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Bericht: Rohstoffknappheit könnte Konjunkturerholung verlangsamen

·Lesedauer: 2 Min.
Containerverladung in Dortmund

Die Engpässe bei der Versorgung mit Rohstoffen in mehreren Branchen könnten einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise gefährden. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtete, kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesem Ergebnis. "Vor allem mit dem erneuten Einstieg in die gesellschaftliche und ökonomische Normalisierung infolge der Impffortschritte und der damit einsetzenden Entladung des aufgestauten Konsums halten diese Engpässe die konjunkturelle Erholungsdynamik zurück", heißt es demnach in dem Papier.

Um die Belastungen der deutschen Wirtschaft durch Lieferengpässe bei Gütern wie Bauholz oder Computerchips zu ermitteln, befragte das IW laut der Zeitung 23 betroffene Wirtschaftsverbände. Demnach sehen gut 40 Prozent derzeit kurzfristig starke Risiken durch inländische Lieferengpässe. Das gilt zum Beispiel für die Automobil- und Kunststoffindustrie, die Textil- und Lederindustrie, das Baugewerbe oder die Maler und Lackierer.

Ein weiteres Drittel der Verbände wie etwa die Maschinen- und Anlagenbauer registriert demnach eine mittelschwere Beschränkung. Bei den ausländischen Vorleistungen sei dies nur unwesentlich anders. Die Aussichten für die kommenden Monate würden zwar etwas besser bewertet, lieferten aber laut IW keinen Grund zur Entwarnung.

"Viele Engpässe werden in den nächsten Monaten verschwinden, einige Problemfälle werden aber länger anhalten", sagte Hubertus Bardt, Studienautor und Geschäftsführer des IW. "Gerade fehlende Halbleiter können noch länger zu Produktionsausfällen in den unterschiedlichsten Branchen führen", sagte er dem "Handelsblatt". Für die Politik sieht Bardt "nicht viel" Handlungsspielraum. "Sie muss vor allem die Grenzen für den Warenverkehr offenhalten, damit sich die Engpässe so schnell wie möglich auflösen können."

Kritisch sieht das arbeitgebernahe IW die von mehreren SPD-Landeswirtschaftsministerien ins Spiel gebrachten Exportbeschränkungen. Ein direkter Eingriff in die Einkaufspolitik der Unternehmen dürfe aus der Rohstoffknappheit in der EU nicht abgeleitet werden. "Dies ist unternehmerische Verantwortung."

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte unterdessen die EU zum Handeln auf: "Die EU ist mit Blick auf die Stärkung ihrer strategischen Souveränität gefordert, sich zügig mit Lieferengpässen und Kapazitätsaufbau zu befassen", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, dem "Handelsblatt". Die Corona-Pandemie sowie die derzeitigen geringen Transportkapazitäten führten zu hohen Mehrkosten für Transporte über den Seeweg, steigenden Rohstoffpreisen und erheblichen Lieferverzögerungen.

"Das verursacht Störungen in den Produktionsabläufen." Europa sei bei verschiedenen Rohstoffen "gefährlich abhängig" von einzelnen Lieferanten oder Liefergebieten, gab Niedermark zu bedenken. Gleiches gelte für die Halbleiterherstellung. "Wegen der Bedeutung von Halbleitern für die Industrie muss Europa verloren gegangene Kompetenzen und Kapazitäten mit staatlicher Unterstützung wieder zurückholen", mahnte der BDI-Experte. Auch das Handwerk zeigte sich laut "Handelsblatt" alarmiert. Die Preisexplosion bei gleichzeitigen massiven Lieferengpässen bei vielen Baumaterialien seien eine "Belastung für die Handwerks- wie die Konjunktur insgesamt", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke.

jm/cne