Blogs auf Yahoo Finanzen:

Below the Line – Der Überraschungsfonds 2012

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
BAY.MI90,00-3,40
SIE.TI95,400,97
^GDAXI9.173,71-165,46

Es war eine echte Überraschung. Bei der Auswertung derperformancestärksten Aktienfonds Deutschlandswar keiner der erwarteten Fonds vorn. Die großen Fondsgesellschaften mussten sich einem krassen Außenseiter geschlagen gegeben: Dem HAIG MB S Plus (ISIN:LU0354946856), der vom Fondsberater MB Fund Advisory GmbH im Auftrag von Hauck & Aufhäuser gemanagt wird. Die beiden MB-Gründungsgesellschafter Markus Stillger und Armin Stahl waren bis 1996 für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) tätig. Dass die Gesellschaft aus Limburg an der Lahn im vergangenen Jahr auf ein Plus von 50,78 Prozent gekommen ist, war so nicht zu erwarten. Im Jahr 2010 gab es Verluste in Höhe von 1,82 Prozent, 2011 lag das Minus bei 28,56 Prozent. Mit einer Volatilität von 29,54 Prozent über drei Jahre gehört der Fonds zudem zu den risikoreichsten seiner Peergroup. Die Sharpe Ratio im gleichen Zeitraum ist mit 0,03 sehr gering. Der im April 2009 aufgelegte Fonds wird mit einer quantitativen Trendfolgestrategie gemanagt. Im Portfolio sind sämtliche DAX30-Konzerne vertreten. Die Top-Holdings sind Siemens (TLO: SIE.TI - Nachrichten) mit 8,16 Prozent, BASF mit 8,01 Prozent und die Bayer AG (Mailand: BAY.MI - Nachrichten) mit 7,51 Prozent (Stand: 22. Januar 2013). Per 22. Januar 2013 beträgt das Fondsvolumen 9,21 Millionen Euro.HAIG MB S Plus B: 2012 mit deutlicher Outperformance zu DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) und KategoriedurchschnittQuelle:FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)  FundResearch wollte wissen, wie die Performance 2012 generiert werden konnte, wie die negativen vergangenen Jahre zu erklären sind und ob das Fondsmanagement systematisch arbeitet. Thilo Müller, einer der Fondsmanager der MB Fund Advisory GmbH, stellte sich den Fragen.FundResearch: Herr Müller, Ihr Fonds HAIG MB S Plus B hat im vergangenen Jahr ein Plus von 50,78 Prozent erzielt und war damit unter allen Deutschland-Fonds mit Abstand der Top-Performer. Was war der Treiber dieser Wertsteigerung?Thilo Müller:Im Prinzip liegt das daran, dass unser quantitatives Trendfolgemodell emotionsfrei Investmentmöglichkeiten erkennen kann. In Abwärtsphasen klinken wir uns aus und in Aufwärtsphasen gehen wir rein. Trotz der dramatischen Nachrichtenlage rund um den Euro hat es günstige Kaufgelegenheiten gegeben, die der Fonds nutzen konnte. Das Ergebnis war dann absolut und relativ gesehen durchaus ordentlich. Das System kann aber mehr, es geht sogar noch etwas perfekter als 2012. Wir freuen uns schon auf das Jahr 2013.FundResearch: Wer ist für den Fonds verantwortlich? Gibt es einen einzelnen Fondsmanager oder managen Sie ihn im Teamansatz? Thilo Müller:Fondsmanager ist die Geschäftsführung der MB Fund Advisory. Also Markus Stillger, Armin Stahl und ich. Wir setzen das um, was uns das quantitative Modell an Investmentmöglichkeiten täglich generiert: Kauf oder Verkauf. Entweder ist unsere Investment-Ampel rot oder sie ist grün. Wir werden zudem von einem ehemaligen Leiter der Privatkunden-Abteilung einer Bank aus der Region unterstützt. Dort war das System bereits jahrelang erfolgreich im Einsatz. Wir haben es dann in einen Fondsmantel übertragen.FundResearch: Wenn man sich die Performance des Fonds seit seiner Auflegung im April 2009 anschaut, hätte man mit einem solch starken Jahr 2012 nicht wirklich gerechnet. Bis Ende 2011 fiel der Fonds um etwa 27 Prozent und die Volatilität über drei Jahre liegt bei fast 30 Prozent. Ein vergleichsweise hoher Wert. Warum sollten Anleger ihrer Meinung nach trotz fehlender Konstanz in den Fonds investieren?Thilo Müller:Anleger sollten in jedem Fall investieren. Unser quantitatives Modell blendet jegliche Emotionen aus. Durch den unkonventionellen Investmentansatz des HAIG MB S Plus ergeben sich für ein Fondsportfolio ganz neue Diversifikationsmöglichkeiten, um am deutschen Aktienmarkt zu investieren. Den Fonds seit seiner Auflegung Ende März, Anfang April 2009 zu beobachten, ist jedoch nicht zielführend. Wir hatten die Genehmigung für den Fonds schneller als gedacht und mussten ihn im Frühjahr 2009 mit einem Mindestkapital ausstatten. Damit wurde automatisch ein Anteilspreis festgestellt. Als wir dann im Sommer 2009 erfolgreich Mittel für den Fonds eingeworben hatten, war der Aktienmarkt  schneller als wir. Dadurch haben wir eine erfolgreiche Investitionsphase von April bis Juni 2009 nicht umsetzen können, die dem Fonds eine Wertsteigerung von ca. 40 Prozent beschert hätte. Auch die zweite Investitionsphase im Sommer 2009 war noch nicht vollständig realisierbar. