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Bender wird Chefberater für Hauptstadtflughafen

Berlin/Schönefeld (dapd). Der frühere Leiter des Airports in Frankfurt am Main, Wilhelm Bender, wird neuer Chefberater für den Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Er werde zunächst bis zur Einsetzung eines neuen Geschäftsführers an zwei Tagen pro Woche arbeiten, sagte der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Mittwoch nach einer Sitzung des Kontrollgremiums.

Platzeck teilte zugleich mit, dass für die Ertüchtigung der Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld Kosten von 10 bis 20 Millionen Euro veranschlagt würden. Darüber hinaus soll die Projektbegleitung des Flughafenbaus europaweit ausgeschrieben werden. Seit dem Baubeginn im Jahr 2006 wurde die Eröffnung des Flughafens bereits viermal verschoben. Grund sind Fehler bei Planung und Bau.

"Wir werden sehr vertrauensvoll mit Herrn Bender zusammenarbeiten", zeigte sich Platzeck zuversichtlich. "Wir wollen seinen Erfahrungsschatz, seine Kenntnisse, sein Leistungsvermögen mit einbeziehen. Wir wollen seinen Rat." Entscheidungen werde Bender aber nicht treffen dürfen, das lasse die "Stellenbeschreibung" eines solchen Beratervertrags nicht zu.

Die Übernahme des Geschäftsführerpostens der Flughafengesellschaft hatte Bender zuvor abgelehnt. Momentan führt Technikchef Horst Amann die Geschäfte. Er ist seit August 2012 im Amt.

Suche nach neuem Flughafenchef läuft

Platzeck zufolge könnte bis Ende Februar die momentan durch einen sogenannten Headhunter betriebene Suche für einen Nachfolger von Rainer Schwarz beendet sein. Der bisherige Flughafenchef hatte das Unternehmen im Januar verlassen. Dann würden im März Vorschläge gesichtet. "Wir sollten uns aber auf einen längeren Zeitraum einstellen, bis ein Nachfolger sein Amt antreten kann", sagte Platzeck. Schließlich müsse damit gerechnet werden, dass die gefundene Person wegen bestimmter Kündigungsfristen im bestehenden Arbeitsverhältnis zunächst nicht abkömmlich sei.

Platzeck betonte, für die Ertüchtigung von Tegel und den alten Schönefelder Flughafen würden zwischen 10 und 20 Millionen Euro benötigt. "Das ist eine Menge Geld", sagte er. Die Erarbeitung von Details erfolge in den kommenden Tagen. Ein Beschluss darüber solle möglichst auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats am 8. März fallen.

"Wir werden in Tegel Maßnahmen der Instandhaltung durchführen", sagte Platzeck. Hinzu kämen "Optimierungsmaßnahmen" und Maßnahmen zur Erhaltung der Sicherheit.

Amann sagte in diesem Zusammenhang, dass es sich dabei um "ganz normale" Maßnahmen handele, die an anderen Flughäfen ebenfalls vonnöten seien. Ansonsten gelte: "Tegel ist sicher!"

Bestandsaufnahme für Flughafenbaustelle dauert

Zur Baustelle des Hauptstadtflughafens sagte Ammann: "Es herrscht dort kein absoluter Stillstand." Beispielsweise würden die Treppenhäuser im Terminal fertiggestellt. Die umfangreiche Bestandsaufnahme aller Baumängel und Baustände, auch bei der Brandschutzanlage, dauere aber noch an. Das gesamte Vorhaben werde voraussichtlich im Juni oder Juli abgeschlossen sein.

Im brandenburgischen Landtag konstituiert sich am Donnerstag (14. Februar) ein Sonderausschuss zum künftigen Hauptstadtflughafen. Bislang hatten sich mehrere Ausschüsse im Landtag mit dem Projekt befasst, künftig sollen alle Fragen im Sonderausschuss gebündelt werden. Auch im Berliner Abgeordnetenhaus untersucht ein Ausschuss die Pannen und Kostensteigerungen. Am Freitag (15. Februar) soll dort unter anderen der frühere Flughafenchef Götz Herberg als Zeuge gehört werden.

dapd

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