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BBVA und Banco Sabadell: Auf Spaniens Bankenmarkt bahnt sich die nächste Fusion an

·Lesedauer: 3 Min.

Nach dem Verkauf des US-Geschäfts verhandelt die Großbank BBVA mit dem Rivalen Sabadell. Zumindest in Südeuropa scheint die Konsolidierung in Gang zu kommen.

Die Konsolidierung in Spaniens Bankbranche gewinnt weiter an Fahrt. Am Montagabend gaben die Institute BBVA und Banco Sabadell bekannt, dass sie derzeit über eine Fusion verhandeln. Eine Due Diligence – quasi eine eingehende Prüfung – läuft bereits. In wenigen Wochen sei mit einem Ergebnis der Verhandlungen zu rechnen, sagte Sabadell-Chef Jaime Guardiola Romojaro am Dienstag. Die Gespräche hätten gerade erst begonnen, es sei zu früh für Details.

Am Montag hatte BBVA erklärt, dass es das US-Geschäft für 9,7 Milliarden Euro an den Finanzdienstleister PNC verkauft. Dem zweitgrößten Institut Spaniens verschafft das den nötigen finanziellen Spielraum für mögliche Transaktionen.

Die Verhandlungen zwischen BBVA und Banco Sabadell sind bereits die dritte mögliche Fusion spanischer Finanzhäuser seit dem Ausbruch der Coronakrise. Im September hatten Bankia und Caixabank ihren Zusammenschluss vereinbart. Die beiden kleinen Anbieter Unicaja und Liberbank verhandeln derzeit über eine Fusion – Experten erwarten womöglich noch in dieser Woche eine Einigung.

Damit scheint zumindest in Südeuropa die Konsolidierung der Branche in Gang zu kommen, die Aufseher seit geraumer Zeit annahmen. Sie halten Zusammenschlüsse angesichts anhaltend niedriger Zinsen für eine der wenigen Möglichkeiten, mit denen die Banken Margen und Gewinne verbessern können.

Die Coronakrise und die dadurch drohenden Zahlungsausfälle verschärfen den Druck auf die Banken. In Spanien lag die Eigenkapitalrendite der Institute im zweiten Quartal bei minus neun Prozent. Spanische Banken sind kaum im Investmentbanking tätig, das in der Krise etwa der Deutschen Bank hilft. Ihre Kapitalpuffer sind im europäischen Vergleich gering, außerdem leidet die spanische Wirtschaft so stark wie keine zweite in Europa unter der Krise.

BBVA und Santander sind anders als die übrigen spanischen Institute global aufgestellt und stark in Schwellenländern vertreten, vor allem in Südamerika. BBVA hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 45 Prozent des Gewinns in Mexiko erzielt und 19 Prozent in der Türkei. Nach dem Verkauf des US-Geschäfts, das im vergangenen Jahr zehn Prozent des Gewinns ausmachte, ist die Bank noch stärker von den politisch wie ökonomisch instabileren Emerging Markets abhängig. Eine Stärkung in Spanien als Ausgleich halten Experten daher für folgerichtig. Spanien ist derzeit mit 16 Prozent der drittgrößte Markt von BBVA.

In der Branche wurde bereits seit einigen Wochen auf einen Zusammenschluss spekuliert. Bislang galt unter anderem die geringe BBVA-Kernkapitalquote CET1 von 11,52 Prozent als Hemmschuh. Die Spanier hätten nach Berechnungen von Morgan Stanley eine Kapitalerhöhung von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro benötigt, um die Übernahme von Sabadell zu stemmen. Doch nach der Transaktion in den USA, die komplett in bar beglichen wird, ist die Kasse gut gefüllt – die Kernkapitalquote steigt auf 14,5 Prozent.

Blicke richten sich auf Santander

Sabadell ist vor allem im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen stark, denen die Bank eine personalisierte Beratung bietet. Der gegenwärtige Börsenwert beläuft sich auf 2,5 Milliarden Euro. Die mögliche Fusion lässt die Aktie auf 43 Cent steigen. Zu Jahresbeginn lag der Kurs noch bei einem Euro.

BBVA ist mit seiner globalen Ausrichtung und einer Marktkapitalisierung von 23,5 Milliarden Euro bedeutend größer. Zusammen kämen beide auf eine Bilanzsumme von 988 Milliarden Euro. Einsparungen sind unter anderem durch die Schließung von Filialen möglich. Experten gehen davon aus, dass knapp ein Drittel der Filialen geschlossen werden kann.

Die Blicke richten sich nun auf Banco Santander, die mit Abstand größte spanische Bank. Santander-Chefin Ana Botín hat Übernahmen in Spanien zuletzt ausgeschlossen, nachdem die Bank 2017 die angeschlagene Banco Popular übernommen hatte. Käme ein Deal von BBVA und Sabadell zustande, wäre Santander auf dem Heimatmarkt aber deutlich kleiner als die beiden neuen Riesen Bankia/Caixabank und BBVA/Sabadell.

Mehr: Spanische Banken halten der Pandemie bislang stand, aber die Krise ist noch nicht überstanden.