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Behörden: Software-Entwickler McAfee tot in spanischem Gefängnis aufgefunden

·Lesedauer: 3 Min.
McAfee im Jahr 2016

Der von den USA wegen Steuerhinterziehung gesuchte Software-Entwickler John McAfee ist am Mittwoch tot in seiner Zelle in einer spanischen Haftanstalt aufgefunden worden. Das katalanische Justizministerium leitete eine Untersuchung der Todesursache ein, geht aber von einem Suizid aus. Kurz zuvor hatte Spaniens Oberster Gerichtshof die Auslieferung des bekannten Unternehmensgründers an die USA angeordnet, wo ihm ein Prozess wegen Steuerhinterziehung drohte.

Der 75-Jährige war im Oktober am Flughafen von Barcelona festgenommen worden, kurz bevor er in eine Maschine nach Istanbul steigen wollte. Der Anklageschrift der US-Behörden zufolge reichte McAfee keine Steuererklärungen für die Jahre 2014 bis 2018 ein, obwohl er beträchtliche Einnahmen aus mehreren Bereichen gehabt habe. Dazu zählten demnach verschiedene Beratungstätigkeiten, Vorträge, der Verkauf der TV-Rechte für eine Dokumentation über sein Leben sowie Geschäfte mit Kryptowährungen.

Er soll laut dem Auslieferungsantrag der USA in diesen vier Jahren umgerechnet mehr als zehn Millionen Euro verdient, aber nie eine Steuererklärung eingereicht, sondern das Geld über Strohmänner kassiert haben. Ihm drohten im Falle einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft. Die Entscheidung des spanischen Gerichts bezog sich allerdings nur auf Straftaten, die er zwischen 2016 und 2018 begangen haben soll.

Die Auslieferungsentscheidung hätte noch angefochten werden können. Zudem hätte das spanische Kabinett noch zustimmen müssen.

Laut den Behörden wurde McAfee gegen 19.00 Uhr tot in seiner Zelle im Gefängnis Brians 2 in der Nähe von Barcelona gefunden. Zwar sehe es danach aus, als habe er sich selbst umgebracht, Sicherheit könne aber nur eine Autopsie geben, sagte eine Sprecherin des katalanischen Justizministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

McAfees Frau Janice beklagte seit längerer Zeit, dass es ihm im Gefängnis "nicht gut" gehe und er nur mit Verzögerung "angemessene medizinische Versorgung" erhalten habe. McAfee selbst erklärte in der vergangenen Woche auf Twitter, dass die US-Behörden glaubten, er habe "Krypto versteckt".

"Ich wünschte, ich hätte", fügte er hinzu. "Mein gesamtes Vermögen ist beschlagnahmt. Meine Freunde haben sich verflüchtigt, aus Angst, sie könnten mit mir in Verbindung gebracht werden". Er habe nichts, erklärte er. "Und doch bereue ich nichts."

McAfee begann seine Karriere bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa und arbeitete in mehreren Informatikfirmen, bevor er 1987 die nach ihm benannte Firma für Antiviren-Software gründete und damit ein Vermögen verdiente. 2010 verkaufte er seine Firma für mehrere Milliarden Dollar an den Chip-Giganten Intel. McAfee war zudem selbsternannter Experte für Kryptowährungen und hatte fast eine Million Follower auf Twitter.

2012 geriet er in die Schlagzeilen, als sein Nachbar im zentralamerikanischen Belize auf mysteriöse Weise ermordet wurde. Als die Polizei McAfee zu dem Mord befragen wollte, entdeckte sie, dass er mit einem 17-jährigen Mädchen zusammenlebte und ein regelrechtes Waffenarsenal gehortet hatte. Es folgte eine wilde Flucht, die die Medien über Wochen in Atem hielt.

2019 wurde McAfee von einem Gericht in Florida zu einer Zahlung von umgerechnet rund 21 Millionen Euro an die Familie des Toten verurteilt. Der Fall wurde jedoch nie richtig aufgeklärt.

Im Jahr 2015 war McAfee festgenommen worden, weil er unter Alkoholeinfluss am Steuer saß. Im selben Jahr kündigte er seine Bewerbung um die US-Präsidentschaftskandidatur an. Im Januar 2019 floh er dann aus den USA, sagte aber gleichzeitig erneut, dass er sich für das Präsidentenamt bewerben wolle.

McAfee bezeichnete sich einmal selbst als "exzentrischen Millionär". Doch er sei kein "Verrückter", sagte er später über diese Phase. Allerdings seien "wir Menschen seltsame Geschöpfe".

ans/yb

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