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Bei Lidl gibt es Bio-Produkte bald nur noch von Bioland

Sophie Winter
Freie Autorin

Mit 7300 Erzeugern ist Bioland der führende Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Dass ausgerechnet der nun mit dem Discounter Lidl kooperiert, geht für viele nicht zusammen. Dabei haben beide Seiten gute Gründe für ihre neue Geschäftsbeziehung.

Lidl arbeitet mit Bioland zusammen (Bild: Getty Images)

Biokräuter und -äpfel von Bioland gibt es schon seit vergangenem Oktober in den Lidl-Filialen, im Januar wurde die Produktpalette nochmals aufgestockt. Auch Käse, Milch und Milchprodukte gibt es dort nun von dem Verband, dessen Mitglieder Billig-Ketten wie Lidl, Aldi & Co. noch vor Kurzem als so etwas wie ihren natürlichen Feind betrachtet hätten. Schon die aggressive Preispolitik schien mit den Prinzipien des Öko-Anbaus nicht vereinbar. Doch schon in naher Zukunft sollen bei Lidl alle Bio-Produkte aus Bioland-Betrieben kommen.

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Mehr potenzielle Kunden lassen mehr Bio-Höfe entstehen

Auf der grünen Woche in Berlin erklärten der Bioland-Präsident Jan Plagge und Lidl-Einkaufschef Jan Bock, wie und warum sie sich für die Kooperation entschieden haben. Für Plagge stand dabei ein Argument im Vordergrund. In den vergangenen Jahren wollten in Deutschland immer mehr Bauern auf Bio-Landwirtschaft umstellen. Allerdings hätte dafür lange die Nachfrage gefehlt. Und genau die erhoffen sich die Bio-Bauern von den 20 Millionen Kunden, die jede Woche eine Lidl-Filiale ansteuern. Erst durch den größeren Kundenstamm würde sich die Bio-Landwirtschaft auch für die Bauern lohnen. Da Bioland vor allem mit deutschen Landwirten zusammenarbeitet, profitiert vor allem die heimische Landwirtschaft von der Kooperation.

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Keine Rabatt-Aktionen bei Bioland-Produkten

Dafür war der Lidl-Verantwortliche Jan Bock laut “Augsburger Allgemeine“ bereit, ein ganzes Stück weit von der gewohnten Strategie abzuweichen: “Wir haben uns verpflichtet, keine Ware von Bioland zu Aktionspreisen anzubieten.” Wie viel vom derzeitigen Verkaufspreis von 1,05 Euro für einen Liter Biomilch tatsächlich bei den Bauern ankommt, wollte er nicht verraten. Die aber freuen sich wenigstens über die Gewissheit, dass auf dem Rücken ihrer Kühe kein Preiskampf mit der Konkurrenz ausgetragen wird.

Das langfristige Ziel seines Unternehmens benannte Bock so: “Wir wollen Bio in die Mitte der Gesellschaft bringen.“ Ein weiterer Schritt in die Richtung, die die Discounter in den letzten Jahren mit den verschönerten Filialen und einem an den Zeitgeist angepassterem Produkt-Sortiment schon seit mehreren Jahren anpeilen.

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