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Berkshire Hathaway oder S&P-500-ETF? Das sind die Vorteile … auf beiden Seiten!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wie heißt es so schön? Wer die Wahl hat, hat häufig die Qual. Das gilt übrigens nicht bloß für Investoren, die auf einzelne Aktien setzen. Nein, sondern auch für ETF-Investoren, die sich überlegen müssen, in welchen Index sie investieren wollen. Beziehungsweise in welchen Passivfonds genau.

Allerdings war es das noch nicht mit den Entscheidungen: Auch Alternativen wie die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) können immer mal wieder eine Option sein. Hier gilt es dann genau zu differenzieren, was man eigentlich möchte. Beziehungsweise welches Gesamtpaket.

Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick darauf, was beispielsweise für Berkshire Hathaway spricht und was hingegen für einen ETF auf den US-amerikanischen S&P 500. Grundsätzlich gibt es Vorteile auf beiden Seiten.

1. Der S&P 500

Grundsätzlich kann ein ETF auf den S&P 500 viele Vorteile bieten, die man als passiver Investor erhalten kann. So ist beispielsweise ein wesentlicher Vorteil in der aktuellen Marktphase, dass man direkt zu 100 % investiert ist und keine gigantische Cashquote mit sich trägt. In der jüngsten Erholung hätte man damit als passiver Investor einiges richtig gemacht.

Allerdings kann der S&P 500 noch bedeutend mehr: Als Investor erhält man schließlich Zugriff auf die 500 größten US-amerikanischen Aktien. Auch wenn Allokation hierbei natürlich eine wichtige Rolle spielt und es gewiss gigantische Schwergewichte in den Top-Beteiligungen gibt, so umfasst diese Investition auch einige dynamischere Small- und Midcaps bei den 500 größten Aktien. Davon kann man hier ebenfalls profitieren.

Der ETF-Ansatz kann außerdem Kleinigkeiten wie eine Dividende ermöglichen. Selbst wenn die Rendite mit lediglich 1,5 % vergleichsweise moderat ist, so erhalten Investoren hier dennoch ein kleines passives Einkommen. Etwas, womit Berkshire Hathaway und Buffett nicht locken können.

Insgesamt bietet der S&P 500 daher eine solide Möglichkeit, um marktbreit von der US-amerikanischen Wirtschaft zu profitieren. Einen Querschnitt, um den es vielen Investoren ja letztlich geht.

2. Berkshire Hathaway

Allerdings ist es eben nicht bloß dieser US-amerikanische Index, der Zugang zu einem US-Querschnitt gewährt. Nein, auch Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway besitzt schließlich einen solchen Fokus. Wobei der Querschnitt eben nicht alle Unternehmen und Aktien umfasst. Oder auch bloß die 500 größten. Nein, sondern eine Auswahl, die von Warren Buffett, dem Orakel von Omaha, handverlesen ist.

Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten: Einerseits ist die Diversifikation und insbesondere die Allokation hier bedeutend anders. Buffett investiert schließlich schwerpunktmäßig, was die Diversifikation zugunsten eines chancenorientierteren Ansatzes aufweicht. Mit historischen Renditen von über 20 % pro Jahr hat der Starinvestor bewiesen, dass er das Zeug dazu hat. Selbst wenn es in letzter Zeit einige kritische Stimmen gegeben hat und Berkshire Hathaway aufgrund seiner gigantischen Marktkapitalisierung von fast einer halben Billion US-Dollar (aktuell 476 Mrd. US-Dollar) in seiner Auswahl begrenzt ist. Kleinere, dynamischere Unternehmen, selbst in Gänze, führen eben zu keinem Effekt im Portfolio.

Mit starken Beteiligungen wie zuletzt an Apple beweist das Orakel von Omaha allerdings auch, dass man selbst im Large-Cap-Segment noch teilweise marktschlagende Renditen erwirtschaften kann. Wobei jetzt die Ausgangslage mit 137 Mrd. US-Dollar in Cash ein wenig kontrovers ist: Einerseits könnte Berkshire Hathaway hiermit schließlich das Fundament für weiterhin langfristig starke Renditen legen. Andererseits zögert Warren Buffett jedoch noch. Das könnte Kalkül sein, denn Sicherheit wird hier großgeschrieben.

Zu guter Letzt bietet Berkshire Hathaway anstatt einer Dividende häufiger Aktienrückkäufe an, die den Wert jeder ausstehenden Aktie der Beteiligungsgesellschaft erhöhen und dadurch Mehrwerte für die Investoren generieren. Das kann über das Fehlen einer Dividende durchaus hinwegtrösten.

Eine schwierige Wahl?

Im Endeffekt könnte es daher eine schwierige Wahl sein, auf welche Option man als Investor setzen sollte. Fest steht jedenfalls: Man wird einen vornehmlich US-amerikanischen Schwerpunkt erhalten. Mal direkt und passiv investiert. Mal hingegen mit Know-how und aktiv gelenkt von Warren Buffett. Welcher Mix einem lieber ist, das ist Geschmackssache.

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Vincent besitzt Atien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2020