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Berentzen kämpft mit Corona - und stellt Desinfektionsmittel her

HASELÜNNE (dpa-AFX) - Weniger Apfelkorn, mehr Mio-Mio-Mate: Der Getränkehersteller Berentzen hat im ersten Quartal 2020 mit dem Verkauf von alkoholfreien Getränken den coronabedingten Absatzrückgang in anderen Segmenten teilweise auffangen können. "Wie erwartet spüren wir als Unternehmen die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft", sagte Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann am Mittwoch. Das Gastronomiegeschäft sei fast vollständig zum Erliegen gekommen, Vermarktungsaktivitäten im Einzelhandel seien reduziert. Außerdem seien die Bestellungen für Frischsaftsysteme rückläufig, da derzeit Investitionen vermieden würden.

Der Umsatz des Konzerns aus Haselünne lag mit 36,2 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres nur leicht unter dem Vorjahreswert von 36,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch deutlich von 1,7 Millionen auf 1,1 Millionen Euro. Beim Absatz konnte insbesondere die Eigenmarke Mio Mio mit einem Zuwachs von 28,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen. Der Absatz der Eigenmarken Berentzen und Puschkin ging um 17,0 Prozent zurück.

Ähnlich wie andere Spirituosen-Hersteller liefert jetzt auch Berentzen Desinfektionsmittel und Ethanol zu dessen Herstellung an das Gesundheitswesen, wie das Unternehmen mitteilte. Desinfektionsmittel werde händisch produziert und abgefüllt und an lokale Krankenhäuser und Altenheime gespendet. Ethanol werde Apotheken zur Verfügung gestellt und in größeren Mengen an einen Kooperationspartner geliefert, der daraus industriell Desinfektionsmittel herstelle.