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 war alles startklar. Für quantitative Modelle, und speziell für Trendfolger, waren 2010 und 2011 dann zwei schwierige Jahre. Seit April 2010 diskutiert Europa über den Fortbestand des Euro. Das hat die Peripherie in den Abgrund gerissen und alle Marktteilnehmer in Atem gehalten. Die Marktmuster waren in ihrer Art und Länge historisch ohne Beispiel. Das quantitative Modell wurde in dieser Zeit oftmals auf die falsche Fährte gelockt. Dazu folgendes Beispiel: Der Fonds handelt immer nur auf den jeweiligen Tagesschlusskurs. Durch die zahlreichen Euro-Rettungsgipfel, die meistens am Wochenende stattfanden, gingen wir Freitag abends niedrig aus dem Markt raus und am Montag – nachdem der Gipfel die Märkte vorübergehend beruhigt hatte – wieder hoch rein. Diese Probleme haben sich 2012 aber weitestgehend gelegt. Im vergangenen Jahr konnte der Fonds erstmals seine PS auf die Straße bringen. Aufgrund der Tatsache, dass letztendlich nur der DAX-Schlussstand über den Investitionsgrad entscheidet, konnten wir das Modell bis zum Jahr 1988 zurück rechnen. Dieses Backtesting zeigt spektakuläre Ergebnisse im Bereich von mehr als 15 Prozent pro Jahr an. Zudem gewinnt man auf dieser Basis die Erkenntnis, dass es nie mehr als zwei aufeinanderfolgende Jahre gab, in denen das System schlechtere Ergebnisse ablieferte als eine Plain-Vanilla-Investition in den DAX.FundResearch: Haben Sie seit der Auflegung des Fonds Strategieanpassungen vorgenommen?Thilo Müller:Nein, weil wir von Anfang an gesagt haben, dass der Fonds von der konsequenten Umsetzung der Signale lebt. Auch wenn nicht jedes Signal erfolgreich war, kann das System nur funktionieren, wenn man es unterwegs nicht ändert.FundResearch: Das Fondsvolumen ist mit knapp neun Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2012) noch sehr gering, die Gesamtgebühr von 2,36 Prozent entsprechend hoch. Wird der Fonds aktiv vertrieben oder nur in der eigenen Vermögensverwaltung eingesetzt?Thilo Müller:Bislang wurde der Fonds bei unseren Privatkunden platziert. Das ist stabiles Geld. Auch eine Bank aus der Region hat den Fonds für Kunden gekauft. Jetzt kommen wir in eine neue Phase, wo wir im Vertrieb aktiv Interessenten ansprechen. In den nächsten Wochen und Monaten wollen wir die Marke von zehn Millionen Euro knacken. Mit Blick auf die Gesamtgebühr muss man sagen, dass sich die laufenden Kosten 2012 weniger stark durchschlugen als in den Jahren zuvor.FundResearch: Woher beziehen Sie Ihr Research? Machen Sie das Inhouse oder haben Sie externe Partner?Thilo Müller:Wir benötigen für den HAIG MB Plus kein Research. Dem System sind DAX-Bewertungen egal. Der Fonds hält sämtliche DAX-Aktien und folgt mittelfristigen Trends. Allerdings nicht den Trends der einzelnen Aktien, sondern dem Trend auf Indexebene.FundResearch: Die Prognosen für die Entwicklung des DAX überschlagen sich derzeit. Wo sehen Sie – als DAX-Trendfolger – den Index zum Jahresende?Thilo Müller:Wir halten 9.000 Punkte plus x für möglich. Eine Ausarbeitung der LBBW macht insbesondere Value-Anhängern – zu denen wir uns grundsätzlich, auch aufgrund der Investmentansätze in unseren anderen Fonds, zählen – Mut: Lediglich an 16 Prozent aller Handelstage seit Bestehen des DAX-30 im Jahr 1988 hat er zu niedrigeren Kurs-Buch-Verhältnissen gehandelt als am 28. Dezember 2012. Das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der DAX-Aktien liegt bei rund 11. Der Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre beträgt 15, was momentan einem DAX-Stand von  10.500 Punkten entsprechen würde. Die Ausgangslage für eine Hausse könnte nicht besser sein: Historisch niedrige Zinsen, hohe Liquidität und niedrige Bewertungen. Zudem wird sich die wirtschaftliche Situation weltweit wieder verbessern, die Weltkonjunktur an Schwung gewinnen. Ich bin davon überzeugt, dass wenn der DAX in diesem Jahr die Marke von 8.100 bis 8.150 Punkte durchbricht, sich eine enorme Kraft nach oben entfaltet: Der Bruch des 13-jährigen Seitwärtstrends kann den Index schnell auf über 9.000 Punkte katapultieren. Zugegeben, mit unserer Prognose stehen wir ganz weit vorne. Aber das vielfach pessimistische Weltbild kann ich nicht nachvollziehen. Der Untergang ist trotz aller Schwierigkeiten wiederholt nicht eingetreten, und die Substanz vieler Unternehmen ist immer stärker geworden.Lesen Sie hier die vorherigen "Below the Line"-Artikel:"Tideway Global Navigator: Jung und erfolgreich""Do Absolute Return: Klein aber oho"(PD)

