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Beratungsgesellschaft rechnet mit Auseinanderbrechen des weltweiten Automarkts

VW-Autos in Berlin

Der weltweite Automarkt droht nach Einschätzung des Beratungsunternehmens KPMG infolge der Corona-Pandemie zu zerbrechen. "Der althergebrachte Weltmarkt für Pkw ist in der Auflösung begriffen, und Covid-19 wird diese Entwicklung noch beschleunigen", erklärte Dieter Becker von KPMG am Freitag bei der Vorlage des "Global Automotive Executive Survey".

"Die Verfügbarkeit von Rohstoffen wird zunehmend die Industriepolitik der einzelnen Staaten und die Technologieagenda der Hersteller beeinflussen", führte Becker aus. Subventionen und ordnungspolitische Rahmenbedingungen würden zunehmend für sehr unterschiedliche Bedingungen in den einzelnen Ländern sorgen.

Die Produktion und der Verkauf von Autos werden nach Ansicht von KPMG weltweit im dritten Quartal dieses Jahres wieder Fahrt aufnehmen. Analog zur Ausbreitung des Coronavirus werde das Hochfahren der Kapazitäten aber wellenförmig und damit regional äußerst unterschiedlich verlaufen.

"Hersteller mit einer starken China-Präsenz haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie früher zu spüren bekommen als die, die ihr Hauptgeschäft in Amerika oder Europa machen." Entsprechend wellenförmig dürften auch die Erholungsphasen einsetzen. "Die Hersteller sollten diese Wellenbewegungen unbedingt in ihren aktuellen Szenario-Berechnungen berücksichtigen", riet Becker.

Die derzeitige Pandemie werde zudem zu fundamentalen Änderungen in der Nachfrage führen und berge damit auch Chancen für die Hersteller: "Mehr denn je sehen die Kunden das Fahrzeug in der Krise als Schutz ihrer persönlichen Unversehrtheit", so die Begründung. "Sie werden deshalb ihr Budget und die persönliche Gesundheit sorgsam gegeneinander abwiegen. Hier sollten die Hersteller ansetzen und sich intensiv um ihre Kundenbeziehungen kümmern."