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Beiersdorf-Gewinn bricht wegen hoher Investitionen ein

Bialek, Catrin
·Lesedauer: 3 Min.

Der Konsumgüterkonzern hat 2020 Marktanteile hinzugewonnen, geht bei den Investitionen aber ein hohes Tempo. Die Dividende des Nivea-Herstellers bleibt stabil.

Der Nivea-Hersteller zeigt sich für das laufende Jahr optimistisch. Foto: dpa
Der Nivea-Hersteller zeigt sich für das laufende Jahr optimistisch. Foto: dpa

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf kämpft in der Coronakrise mit einem Rückgang im Umsatz und im Gewinn. In den am Dienstagabend veröffentlichten Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2020 beziffert der Hamburger Dax-Konzern einen Rückgang des Jahresumsatzes um 5,7 Prozent auf sieben Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis (Ebit) ohne Sondereffekte ging binnen eines Jahres von gut einer Milliarde auf 906 Millionen Euro zurück. Die Ebit-Umsatzrendite reduzierte sich zum Vorjahr um 1,4 Prozentpunkte auf 12,9 Prozent.

Die Kernmarke Nivea verbüßte im Berichtszeitraum einen Umsatzrückgang von sechs Prozent. Der weltweite Hautpflegemarkt hatte aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 in einigen Monaten zweistellige prozentuale Rückgänge verzeichnet. Beiersdorf berichtet dennoch von steigenden Marktanteilen der Marke Nivea in mehr als der Hälfte der Länder.

Auch die Premiummarke La Prairie bekam die Auswirkungen der Pandemie deutlich zu spüren: Die Kosmetikmarke verzeichnete einen Umsatzverlust von 23,9 Prozent, bedingt durch das gesunkene Reiseaufkommen und die damit verbundenen rückläufigen Umsatzzahlen im wichtigen Reisegeschäft.

Der Gewinn sei unter anderem wegen unvermindert hoher Investitionen in neue Produkte und die Digitalisierung gesunken, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung von Beiersdorf. Stefan De Loecker, seit 2019 Vorstandsvorsitzender, kündigte an, dass Investitionstempo zu erhöhen. Das Unternehmen wolle zusätzlich 300 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren investieren, teilte der gebürtige Belgier mit.

Damit stockt Beiersdorf sein vor zwei Jahren gestartetes Strategieprogramm „Care plus“ signifikant auf. Das Programm, das sich an die Consumer-Sparte richtet, beinhaltet zusätzliche Investitionen von 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr. Damit will das Unternehmen internationaler, innovativer und digitaler werden.

„Während der Umsatz Pandemie-bedingt im Jahr 2020 rückläufig war, haben wir unser Investitionstempo in vollem Umfang aufrechterhalten“, erklärte De Loecker. Dadurch sinke kurzfristig die Profitabilität. „Wir halten es trotzdem für den richtigen Weg, weil heute die Basis für wettbewerbsfähiges nachhaltiges Wachstum gelegt wird.“

Digitalgeschäft wurde forciert

In der Zeit nach Covid-19 werde der Gewinn der Kosmetiksparte „stärker wachsen als der Umsatz, auch unter Berücksichtigung der Investitionen in die strategischen Prioritäten von Care plus“, hieß es weiter in der Beiersdorf-Mitteilung.

Beiersdorf erhöht zudem die Aktivitäten im strategisch wichtigen Digitalgeschäft. Einen genauen Digitalumsatzanteil wies das Unternehmen nicht aus, sprach aber davon, dass sich das E-Commerce-Geschäft auf Konzernebene um 50 Prozent erhöht habe. Zur Digitalstrategie gehören auch Internet-Anwendungen wie „Nivea Skin Guide“.

Trotz der ernüchternden Zahlen soll den Aktionären eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Aktie gezahlt werden. Das Jahr verlief für die Anleger ansonsten nicht erfreulich: Die Beiersdorf-Aktie hat im Laufe des vergangenen Jahres um rund elf Prozent an Wert eingebüßt.

Analysten hatten die veröffentlichten Zahlen bereits näherungsweise geschätzt. So war das Analysehaus Warburg davon ausgegangen, dass der Gesamtumsatz 2020 um 5,9 Prozent sinken wird. Die bereinigte operative Rendite erwarteten Analysten bei unter 13 Prozent – nachdem sie im Vorjahr bei 14,3 gelegen hatte.

Für das laufende Jahr zeigte sich Beiersdorf optimistisch: „Wir haben in diesem Jahr noch einige Unsicherheiten. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit dem Anlauf der Impfungen in vielen Ländern bis Ende des Jahres deutliche Verbesserungen sehen werden.“

Für die Consumer-Sparte stellte De Loecker ein nicht beziffertes Umsatzwachstum und eine operative Ebit-Rendite auf Vorjahreshöhe in Aussicht. Der Umsatz der Klebstofftochter Tesa solle ebenfalls wachsen, die operative Marge werde wegen „signifikanter“ Investitionen jedoch unter der des Vorjahres liegen.