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • U-Boot sucht jetzt nach MH370
    U-Boot sucht jetzt nach MH370 dpa - Mo., 14. Apr 2014 12:35 MESZ
    U-Boot sucht jetzt nach MH370

    Nach wochenlangem Frust spielen die Experten bei der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug jetzt ihren letzten Trumpf aus: Das unbemannte U-Boot Bluefin-21 soll den Meeresboden an der vermuteten Absturzstelle im Indischen Ozean nach Überresten des Wracks absuchen.

  • Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung
    Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung dpa - So., 13. Apr 2014 13:23 MESZ
    Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung

    Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat dem zeitweise gesperrten Kurzmitteilungsdienst Twitter nun Steuerhinterziehung vorgeworfen.

  • Debatte um Stromfresser - EU nimmt Kaffeemaschinen ins Visier
    Debatte um Stromfresser - EU nimmt Kaffeemaschinen ins Visier

    Die EU-Kommission will stromfressende Kaffeemaschinen aus den Verkaufsregalen verbannen und sorgt damit wenige Wochen vor der Europawahl für Diskussionen.

  • Aufpassen bei Telefonflatrate - Nicht alles ist inklusive
    Aufpassen bei Telefonflatrate - Nicht alles ist inklusive

    Jede Minute kostet Geld - das war einmal. Heute werden Telefonate fast immer über eine Flatrate abgerechnet. Das ist nicht nur praktisch, sondern in der Regel auch günstig. Trotzdem sollten Verbraucher bei bestimmten Gesprächen aufpassen.

  • Gabriel sieht soliden Aufschwung und verteidigt Mindestlohn
    Gabriel sieht soliden Aufschwung und verteidigt Mindestlohn

    Rekordbeschäftigung, höhere Einkommen und optimistische Firmen: Deutschland steht nach Ansicht der Regierung wirtschaftlich vor zwei weiteren Erfolgsjahren.

 

Vergleichsrechner

  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »