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Polen erteilt belarussischer Olympia-Teilnehmerin Timanowskaja humanitäres Visum

·Lesedauer: 3 Min.
Kristina Timanowskaja auf dem Weg in die polnische Botschaft

Polen hat der belarussischen Olympia-Teilnehmerin Kristina Timanowskaja, die nach eigenen Angaben zur vorzeitigen Rückkehr nach Belarus gezwungen werden sollte, ein humanitäres Visum erteilt. Die Leichtathletin "steht bereits in direktem Kontakt mit polnischen Diplomaten in Tokio", erklärte Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Montag im Onlinedienst Twitter. "Sie hat ein humanitäres Visum erhalten."

Polen werde alles tun, "was notwendig ist, um ihr zu helfen, ihre Sportkarriere fortzusetzen", fügte Przydacz hinzu. Zuvor hatte bereits Timanowskajas Ehemann Arseni Zdanewitsch erklärt: "Sie wird wahrscheinlich nach Polen gehen."

Auch Zdanewitsch selbst war nach eigenen Angaben aus dem autoritär regierten Belarus geflüchtet und hält sich zur Zeit in der Ukraine auf. Wegen des Konflikts seiner Frau mit den Behörden seien sie in Belarus "nicht sicher", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er hoffe, seiner Frau "in naher Zukunft" nach Polen zu folgen.

Die 24-jährige Sprinterin hatte Kritik in Online-Medien an den belarussischen Sportfunktionären geübt, weil sie bei den Olympischen Spielen in Japan ohne Rücksprache mit ihr für das 4x400-Meter-Rennen statt für den 200-Meter-Lauf aufgestellt worden war. Das belarussische Nationale Olympische Komitee (NOK) erklärte daraufhin, Timanowskaja scheide wegen ihres "emotionalen und psychologischen Zustands" aus dem Wettbewerb aus.

Die Athletin wies die Behauptungen über ihren Zustand zurück und bat das Internationale Olympische Komitee (IOC) um Hilfe: "Ich stehe unter Druck, und sie versuchen, mich gegen meinen Willen außer Landes zu bringen", sagte sie in einem Video. Die Nacht zum Montag verbrachte sie unter Schutzvorkehrungen in einem Flughafenhotel in Tokio. "Sie hat uns versichert, dass sie sich sicher fühlt", sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Montag.

Nach seinen Angaben war auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in den Fall einbezogen. Das IOC forderte zudem vom belarussischen NOK einen schriftlichen Bericht über den Vorfall an.

Polen und Tschechien hatten der Sportlerin nach Bekanntwerden der Vorwürfe Asyl angeboten. "Bei den Olympischen Spielen geht es nicht um Politik, die Methoden des Regimes sind absolut beschämend", erklärte der polnische Außenminister Jakub Kulhanek auf Twitter. Timanowskaja werde voraussichtlich im Laufe der Woche nach Polen ausreisen, berichteten polnische Medien unter Berufung auf das Außenministerium.

Die Athletin hätte eigentlich am Montag beim 200-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen antreten sollen. "Es geht ihr gut, sie hält sich gut. Es ist natürlich eine stressige Situation, nicht nur für Sportler, sondern für jeden, der einem solchen Druck ausgesetzt ist", sagte Alexander Opeikin, Geschäftsführer der Belarussischen Sport-Solidaritäts-Stiftung (BSSF), die oppositionelle Sportler unterstützt.

Die belarussischen Behörden gehen seit Monaten strikt gegen Regierungskritiker vor. Im vergangenen Jahr waren Massenproteste nach der umstrittenen Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko brutal niedergeschlagen worden.

Das IOC hatte im Dezember Präsident Lukaschenko und dessen Sohn Viktor vom Besuch aller Olympiaveranstaltungen ausgeschlossen. Das Komitee reagierte damit auf Beschwerden belarussischer Sportler, die sich wegen ihrer Unterstützung für die Opposition in ihrem Land diskriminiert sehen.

Im März erkannte das IOC zudem die Ernennung von Viktor Lukaschenko zum Vorsitzenden des belarussischen NOK nicht an. Viktor Lukaschenko hatte seinen Vater abgelöst, der seit 1967 an der Spitze des Komitees stand.

Das Auswärtige Amt verurteilte jede Form der Verfolgung und Einschüchterung der Zivilgesellschaft, "auch von Sportlerinnen und Sportlern", scharf. "Wir rufen die Behörden in Belarus dazu auf, die demokratischen Grundrechte zu achten", sagte eine Sprecherin in Berlin.

noe/dja

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