020 in Kraft getreten. Die Mieten werden zunächst auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren und dürfen ab 2022 höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Das Gesetz greift darüber hinaus auch rückwirkend – Stichtag ist der 18. Juni 2019, da der Berliner Senat an diesem Tag erste Eckpunkte des Mietendeckels beschlossen hatte.

Berlin nimmt mit der Einführung des Mietendeckels eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Es ist das einzige Bundesland, in dem eine Mietobergrenze existiert.

Warum wurde der Mietendeckel nur in Berlin eingeführt?

Da die Mietkosten in Berlin – aber auch im Rest Deutschlands – in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind, sind viele Menschen nicht mehr in der finanziellen Lage die Mietpreise in der Hauptstadt zu stemmen. Die Folgen sind, dass nur noch reiche Menschen in der Innenstadt leben und alle anderen Bevölkerungsgruppen an den Rand oder aus der Stadt getrieben werden. Dieser Entwicklung soll der Mietendeckel in Berlin entgegenwirken, indem eine Mietobergrenze festgelegt wird und aktuelle „Wuchermieten“ verringert werden.

Wieso es bisher die einzige Stadt ist, lässt sich nur vermuten. Denn die Bürgerschaft in Berlin ist sehr aktiv gegen die Mietsteigerung vorgegangen, hat regelmäßig gegen die steigenden Mieten demonstriert, sodass die Politik hier stärker unter Druck stand zu handeln.

Kommt der Mietendeckel 2021 für ganz Deutschland?

Der Berliner Mietendeckel ist keineswegs unumstritten. Dennoch spielen derzeit auch andere Städte mit dem Gedanken einen Mietendeckel einzuführen. Die Chance, dass der Mietendeckel 2021 für ganz Deutschland kommt, ist allerdings als sehr unwahrscheinlich, da andere Städte das Geschehen in Berlin zunächst beobachten und das Urteil aus Karlsruhe abwarten. Die Karlsruher Richter müssen zum einen prüfen, ob das Land Berlin überhaupt ein solches Gesetz erlassen darf oder ob dies ausschließlich in die Zuständigkeit des Bundes fällt. Zum anderen wird über die Zulässigkeit der einzelnen Maßnahmen entschieden. Ein Urteil könnte möglicherweise schon im ersten Halbjahr 2021 gefällt werden.

Gerade die Immobilienwirtschaft übt Kritik am Mietendeckel. Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), sprach bei der Einführung von einem schwarzen Tag für den Berliner Wohnungsmarkt: „Allen Warnungen und einer Vielzahl von Gutachten namhafter Experten zum Trotz ist es zu einem historischen Tabubruch in Berlin gekommen. Der Mietendeckel kommt einer Enteignung gleich und ist eine Katastrophe für den Berliner Wohnungsmarkt“, so Schick.

In der Bevölkerung hingegen genießt der Mietendeckel Zustimmung. So äußern sich sieben von zehn Deutschen positiv über die Mietobergrenze in Berlin.

Ist der Mietendeckel verfassungswidrig?

Viele Vermieter verweigern den Mietendeckel. Sie kritisieren, dass die Regelung verfassungswidrig sei. Dies kann aktuell nicht beantwortet werden. Derzeit befasst sich das Bundesverfassungsgericht mit genau dieser Frage – das Urteil steht noch aus.

Zuletzt war ein Eilantrag gegen den Mietendeckel in Karlsruhe abgelehnt worden. CDU und FDP im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus hatten angekündigt, ebenfalls nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

Sie wollen das Landesgesetz mit einer Normenkontrollklage zu Fall bringen. „Wir begrüßen, dass die CDU/CSU- und die FDP-Bundestagsfraktionen jetzt rasch ein Normenkontrollverfahren starten wollen, denn wir brauchen dringend Rechtssicherheit.“ Dabei geht es um die Frage, ob ein Bundesland überhaupt die Kompetenz hat, einen Mietendeckel einzuführen. „Wir und fast alle anderen Juristen sehen das nicht so“, so Präsident des Immobilienverbandes Schick.

Welche Wohnungen sind vom Mietendeckel 2021 betroffen?

Der Mietendeckel gilt für Wohnungen, die vor dem Jahr 2014 in Berlin gebaut wurden. Die Mietkosten hier dürfen nicht weiter steigen. Ausgenommen sind Neubauwohnungen, die ab dem 1. Januar 2014 erstmals bezugsfertig waren.